EFN-Position zur Europäischen Säule sozialer Rechte

Heilberufe, Jun 2018

Springer Medizin

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EFN-Position zur Europäischen Säule sozialer Rechte

Kopfprämien für Rückkehrer und Azubis, Faire Arbeitsbedingungen, Teilzeit aufstocken 4. Mehr Freude am P„egeberuf: An der Zeit sei es, Pˆegefachkrä”en gezielt heilkundliche Aufgaben zu übertragen. Das Europäische Parlament, der Rat und die Kommission haben im November 2017 beim EU-Sozialgipfel für faire Arbeitsplätze und Wachstum die „Europäische Säule sozialer Rechte“ verabschiedet. Die Europäische Säule sozialer Rechte baut auf 20 Grundsätzen auf: Allgemeine und beru iche Bildung und lebenslanges Lernen, Gleichstellung der Geschlechter, Chancengleichheit, aktive Unterstützung für Beschäftigung, sichere und anpassungsfähige Beschäftigung, Löhne und Gehälter, Informationen über Beschäftigungsbedingungen und Kündigungsschutz, sozialer Dialog und Einbeziehung der Beschäftigten, Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, gesundes sicheres und geeignetes Arbeitsumfeld und Datenschutz, Betreuung und Unterstützung von Kindern, Sozialschutz, Leistungen bei Arbeitslosigkeit, Mindesteinkommen, Alterseinkünfte und Ruhegehälter, Gesundheitsversorgung, Inklusion von Menschen mit Behinderungen, Langzeitp ege, Wohnraum und Hilfe für Wohnungslose, Zugang zu essenziellen Dienstleistungen. - „Weitere Schritte müssen unbedingt folgen. Dazu zählen insbesondere ˆächendeckende Tarifverträge“, heißt es abschließend im Positionspapier. www.deutscher-p egerat.de B der Reduzierung der Wochenarbeitsesonders innovativ ist der Vorschlag zeit auf 80% bei vollem Lohnausgleich. Es ist ein wichtiges Angebot an diejenigen, die trotz der widrigen Umstände im Beruf ausgehalten haben. Die Vorschläge sind insgesamt auch ein deutliches Signal gegen die Einschätzung, eine umfassende Stellenausweitung würde verpuƒen, da es gar keine fachlich quali†zierten Pˆegenden auf dem Markt gebe. Es gibt zehntausende von ausgebildeten Pˆegefachpersonen, die dem Beruf wegen der schlechten Rahmenbedingungen den Rücken gekehrt haben. Nur durch bessere Arbeitsbedingungen kann der aktuelle Trend zum stufenweisen oder vollständigen Ausstieg umgedreht werden. Das erfordert auch Veränderungen bei der Arbeitsorganisation und gute Führung. Es erfordert aber vor allem eine bessere Stellenausstattung in allen Versorgungsbereichen. Aber Prämien allein werden nicht ausreichen. Die weiteren angekündigten Maßnahmen wie ein anschlussfähiges und sinnvolles Bildungskonzept oder die Neuordnung von Verantwortungsbereichen, die in eine beruˆiche Autonomie münden, sind unabdingbar umzusetzen. Nur so können die Kolleginnen und Kollegen dann auch im Be ruf gehalten werden. Auszüge aus dem Positionspapier „Der sich selbst beschleunigende Pˆegekra”-Exodus muss schnellstmöglich gestoppt und umgekehrt werden“, heißt es im Positionspapier „Mehr PˆegeKRAFT“ des Pˆegebevollmächtigten der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus. Im Positionspapier werden fünf Punkte für Pˆegefachkrä”e und Einrichtungsbetreiber vorgeschlagen: 1. Prämie für Rückkehrer und Aufstocker: Steuerfreie Prämien sollen ein deutliches Signal setzen, eine unbefristete Tätigkeit in der Pˆege aufzunehmen oder sie auszubauen. 2. 80% Arbeit bei 100% Lohn: In einem auf drei Jahre befristeten Modell sollen alle Pˆegefachkrä”e die Möglichkeit bekommen, bei 80% Arbeitszeit 100% Lohn zu erhalten. EFN-Position zur Europäischen Säule sozialer Rechte Im April 2018 haben die europäischen P egeberufsverbände (EFN) in einem Positionspapier dazu Stellung genommen. Das Papier hat der Deutsche Berufsverband für P egeberufe (DBfK) ins Deutsche übersetzt und stellt es unter www.dbfk.de/de/ veroe–entlichungen/Internationales.php bereit. „Wir ho–en, dass neben allen anderen Prinzipien besonders die Nummer 10 der Europäischen Säule hohe Priorität in der P egepolitik der deutschen Bundesregierung erhält. Dort heißt es: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Recht auf ein hohes Gesundheitsschutz- und Sicherheitsniveau bei der Arbeit. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Recht auf ein Arbeitsumfeld, das ihren beru ichen Bedürfnissen entspricht und ihnen eine lange Teilnahme am Arbeitsmarkt ermöglicht“, so DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel.


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Springer Medizin. EFN-Position zur Europäischen Säule sozialer Rechte, Heilberufe, 2018, 63-63, DOI: 10.1007/s00058-018-3596-2