Theranostik — Therawie, Therawas?

Uro-News, Jul 2018

Springer Medizin

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Theranostik — Therawie, Therawas?

Theranostik - Therawie, Therawas? Dr. med. Andreas J. Gross 0 0 Klinik für Urologie, Asklepios Klinik Barmbeck , Hamburg - B gabe fällt der Terminus „ eranostik“ auf. In eim Lesen der CME-Fortbildung dieser Ausdem Fundus aller Weisheiten, bei Wikipedia, wird die Bedeutung des Wortes erklärt: „ eranostik ist ein Ko€erwort, das aus den beiden Begri€en erapie und Diagnostik gebildet wird. Unter eranostik versteht man die zunehmend engere Verzahnung von Diagnostik und erapie. Ziel der eranostik ist es, die richtige Behandlung für den richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt zu ermöglichen.“ Als klassisches Beispiel eines Ko€erworts wird im folgenden „Jein“ aufgeführt. Ein klares, geradezu Merkel-artiges „Jein“ passt hervorragend zum Schwerpunkt dieser Ausgabe der URO-NEWS: die aktuelle Wertigkeit Radionuklidmarkierter PSMA-Liganden als prostatakarzinombezogene PET-Tracer. Man ho’ mit der PSMA-PET/ CT, die diagnostische Lücke bei „biochemischem Rezidiv“ des Prostatakarzinoms schließen zu können, da die Ortsau–ösung bei der PSMA-PET/CT höher ist als bei der CT oder PET. Ab welchem PSA-Wert (0,05−0,2 ng/ml, < 1 ng/ml oder 1−2 ng/ml?) denn nun ein PSMA-PET/CT erfolgen sollte, bleibt aktuell unklar; ebenso, welcher therapeutische Vorteil sich in der metastasierten Situation daraus ergibt. Wolfgang Mohnike rekapituliert in seiner CMEFortbildung die Historie der Hybridbildgebung, deren aktuelle theranostischen Einsatzmöglichkeiten und rechtlichen Grundlagen. Radionuklide sind als Arzneimittel in Deutschland nicht zugelassen und somit prinzipiell nicht erstattungsp–ichtig/-fähig, obwohl die erapie mit 68Ga-PSMA Eingang in die S3-Leitlinie der DGU zur Rezidivdiagnostik des Prostatakarzinoms sowie mit 177Lu-PSMA in die Leitlinie der Deutschen Gesellschaª für Nuklearmedizin nach Ausschöpfen der therapeutischen Optionen bei Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom mit nicht resektablen Metastasen gefunden hat. omas-Alexander Vögeli ist bei diesem ema weniger euphorisch und beleuchtet in seinem Artikel kritisch die Vor- und Nachteile der 68Ga-PSMAPET/CT in der Diagnostik des Prostatakarzinoms. omas Horn kommt in seinem Beitrag zu den intraoperativen Einsatzmöglichkeiten der PSMAPET/CT beim oligometastasierten Prostatakarzinom als „PSMA-radioguided surgery“ zur Diagnostik und zu den anschließenden Erfolgschancen der chirurgischen erapie im kleinen Becken. War das nicht schon das Habilitationsthema von Friedhelm Wawroschek vor vielen Jahren? Martin Bögemann rundet mit seinem Artikel über die Möglichkeiten der Behandlung des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms mit einem 177Lu-dotierten-PSMA-Radioliganden im Sinne einer Radioligandentherapie und darüber, an welcher Stelle der Sequenztherapie diese als Salvagetherapie ( eranostik!) eingesetzt werden kann, den Schwerpunkt ab. Daneben haben weitere interessante emen den Weg in die aktuelle Ausgabe gefunden. Zum einen wurde die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor 70 Jahren gegründet – ein Grund zum Feiern, aber auch Anlass für einen kritischen Rück- und Ausblick hinsichtlich erfolgreicher Impfprogramme (Ausrottung der Polio) und weniger gelungenen Vorgehens (Schweinegrippe). Inhaltlich schließt hier der Artikel von Wolfgang Geissel an: die Ständige Imp±ommission (STIKO) hat beschlossen, die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) künªig auch für Jungen zu empfehlen. Die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist jedoch noch nicht geklärt – der Ball liegt mal wieder beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), und der muss noch in das Tor geschossen werden, wobei klar ist, dass hier auch bei leerem Tor vom Elfmeterpunkt aus die Tre€erchance mit maximal 50:50 berechnet werden kann. Vielleicht passt abschließend ein Zitat von Rainer Speck (s. URO-Kult): „Ich bin immer wieder überrascht, was die Leute so (über mich) denken.“ Beim Lesen dieser URO-NEWS wünsche ich Ih nen viel Spaß


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Springer Medizin. Theranostik — Therawie, Therawas?, Uro-News, 2018, 3-3, DOI: 10.1007/s00092-018-1913-3