Umdenken in der Therapie des Typ-2-Diabetes

MMW - Fortschritte der Medizin, Jun 2018

Red

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Umdenken in der Therapie des Typ-2-Diabetes

MMW Fortschritte der Medizin Auf Arzneimittelinteraktionen achten Komorbidität bestimmt Prognose - _ „Pharmakotherapie im Alter ist nicht einfach“, sagte Dr. Dietmar Wulfert, Herten. Im Schnitt werden sieben Medikamente pro Patient eingenommen. Dies erhöhe das Risiko für Arzneimittelinteraktionen deutlich. Daher seien Medikamente wie Tapentadol retard (Palexia® retard) vorteilha‡, deren Interaktionspotenzial vergleichsweise gering sei. „Die häu‰gste Ursache für chronische Schmerzen ist bei den über 55-Jährigen die Arthrose“, erinnerte Dr. Hermann Schwarz, Freudenstadt. Wegen der häu‰gen gastrointestinalen Nebenwirkungen der NSAR seien vor allem bei chronisch moderaten Schmerzen einfache Analgetika wie Paracetamol und Metamizol Bedarfsmedikamente. Opioide und μ-Opioid-Rezeptor-Agonisten/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (MOR-NRI) eignen sich laut Schwarz ggf. zur langfristigen Reduktion der Basisschmerzen. Zum Kupieren von Schmerzspitzen empfahl der Orthopäde Paracetamol, Metamizol, NSAR oder Coxibe bzw. nicht-retardierte Opioide. „Bei der Wahl jedes Analgetikums sollten Substanzen mit geringen Nebenwirkungen bevorzugt werden“, pšichtete Schwarz seinem Vorredner bei. Der MOR-NRI Tapentadol retard sei in einer Studie bei Patienten mit Kniearthrose in puncto Wirksamkeit mit retardiertem Oxycodon vergleichbar gewesen, habe allerdings weniger Nebenwirkungen gehabt. Auch bei chronischen Rückenschmerzen habe sich der Wirkstož als besser verträglich als Oxycodon erwiesen. Wegen des dualen Wirkmechanismus auf aszendierende und deszendierende Schmerzbahnen von Tapentadol werden im Vergleich zu Opioiden geringere DoHäu ge Ursache für chronische Schmerzen sind Arthrosen. ■ Anne Bäurle _ Die Kombination aus Typ-2-Diabetes, Schlaganfall und Myokardinfarkt kostet einen 60-jährigen männlichen Patienten hochgerechnet etwa 14 Lebensjahre, ein 40-jähriger männlicher Patient verliert sogar 23 Lebensjahre. Besonders dringlich ist eine gute kardio vaskuläre Prophylaxe v. a. für Männer, denn bei ihnen lassen sich etwa 60% der verlorenen Lebensjahre auf kardiovaskuläre (CV) Ereignisse zurückführen, bei Frauen sind es circa 45%. In der kardiovaskulären Endpunktstudie LEADER wurde für Liraglutid (Victoza®), den derzeit einzigen in Deutschland verfügbaren GLP-1-Rezeptoragonisten, eine Prävention von schweren CV-Ereignissen (major adverse cardiovascular events, MACE) bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und hohem kardiovaskulärem Risiko bestätigt. In die Untersuchung eingeschlossen waren Menschen mit Typ-2-Diabetes und kardiovaskulären Vorerkrankungen bzw. erhöhtem kardiovaskulärem Risiko. Durch die Behandlung mit Liraglutid zeigte sich gegenüber Placebo ein um 13% reduziertes Risiko für den primären kombinierten Endpunkt (Hazard Ratio [HR] 0,87; 95%-Kon‰denzintervall [KI] 0,78–0,97; p < 0,001 für Nichtunterlegenheit; p = 0,01 für Überlegenheit), der als Zeit ab der Randomisierung bis zum ersten Au‡reten eines kardiovaskulären Ereignisses bestehend aus kardiovaskulärem Tod, nichttödlichem Herzinfarkt oder nicht-tödlichem Schlaganfall de‰niert war. Im Vergleich zu Placebo verringerte sich unter Liraglutid außerdem das Risiko für kardiovaskulären Tod um 22% (HR 0,78; 95%-KI, 0,66–0,93; p = 0,007) sowie die Gesamtmortalität um 15 % (HR 0,85; 95%–KI, 0,76–0,96, p = 0,02). Auch die Niere im Blick Für die Prognose bei Menschen mit Typ2-Diabetes ist neben dem makro-, auch der mikrovaskuläre Nutzen eines Antidiabetikums essenziell. Liraglutid zeigte in der präspezi‰zierten sekundären Analyse der LEADER Studie auch einen renalen Vorteil: In Kombination mit einer Standardtherapie führte es bei Patienten im Hochrisikokollektiv zu einer signi‰kant geringeren Rate renaler Ereignisse verglichen mit Placebo. Die Entwicklung und Progression einer chronischen Nierenerkrankung wurden gebremst. ■ Red. ■ Presseveranstaltung „Umdenken bei Diabetes mellitus – Was können moderne Therapieoptionen dazu beitragen?“; berlin, Mai 2018 (Veranstalter: Novo Nordisk)


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Red. Umdenken in der Therapie des Typ-2-Diabetes, MMW - Fortschritte der Medizin, 2018, 69-69, DOI: 10.1007/s15006-018-0717-4