Magenkarzinom: Orales Paclitaxel auf dem Prüfstand

Im Focus Onkologie, Sep 2018

Bisher musste Paclitaxel intravenös appliziert werden. Nun gibt es die erste orale Formulierung des Wirkstoffs, die bei Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom mit intravenösem Paclitaxel mithalten kann.

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Magenkarzinom: Orales Paclitaxel auf dem Prüfstand

Im Focus Onkologie September 2018, Volume 21, Issue 9, pp 24–24 | Cite as Magenkarzinom: Orales Paclitaxel auf dem Prüfstand AuthorsAuthors and affiliations Judith Neumaier Gastroonkologie Literatur kompakt First Online: 08 September 2018 22 Downloads Bisher musste Paclitaxel intravenös appliziert werden. Nun gibt es die erste orale Formulierung des Wirkstoffs, die bei Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom mit intravenösem Paclitaxel mithalten kann. In der DREAM-Studie haben südkoreanische Forscher intravenöses Paclitaxel mit der oralen Formulierung des Wirkstoffes DHP107 in der Zweitlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom („advanced gastric cancer“, AGC) verglichen. Primärer Endpunkt war die Nichtunterlegenheit im Hinblick auf das progressionsfreie Überleben. Sowohl die Überlebensraten als auch die Ansprechraten waren unter beiden Paclitaxel-Formulierungen vergleichbar: Unter dem oral verabreichten DHP107 lebten die Patienten im Median 3,0 Monate progressionsfrei, unter Paclitaxel 2,6 Monate (Hazard Ratio [HR] 0,85). Das mediane Gesamtüberleben betrug 9,7 Monate unter DHP107 gegenüber 8,9 Monaten unter Paclitaxel (HR 1,04). Auf DHP107 sprachen insgesamt 17,8 % der Patienten an, wobei 4,2 % ein vollständiges Ansprechen und 13,6 % ein partielles Ansprechen erreichten. Im Vergleich dazu sprachen insgesamt 25,4 % der Patienten auf Paclitaxel an − 3,4 % davon vollständig, 22 % partiell. Beide Formulierungen wurden gut vertragen und es konnten keine signifikanten Unterschiede in den Nebenwirkungsprofilen beobachtet werden. Unter DHP107 traten Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö und Mukositis häufiger auf, unter intravenösem Paclitaxel dagegen periphere Neuropathien. Schwere unerwünschte Ereignisse waren in beiden Gruppen vergleichbar häufig. Das häufigste unerwünschte Ereignisse vom Grad ≥ 3 war Neutropenie (42 vs. 53 %); eine febrile Neutropenie wurde selten beobachtet (5,9 vs. 2,5 %). Unter DHP107 traten keine Hypersensitivitätsreaktionen auf, unter intravenösem Paclitaxel bei 2,5 % der Patienten. An der multizentrischen, offenen, prospektiven, randomisierten Phase-III-Studie hatten 236 Patienten mit histologisch und zytologisch bestätigtem nicht resezierbarem oder rezidiviertem Magenkarzinom nach Versagen der Erstlinientherapie teilgenommen. Sie erhielten randomisiert DHP107 (200 mg/m2 oral 2-mal täglich an den Tagen 1, 8, 15 alle 4 Wochen) oder Paclitaxel (175 mg/m2 intravenös an Tag 1 alle 3 Wochen). Fazit: DHP107 ist das erste orale Paclitaxel mit nachgewiesener Wirksamkeit und Sicherheit zur Behandlung eines Magenkarzinoms. Laut den Ergebnissen der DREAM-Studie war es in der Zweitlinientherapie bei fortgeschrittenem Magenkarzinom dem intravenös applizierten Paclitaxel hinsichtlich des progressionsfreien Überleben nicht unterlegen. Open image in new window Übelkeit und Erbrechen traten unter anderem häufiger unter oralem als unter i.v.-Paclitaxel auf. © Robert Kneschke / fotolia.com Literatur Kang YK et al. Efficacy and safety findings from DREAM: a phase III study of DHP107 (oral paclitaxel) versus i.v. paclitaxel in patients with advanced gastric cancer after failure of first-line chemotherapy. Ann Oncol. 2018;29(5):1220–6.PubMedGoogle Scholar Copyright information © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018 Authors and Affiliations Judith Neumaier11.http://www.springermedizin.de


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Judith Neumaier. Magenkarzinom: Orales Paclitaxel auf dem Prüfstand, Im Focus Onkologie, 2018, 24-24, DOI: 10.1007/s15015-018-4149-x