Fast zwei Drittel haben keine Gefäßstenose

MMW - Fortschritte der Medizin, Jun 2012

Dirk Einecke

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Fast zwei Drittel haben keine Gefäßstenose

Fast zwei Drittel haben keine Gefäßstenose _ 0 Dr. Dirk Einecke Quelle: Pressekonferenz„Voices - Versorgung von Patienten mit rezidivierender myokardialer Ischämie in Deutschland“ , DGK-Frühjahrstagung, Mannheim 1 Leitlinie empfiehlt prognostische und symptomatische Therapie Beschwerdefreiheit , Belastungsfähigkeit v i h c r A © Candesartan generisch Zum Patentablauf der Angiotensin-IIAntagonisten werden Candesartanratiopharm® und Candesartan-ratiopharm® comp. eingeführt. Die Präparate sind laut der Firma ratiopharm indikationsgleich und bioäquivalent zum Original mit einem Preisvorteil von 65%. Außerdem sind sie komplett zuzahlungsbefreit. - Eine aktuelle Versorgungsstudie bestätigt, dass ein hoher Prozentsatz der Patienten mit pektanginösen Beschwerden nicht an einer stenosierenden KHK leidet und deshalb andere Ischämie-Ursachen berücksichtigt werden müssen. In der Studie mit dem Kürzel THINK wurden 2500 Patienten analysiert, bei denen aufgrund eines KHK-Verdachtes eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt wurde, erläuterte Dr. Dirk Westermann, Charité Berlin. Etwa drei Viertel der Patienten klagten über typische Angina-Beschwerden mit im Median 3,75 Attacken pro Woche; 50% der Patienten waren davon mäßiggradig, 30% höhergradig eingeschränkt. Bei 45% der Patienten stand Luftnot im Vordergrund. 62% der Patienten ohne makroskopische Stenosen Obgleich die Patienten ein typisches kardiovaskuläres Risikoprofil nebst positivem Ischämie-Befund aufwiesen, schloss der Herzkatheter bei 62% der Patienten atherosklerotische Koronarstenosen als UrPatienten mit Angina pectoris sache der Beschwerden aus, berichtete Westermann. Zu ähnlichen Befunden kam auch schon die Ancona-Studie von Ong, Sechtem et al. (JACC 2011): Nur bei knapp 50% der 300 Patienten mit KHK-Verdacht förderte der Herzkatheter hier behandelbare Koronarstenosen zutage, so Westermann. Bei über 60% der übrigen Patienten konnten hingegen epikardiale Spasmen oder mikrovaskuläre Störungen nachgewiesen werden. Alternative Ursachen der kardialen Ischämie Prof. Lars Maier, Göttingen, erinnerte daran, dass neben der obstruktiven KHK weitere Ursachen zu Angina führen können, die zu wenig beachtet werden. Dazu zählen z. B. endotheliale Funktionsstörungen, „small vessel disease“, diastolische Dysfunktion oder Herzhypertrophie. Eine wichtige Bedeutung haben Maier zufolge auch Veränderungen der Ionenströme an der Herzmuskelzelle, die zu einem pathologisch erhöhten späten Natrium-Einstrom führen. Die Folge ist ein Circulus vitiosus: erhöhte Wandspannung, Druck auf die versorgenden Gefäße, reduzierte Mikrovaskularisation, vermehrte Angina-Beschwerden. Bei pektanginösen Beschwerden können auch Veränderungen der Ionenstörme an der Herzmuskelzelle eine Rolle spielen. Was ist neu in der medikamen tösen Therapie? Wir halten Sie auf dem Laufenden mit Berichten von Kongressen und Symposien der pharmazeutischen Industrie. Wenn Betablocker nicht gegeben werden können oder nicht ausreichend antianginös wirken, sollten laut KHK-Leitlinie Alternativen verschrieben und, so Bauersachs, deren Wirksamkeit auch überprüft werden. Dazu zählen Kalziumantagonisten, wirksam v. a. bei epikardialen Spasmen, Nitrate, Ivabradin (sinnvoll bei hoher Herzfrequenz) und nicht zuletzt Ranolazin, das den späten Natriumeinstrom blockiert und auf diese Weise die myokardiale Perfusion auf zellulärer Ebene verbessert.


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Dirk Einecke. Fast zwei Drittel haben keine Gefäßstenose, MMW - Fortschritte der Medizin, 2012, 74-74, DOI: 10.1007/s15006-012-0757-0