Starke muskuloskelettale Schmerzen: Opioide können nicht überzeugen

Orthopädie & Rheuma, Dec 2018

Patienten mit mäßigen bis starken Schmerzen aufgrund chronischer muskuloskelettaler Erkrankungen erhalten bei ungenügender Wirkung von Analgetika häufig und über einen langen Zeitraum Opioide. Qualitativ hochwertige Langzeitstudien, die ein solches Vorgehen unterstützen, fehlen allerdings.

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15002-018-1482-6.pdf

Starke muskuloskelettale Schmerzen: Opioide können nicht überzeugen

Orthopädie & Rheuma December 2018, Volume 21, Issue 6, pp 12–12 | Cite as Starke muskuloskelettale Schmerzen: Opioide können nicht überzeugen AuthorsAuthors and affiliations Barbara Kreutzkamp Literatur kompakt First Online: 10 December 2018 17 Downloads Patienten mit mäßigen bis starken Schmerzen aufgrund chronischer muskuloskelettaler Erkrankungen erhalten bei ungenügender Wirkung von Analgetika häufig und über einen langen Zeitraum Opioide. Qualitativ hochwertige Langzeitstudien, die ein solches Vorgehen unterstützen, fehlen allerdings. Um analgetische und funktionelle Langzeiteffekte sowie Nebenwirkungen von Opioiden versus Nichtopioiden besser beurteilen zu können, initiierten US-amerikanische Wissenschaftler eine Zwölf-Monatsstudie im ambulanten Setting. Einbezogen waren 240 Patienten (Durchschnittsalter 58,3 Jahre). Alle Teilnehmer litten unter chronischen Rückenschmerzen und/oder unter mäßigen bis starken Schmerzen aufgrund einer Gon- oder Coxarthrose, die auf Nichtopioid-Analgetika nur unzureichend angesprochen hatten. Randomisiert wurden die Patienten der Opioid- beziehungsweise der Nichtopioid-Gruppe zugeteilt. Flexibel einsetzbar waren in der Opioidgruppe schnell wirksames Morphin, Hydrocodon/Paracetamol und schnell wirksames Oxycodon; die Patienten der Nichtopioid-Gruppe erhielten Paracetamol oder ein nichtsteroidales Antirheumatikum. Primäres Studienziel war die schmerzbezogene Funktion über zwölf Monate, gemessen anhand der sieben Einzelkriterien umfassenden Brief Pain Inventory (BPI) Interference-Scale. Die durchschnittliche Zwölf-Monats-BPI-Interference lag bei 3,4 in der Opioid- und bei 3,3 in der Nichtopioid-Gruppe (p = 0,58). Patienten unter Nichtopioiden berichteten im Durchschnitt über eine statistisch signifikant geringere Schmerzintensität als solche unter Opioiden, Patienten unter Opioiden über eine statistisch signifikant verminderte Angst. Die klinische Relevanz der beiden letztgenannten Befunde lässt sich allerdings schwer beurteilen, so die Autoren. Nebenwirkungen traten in der Opioidgruppe häufiger auf. Fazit: Bei Patienten mit starken chronischen Rücken-, Hüft- und Knieschmerzen sind Opioide den Nichtopioiden bei der schmerzbezogenen Funktion über zwölf Monate nicht überlegen, verursachen aber mehr Nebenwirkungen. Literatur Krebs EE et al. E.ect of opioid vs nonopioid medications on pain-related function in patients with chronic back pain or hip or knee osteoarthritis pain. The SPACE randomized clinical trial. JAMA 2018;319:872–82CrossRefGoogle Scholar Copyright information © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018 Authors and Affiliations Barbara Kreutzkamp11.http://www.springermedizin.de


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15002-018-1482-6.pdf

Barbara Kreutzkamp. Starke muskuloskelettale Schmerzen: Opioide können nicht überzeugen, Orthopädie & Rheuma, 2018, 12-12, DOI: 10.1007/s15002-018-1482-6