Sicher und effektiv

MMW - Fortschritte der Medizin, Jun 2018

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Sicher und effektiv

MMW Fortschritte der Medizin Sicher und effektiv - _ Seit 2016 ist die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) mit den beiden NRTIs Tenofovirdisoproxilfumarat/Emtricitabin auch in Europa zugelassen und seit Oktober 2017 als Generikum über deutsche Apotheken erhältlich. Bei konsequent täglicher Einnahme ist die Schutzrate hoch. Hauptzielgruppe sind homosexuelle Männer mit häuŽg wechselnden Sexualkontakten. Aber gerade auch Frauen könnten von der PrEP proŽtieren, da das Kondom der Mitwirkung des Mannes bedürfe und die orale PrEP unabhängig vom Mann eingenommen werden könne, konstatierte Harriet Langanke, Köln. Sie verwies auf die Studien, in denen die PrEP bei Frauen nur eine Schutzwirkung von 66% hatte, was allerdings an der mangelnden Compliance lag. Mittlerweile gelte die PrEP bei richtiger Anwendung auch bei Frauen als sicher und e™ektiv, betonte Langanke. Allerdings seien noch viele Fragen ungeklärt: Welche Frau braucht in welcher Situation eine PrEP? Gibt es Wechselwirkungen, z. B. mit hormonellen KontraMögliche HIV-Impfsto tests in Deutschland Neue Studie mit Risikopersonen _ Mit der BRAHMS-Studie startet in Deutschland die bisher größte und systematischste Studie zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI) – es ist geplant, in zehn Zentren 1.000 Personen mit einem hohen HIV-Infektionsrisiko einzuschließen (https://hiv-forschung.de/ de/brahms). Alle drei Monate werden systematisch HIV, Hepatitis A, B und C, Syphilis, Gonorrhö und Chlamydien, aber auch weniger bekannte Erreger wie Ureaplasmen, Mykoplasmen und Lymphogranuloma venereum sowohl im Blut als auch anal und pharyngal getestet. Diese Studie soll dazu beitragen, die Inzidenz von STI innerhalb der Risikogruppen zu bestimmen und bessere Strategien zu entwickeln, mit denen sich solche Infektionen in ZukunŸ vermeiden lassen. Zudem solle im Rahmen der Studie auch untersucht werden, ob in Deutschland HIV-Impfsto™e getestet werden können, sagte Prof. Hendrik Streeck, Essen. Auch wenn die Anzahl der jährlichen Neuinfektionen hierzulande mit ca. 3.400 im Vergleich zu HochendemieLändern relativ niedrig sei, konzentrieren sich die Neuinfektionen vor allem in der Gruppe der homosexuellen Männer in Großstädten. Zudem könne sich HIV regional unterscheiden, und es sei nicht klar, ob ein in Südafrika getesteter Impfsto™ auch hierzulande wirkt. Die Studie wird im ersten Halbjahr 2018 beginnen und ist eine Kooperation mit dem U.S. Military HIV Research Program, dem U.S. Army Medical Material Development Activity, dem deutschen Zentrum für Infektionsforschung, dem Bundesministerium für Gesundheit und dem National Institutes of Health. An der Studie sind insgesamt 40 nationale und internationale Partner wie auch das Robert-Koch-Institut, die Universität Köln und viele AIDS-Hilfen beteiligt. Derzeit sind drei Standorte in Essen und Berlin geö™net. ■ awa m o c . e b o d a . k t/sc o e d .il-rtc e u p d a w e e rs p © Bei PrEP für Frauen sind noch Fragen o en. zeptiva? Wie erfahren Frauen von der Möglichkeit der PrEP? Da in Europa ein Drittel, in einigen Ländern sogar die HälŸe der HIV-Neuinfektionen Frauen betri¢, werden dringend Antworten benötigt. ■ awa Herausforderung Hepatitis C Mittlerweile sei die chronische Hepatitis C fast immer heilbar, selbst bei zuvor schwer zu behandelnden Patientengruppen wie Patienten mit dem HCV-Genotyp 3, einer fortgeschrittenen Nierenerkrankung und Substitutionspatienten, betonte PD Christian Hoffmann, Hamburg. Nicht mehr die Therapie, sondern der hohe Anteil der Patienten, die unwissentlich mit einer chronischen Hepatitis C leben, stelle mittlerweile die größte Herausforderung dar. In Deutschland lebten 2014 insgesamt 160.000 diagnostizierte HCV-Patienten – die geschätzte Dunkelziffer liegt bei 40– 50%, d. h. fast die Hälfte weiß nichts von ihrer Infektion. Und trotz der guten Behandlungsmöglichkeiten stagniert die jährliche Neuinfektionsrate bei etwa 4.000–5.000 Fällen. Hoffmann appellierte an die Hausärzte, häufiger an Hepatitis C zu denken und auch zu testen. Eine einfache Möglichkeit: die Bestimmung der Glutamat-Pyruvat-Transaminase als Aufschluss über die Leberfunktion und bei erhöhten Werten ein HCV-Test. Denn die Hepatitis-C-Neuinfektionen sollen laut der Weltgesundheitsorganisation bis 2030 um 90% gesenkt werden, und das Bundesgesundheitsamt hat sich auch für Deutschland dieses Ziel vorgenommen. ■ awa


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awa. Sicher und effektiv, MMW - Fortschritte der Medizin, 2018, 9-9, DOI: 10.1007/s15006-018-0641-7