Trotz Konisation erhöhtes Zervixkarzinomrisiko nach CIN3

Im Focus Onkologie, Dec 2018

Nach einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie von Grad 3 (CIN3) haben Frauen ein langanhaltend erhöhtes Risiko für ein Zervixkarzinom, selbst dann, wenn die Ränder bei der Konisation negativ sind.

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Trotz Konisation erhöhtes Zervixkarzinomrisiko nach CIN3

Im Focus Onkologie December 2018, Volume 21, Issue 12, pp 38–38 | Cite as Trotz Konisation erhöhtes Zervixkarzinomrisiko nach CIN3 AuthorsAuthors and affiliations Kathrin von Kieseritzky Gynäkoonkologie Literatur kompakt First Online: 14 December 2018 16 Downloads Nach einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie von Grad 3 (CIN3) haben Frauen ein langanhaltend erhöhtes Risiko für ein Zervixkarzinom, selbst dann, wenn die Ränder bei der Konisation negativ sind. Die Konisation gilt als effiziente Therapie beim in der Krebsprogression intermediären Stadium CIN3, dennoch, so hatten kleinere Studien gezeigt, bleibt das Zervixkarzinomrisiko danach noch lange Zeit erhöht. Nun konnten die Befunde durch eine große Kohortenstudie aus Dänemark verifiziert werden. In die Analyse wurden die Daten von 59.464 Frauen mit CIN3 einbezogen, die sich einer Konisation unterzogen (Follow-up 663.925 Personenjahre), und 1.918.508 Frauen mit normalem Zytologiebefund (Follow-up 34.493.494 Personenjahre). Das mediane Alter lag bei der Konisation bei 32 Jahren (18–90 Jahre). Während des Untersuchungszeitraums wurde bei 237 Frauen ≥ 1 Jahr nach einer CIN3-Konisation ein Zervixkarzinom diagnostiziert. Im Vergleich zur weiblichen Allgemeinpopulation lag das generelle standardisierte Inzidenzverhältnis (SIR) für Zervixkarzinom bei Frauen, die mit Konisation bei CIN3 behandelt worden waren, bei 1,68 (95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI] 1,47–1,90). Die Patientinnen mit CIN3 hatten ein höheres Risiko für ein nachfolgendes Zervixkarzinom als die Frauen mit normalem Zytologiebefund (HR 2,06; 95 %-KI 1,81–2,35). Auch nach ≥ 25 Jahren war das relative Risiko noch signifikant erhöht (HR 2,56; 95 %-KI 1,37–4,77). Auch bei Patientinnen mit negativen Rändern nach der Konisation war das relative Risiko ≥ 20 Jahre nach dem Eingriff noch immer erhöht (HR 2,49; 95 %-KI 1,12–5,57). Unterschiede gab es bezüglich der verschiedenen histologischen CIN3-Typen. Am höchsten war das Risiko für ein nachfolgendes Karzinom bei einem Adenokarzinoma in situ, gefolgt vom Plattenepithelkarzinoma in situ und schwerer Dysplasie. Fazit: Nach der Konisation wegen CIN3 bleibt das Risiko für ein Zervixkarzinom langanhaltend, 25 Jahre und mehr, erhöht. Auch wenn der Status der Konisationsränder die Höhe des Risikos beeinflusst, haben selbst Frauen mit negativen Rändern noch 20 Jahre danach ein höheres relatives Karzinomrisiko als Frauen mit normalem Zytologiebefund. Diese Erkenntnis müsse laut der Forscher bei der Nachsorge von Konisationen berücksichtigt werden und werfe neue Fragen bezüglich der Entstehungsgeschichte von zervikalen Neoplasien und Zervixkarzinomen auf. Literatur Sand F L et al. Long-term risk of cervical cancer following conization of cervical intraepithelial neoplasia grade 3-A Danish nationwide cohort study. Int J Cancer. 2018;142(9):1759–66CrossRefGoogle Scholar Copyright information © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018 Authors and Affiliations Kathrin von Kieseritzky11.http://www.springermedizin.de


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Kathrin von Kieseritzky. Trotz Konisation erhöhtes Zervixkarzinomrisiko nach CIN3, Im Focus Onkologie, 2018, 38-38, DOI: 10.1007/s15015-018-4354-7