Offenheit zwischen Arzt und Patient hilft weiter

Im Focus Onkologie, Jul 2018

Das Internet macht die Beziehung zwischen Arzt und Patient kompliziert. Das Problem: Der Arzt weiß nicht, wie gut sein Patient über das Netz informiert ist. Und der Patient fürchtet oft, der Arzt könnte seine Recherchen missbilligen. Eine Studie hat versucht, Licht ins Dunkel zu bringen.

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Offenheit zwischen Arzt und Patient hilft weiter

O enheit zwischen Arzt und Patient hilft weiter Licht ins Dunkel zu bringen. 0 0 Dr. Google: Tipps für die Praxis - I nach Informationen zu Gesundheitsmmer mehr Patienten suchen im Netz themen. Jedoch können viele von ihnen die Informationen, die sie dort nden, aufgrund fehlender Gesundheitskompetenz nicht richtig einordnen. Wie Informationen und die Nutzung sozialer Medien zu Gesundheitsthemen die Beziehung zwischen Ärzten und Patienten beein usst, hat die Bertelsmann Stiftung in einer Studie untersucht, die vor Die Studienautoren leiten aus den Umfrageergebnissen Handlungs empfehlungen für Ärzte ab: Beratung: Ärzte sollten Patienten bei der Suche nach Gesundheitsinformationen unterstützen und beraten. Nützlich ist es, verständliche und vertrauenswürdige Informationsangebote zu kennen, um diese weiterempfehlen zu können. Sprechende Medizin: Um die Rolle als persönlicher Berater auch wahrnehmen zu können, benötigen Ärzte mehr Zeit für ihre Patienten. Ermutigung: Patienten sollten ermutigt werden, ihrem Arzt Fragen zu stellen und die Ergebnisse der eigenen Informationssuche mit ihm zu besprechen. Fehlinformationen: Der o ene Umgang mit Informationen aus dem Internet hilft, Fehlinformationen aufzuspüren und Patienten gegenüber zu berichtigen. Kurzem verö‚entlicht worden ist. Unter anderem ergab eine repräsentative Umfrage, dass die Patienten bei Gesundheitsrecherchen im Internet überwiegend zufrieden sind. Probleme bei der Einordnung Allerdings zeigte die Studie auch, dass unabhängige Angebote im Netz wie der Krebsinformationsdienst nicht als vertrauenswürdiger bewertet werden als zum Beispiel das Alternativmedizinportal „Zentrum der Gesundheit“. Die selbstständige Einordnung der Informationen fällt den Patienten also schwer. Gleichzeitig ergeben sich Komplikationen in der Arzt-Patienten-Beziehung: Laut Studie verhalten sich Patienten teilweise strategisch, wenn es darum geht, mit ihrem Arzt über ihre Internetrecherchen zu sprechen: 30% der Patienten, die im Internet nach Informationen gesucht haben, haben dies ihrem Arzt schon mal verschwiegen. Viele wollen laut Studie zunächst die Reaktion des Arztes auf selbst recherchierte Informationen abwarten, jeder Vierte von ihnen fürchtet sogar, der Arzt könnte sich darüber ärgern. Hier wird die Sache teilweise kompliziert, denn die Selbstwahrnehmung der Ärzte di‚eriert o‚enbar nicht selten mit der Fremdwahrnehmung der Patienten: So sagen 62 % der Patienten laut Umfrage, der Arzt habe sich über die Information auf Eigeninitiative gefreut. Hingegen sagen sogar 81 % der Ärzte laut Gesundheitsmonitor 2016, sie hätten © mangostock / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell(en)) sich darüber gefreut. Fast 30 % der Ärzte sagten, sie hätten sich bereits über eine Selbstinformation des Patienten geärgert – aber nur 18 % der Patienten haben einen solchen Ärger wahrgenommen. Ärzte behalten also o‚enbar ihre Freude, aber auch ihren Ärger teilweise für sich. Ärzte versorgen Patienten mit Infos Die Studie der BertelsmannStiŸung zeigt auch, dass viele Ärzte den Umgang mit „Dr. Google“ aktiv angehen. 55% der befragten Ärzte sagen, Sie geben Patienten vertrauenswürdige Materialien mit nach Hause – allerdings bestätigen nur 43 % der Patienten ein solches Vorgehen. Etwa jeder zweite Arzt gibt laut Umfrage Hinweise auf gute Infoquellen, 40 % der Patienten fühlen sich von solchen Hinweisen auch erreicht. Immerhin fast jeder dritte Arzt ermutigt Patienten, sich selbstständig über die eigene Erkrankung zu informieren, allerdings fühlt sich nur jeder fünŸe Patient tatsächlich von seinem Arzt ermutigt. Allerdings raten laut Gesundheitsmonitor 2016 auch nur 21 % der Ärzte Patienten aktiv davon ab, in Eigeninitiative nach Informationen zu suchen. Und mehr als jeder vierte Arzt fragt seine Patienten in der Anamnese aktiv nach Vorinformationen durch Eigenrecherche. Die Wahrnehmung der Patienten di‚eriert allerdings auch hier: Nur 14 % von ihnen berichten laut Umfrage darüber, von ihrem Arzt nach Vorinformationen gefragt zu werden. Hauke Gerlof


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Hauke Gerlof. Offenheit zwischen Arzt und Patient hilft weiter, Im Focus Onkologie, 2018, 77-77, DOI: 10.1007/s15015-018-4117-5