Therapieoptionen bei Lungentumoren: Gemeinsam sind sie stärker

Im Focus Onkologie, Jul 2018

Die Kombination von Checkpointinhibitoren miteinander oder mit der Chemotherapie bündelt die Stärken der einzelnen Substanzen — mit Erfolg, wie sich für die Erstlinie beim metastasierten nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) auf der ASCO-Jahrestagung 2018 gezeigt hat.

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Therapieoptionen bei Lungentumoren: Gemeinsam sind sie stärker

Therapieoptionen bei Lungentumoren: Gemeinsam sind sie stärker PD Dr. med. Niels Reinmuth, 0 PD Dr. med. Niels Reinmuth 1 0 Asklepios Fachkliniken München-Gauting 1 Thorakale Onkologie , Asklepios Fachkliniken München-Gauting Die Kombination von Checkpointinhibitoren miteinander oder mit der Chemotherapie bündelt die Stärken der einzelnen Substanzen - mit Erfolg, wie sich für die Erstlinie beim metastasierten nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) auf der ASCO-Jahrestagung 2018 gezeigt hat. Problem Steroidbasistherapie? - N eben der Identi kation und Hemmung molekularer Zielstrukturen hat die Entwicklung immunmodulatorischer Antikörper die therapeutischen Möglichkeiten bereichert. Sie werden in den nächsten Jahren zu weiteren Veränderungen der Standardtherapie führen. Chemo- plus Immuntherapie Ein Schwerpunkt der aktuellen Forschung ist die Weiterentwicklung der Erstlinientherapie beim metastasierten NSCLC. Daten verschiedener Phase-IIIStudien zeigten einen Vorteil im Hinblick auf das Gesamtüberleben (OS) für die Kombination aus Chemotherapie und Checkpointinhibitoren im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie. Der Vorteil war insbesondere, aber nicht ausschließlich, bei Patienten mit PD-L1-Expression zu beobachten. Er zeigte sich z. B. für die Kombination aus Carboplatin und Paclitaxel oder nabPaclitaxel mit Pembrolizumab (KEYNOTE-407-Studie, squamöse Histologie) [Paz-Ares LG et al. ASCO. 2018;Abstr 105]. Das OS verbesserte sich auch unter der Kombination aus Chemotherapie (Carboplatin, Paclitaxel), Bevacizumab und Atezolizumab verglichen mit Chemotherapie plus Bevazicumab (IMpower150-Studie, nichtsquamöse Histologie) [Socinski MA et al. ASCO. 2018;Abstr 9002]. Kein OS-Vorteil war ersichtlich im Studienarm Chemotherapie plus Atezolizumab ohne Bevaci zumab versus Chemotherapie plus Bevacizumab. In der Studie IMpower131 war die Kombination aus Carboplatin, nabPaclitaxel und Atezolizumab bei 1.021 Patienten mit squamösem NSCLC im Stadium IV der alleinigen Chemotherapie nur bezüglich des progressionsfreien Überlebens (PFS) signi kant überlegen, nicht in der vorläu gen Auswertung des OS [Jotte RM et al. ASCO. 2018;Abstr 9000]. In der Subgruppe mit sehr hoher PD-L1-Expression verbesserten sich jedoch sowohl PFS als auch OS durch die Hinzunahme von Atezolizumab. Kombinierte Checkpointblockade Ein anderer Ansatz wurde in der dreiarmigen Studie CheckMate-227 verfolgt: In der Erstlinie kam eine kombinierte Checkpointblockade mit dem PD-1-Hemmer Nivolumab und dem CTLA-4-Inhibitor Ipilimumab zum g n it u a G n e h c n ü M n e k iil n k h c a F s o i p e l k s A © „Daten verschiedener Phase-III-Studien zeigten einen Vorteil im Gesamtüberleben für die Kombination aus Chemotherapie und Checkpointinhibitoren im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie.“ 8 1 0 2 e it h W y e n d o R / O C S A © 54. ASCO-Jahrestagung Eines wurde bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2018 sehr deutlich: Zurzeit stehen Kombinationen aus Checkpointinhibitoren mit anderen Behandlungsmodalitäten bei Lungentumoren im Fokus. ++ ASCO 2018 ++ Einsatz. Hinsichtlich des PFS erwies sich diese Kombination bei Patienten ohne PD-L1-Expression mit hoher Tumormutationslast der ¨erapie mit Nivolumab plus Chemotherapie sowie der alleinigen Chemotherapie als deutlich überlegen [Borghaei H et al. ASCO. 2018;Abstr 9001]. Daten zum OS stehen noch aus. Die klinisch relevante Frage, ob Steroide möglicherweise einen negativen Effekt auf die Wirkung von Checkpointinhibitoren haben, wurde in einer retrospektiven Auswertung zweier großer Patientenkollektive untersucht: Patienten mit Steroidtherapie zeigten im Vergleich zu Patienten ohne Steroidbasisbehandlung ein vermindertes Ansprechen auf die Checkpointinhibitoren sowie ein verkürztes PFS und OS [Arbour KC et al. ASCO. 2018;Abstr 9003]. Es ist allerdings unklar, ob Steroide die Wirkung der Checkpointinhibitoren abschwächen oder ob die Patientengruppen, die eine Steroidtherapie benötigen – weil sie z. B. an Komorbiditäten wie COPD, Fatigue oder Hirnmetastasen leiden – insgesamt von Checkpointinhibitoren weniger pro tieren.


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Niels Reinmuth. Therapieoptionen bei Lungentumoren: Gemeinsam sind sie stärker, Im Focus Onkologie, 2018, 56-56, DOI: 10.1007/s15015-018-4096-6