Was macht Impfung und Heilung so schwierig?

MMW - Fortschritte der Medizin, Jun 2018

Springer Medizin

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15006-018-0635-5.pdf

Was macht Impfung und Heilung so schwierig?

MMW Fortschritte der Medizin Was macht Impfung und Heilung so schwierig? Dr. med. Johannes Bogner Infektionsambulanz 0 1 Medizinische Poliklinik 0 1 0 Zum Titelbild: Erster geheilter HIV-Patient 1 Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München , Campus Innenstadt - _ Die diesjährige „Akte AIDS“ schlägt unter dem in der Überschri genannten Motto einen weiten Bogen: Von verständlich geschilderten Grundlagen der Virusreplikation und Viruslatenz bis hin zu praktischen €emen wie HIV-Test, Heimtest und €erapie, die zunehmend auch mit generischen Medikamenten durchgeführt werden kann. Für jede Ärztin und jeden Arzt – in der Praxis, in der Beratungsstelle wie auch im Krankenhaus – ist eine relevante Frage, wann und wie ein HIV-Test professionell angeboten und durchgeführt werden kann. Dieses €ema wird deshalb vorangestellt (Drs. S. Usadel und M. Müller) und ”ankiert von einem nicht minder wichtigen, viel diskutierten €ema: Der Heimtest (A. Scha•erger) und die Frage, ob er dazu beitragen kann, die Testrate zu erhöhen und die Dunkelzi—er der nicht erkannten Infektionen zu verringern. Wie wichtig das Testen ist, zeigt sich leider immer noch an dem hohen Anteil unter den ca. 3.700 pro Jahr in Deutschland neu diagnostizierten HIV-Infektionen, die zu spät erkannt werden („late presenter“). Auch wenn die €erapie heute noch so gut und einfach geworden ist: Es bleiben Fragen nach einer vorbeugenden Impfung (Beitrag Prof. R. Wagner) und nach einer Heilung. Dass die Heilung bislang nur einmal gelungen ist und wie es dem Geheilten nun geht, berichtet PD Dr. G. Hütter. Er gehörte zum Ärzteteam in Berlin, das Timothy Brown behandelt hat. Die Viruslatenz in Lymphozyten-Reservoirs – aber auch außerhalb des lymphozytären Systems – ist das Haupthindernis einer Ausheilung. Auf welche Weise Zweifel au¥ommen, dass eine komplette Heilung bzw. Viruseradikation allein mit Medikamenten erreicht werden kann, versteht man nach der Lektüre der Beiträge der Virologen Prof. O. Keppler und Prof. R. BrackWerner besser. Unser Blick richtet sich aber auch auf die Betro—enen und deren €erapie: Prof. M. Stoll geht auf die neue Verfügbarkeit k c a l B n a e S © von Generika ein, die zur Kostensenkung der HIV-€erapie beitragen. Und Dr. G. Ibarra schildert den besonderen Fall eines lange nicht behandlungsbedür igen Patienten. Die bereits vor zwei Jahren begonnene Serie über berühmte HIV-Patienten wird im Beitrag von B. Kling und A. Ullmann fortgesetzt. Diesmal geht es um Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Film, Bühne, €eater und Musik. Allen, die durch ihre O—enheit zum Verständnis und zum Stigma-Abbau beigetragen haben, sei dieser Beitrag gewidmet. ■ Seit der Transplantation von CCR5-d32-mutierten Stammzellen vor 10 Jahren gilt Timothy Brown als geheilt. Die Mutation führt zu einer Immunität gegenüber dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV). Dieser Fall hat dem Streben nach einer dauerhaften HIV-Heilung neuen Auftrieb gegeben. Inzwischen werden ganz neue Wege beschritten – es bleibt zu hoffen, dass sie letztendlich zum Ziel führen.


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15006-018-0635-5.pdf

Springer Medizin. Was macht Impfung und Heilung so schwierig?, MMW - Fortschritte der Medizin, 2018, 3-3, DOI: 10.1007/s15006-018-0635-5