Neue Kombinationstherapie für das metastasierte Kolonkarzinom

Im Focus Onkologie, Jul 2018

Der Checkpointinhibitor Nivolumab hat Nutzen beim metastasierten Kolonkarzinom (mCRC) mit fehlerhaftem Mismatch-Reparatursystem (dMMR) oder hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) bewiesen. In einer neuen Studie sollte die Zugabe des Checkpointhemmers Ipilimumab das Ergebnis noch verbessern.

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Neue Kombinationstherapie für das metastasierte Kolonkarzinom

Neue Kombinationstherapie für das metastasierte Kolonkarzinom 60 Neue Kombinationstherapie für das metastasierte Kolonkarzinom // 61 Entwicklung für die Praxis: Biomarkertest für Antiangiogenese-Antikörper // 61 Fortgeschrittenes HCC: Rolle der SIRT noch unklar // 62 Innovative Strategien - Neue Ansätze in der Therapie des metastasierten Pankreaskarzinoms // 65 Florian Lordick und Sebastian Stintzing berichten von Nivolumab Nivolumab + Ipilimumab Overman MJ et al. Durable Clinical Bene†t With Nivolumab Plus Ipilimumab in DNA Mismatch Repair-De†cient/Microsatellite Instability-High Metastatic Colorectal Cancer. J Clin Oncol. 2018;36(8):773-9. - elbst bei zuvor bereits behandelten Patienten mit dMMR/MSI-H-Kolonkarzinom hat sich der PD-1-Hemmer Nivolumab als eektiv erwiesen: Er erzielte im Monotherapie-Arm der CheckMate-142-Studie eine objektive Ansprechrate von 31 % und eine Krankheitskontrollrate von 69 % sowie ein 12-Monats-Gesamtüberleben (OS) von 73 %. Die Kombination mit dem CTLA4-Hemmer Ipilimumab hat bereits gute Eekte gezeigt. Nun haben sich diese in einem weiteren Arm von CheckMate-142 beim mCRC bestätigt. Im Rahmen der Phase-II-Studie erhielten Patienten Nivolumab plus Ipilimumab q3w gefolgt von Nivolumab q2w.Von den 119 Probanden hatten 76 % bereits 2 oder mehr ˜erapien erhalten. Nach einem medianen Follow-up von 13,4 Monaten lag die Gesamtansprechrate, primärer Endpunkt, bei 55 %. Die Krankheitskontrollrate für mehr als 12 Wochen betrug 80 %. Die meisten ˜erapieantworten (94 %) hielten nach dem Ende der Auswertung noch an. Die progressionsfreien Überlebensraten (PFS) lagen nach 9 Monaten bei 76% und nach 100 90 80 ()% 70 enb 60 e l re 50 b tü 40 m sae 30 G 20 10 0 Abb. 1: Gesamtüberleben von Patienten mit metastasiertem Kolonkarzinom, die Nivolumab plus Ipilimumab erhalten haben im indirekten Vergleich zur Nivolumab-Monotherapiekohorte aus der Studie CheckMate-142 (aus einer Analyse mit ähnlichem Follow-up von ca. 13,4 Monaten) [Overman MJ et al. Lancet Oncol. 2017;18(9):1182-91]. Patienten berichteten, dass sich unter Nivolumab plus Ipilimumab u. a. Schmerzen und Verstopfung verbesserten und der Appetit anstieg. 12 Monaten bei 71%. Die Gesamtüberlebensraten betrugen 87 bzw. 85 %. Signi¢kante und klinisch bedeutungsvolle Verbesserungen wurden bei den von den Patienten berichteten Ergebnissen festgestellt, eingeschlossen Funktionalität, Symptomatik und Lebensqualität. Nebenwirkungen vom Schweregrad 3–4 traten bei 32% der Patienten auf und waren handhabbar. Der Vergleich der Daten mit denen der Nivolumab-Monotherapie lässt erahnen, dass die Kombinations- der Monotherapie überlegen sein könnte (Abb. 1). Fazit: Nivolumab plus Ipilimumab führte zu hohen Ansprechraten, ermutigendem PFS und 12-Monats-OS, handhabbarer Sicherheit und Verbesserungen bei den wichtigsten von den Patienten berichteten Ergebnissen. Weitere Studien müssen eine Überlegenheit der Kombinationstherapie über die jeweilige Monotherapie noch beweisen. Christian Behrend


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Christian Behrend. Neue Kombinationstherapie für das metastasierte Kolonkarzinom, Im Focus Onkologie, 2018, 60-60, DOI: 10.1007/s15015-018-4100-1