Nicht nur die Knochen benötigen Vitamin D

MMW - Fortschritte der Medizin, May 2013

Martin Bischoff

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Nicht nur die Knochen benötigen Vitamin D

Meningokokken-Schutzimpfung für Reisende und bei Immundefizienz _ 0 Martin Bischoff Quelle: Pressekonferenz„Aktuelle Empfehlungen zu Vitamin D“ , München, Januar 2013, Veranstalter: Merck Serono ■ Red. Quelle: Nach einer Presseinformation von GlaxoSmithKline - v i h c r A © STIKO-Empfehlung Was ist neu in der medikamentösen Therapie? Wir halten Sie auf dem Laufenden mit Berichten von Kongressen und Symposien der pharmazeutischen Industrie. Bei bestimmten Auslandsreisen und bei Krankheitsbildern mit Immundefizienz empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Meningokokken-Schutzimpfung mit einem 4-valenten Konjugatimpfstoff. Zu den Risikofaktoren für Reisende zählen insbesondere das Reiseland, die Reisedauer, ein enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung und Menschenansammlungen. Ein besonders hohes Infektionsrisiko besteht derzeit z. B. in Indien und in Ländern des zentralafrikanischen Meningitisgürtels. Da es jedoch auch in allen anderen Ländern spontan zu Ausbrüchen kommen kann, ist eine Impfung grundsätzlich empfehlenswert, v. a. aber für Weltreisende, Entwicklungshelfer und Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr in einem Risikogebiet absolvieren. Eine von GlaxoSmithKline herausgegebene Übersichtskarte informiert, wo und für wen ein besonders hohes Risiko für eine Meningokokken-Erkrankung besteht. Sie ist über den Außendienst erhältlich. Die Schutzimpfung gegen Meningokokken mit einem 4-valenten MeningokokkenKonjugatimpfstoff (NimenrixTM) wird von der STIKO auch für gesundheitlich Gefährdete, also Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten mit T- und/ oder B-zellulärer Restfunktion, insbesondere Komplement-/Properdindefekte, Hypogammaglobulinämie sowie Asplenie empfohlen. Dazu zählen auch Menschen mit onkologischen Erkrankungen, HIV-Infizierte sowie Patienten vor einer Stammzell- oder Organtransplantation. Mangelsituation bei jedem zweiten Deutschen Die Versorgung der Bevölkerung und insbesondere alter Menschen mit Vitamin D ist ungenügend. Ein Mangel kann sich nicht nur auf Immunsystem und Knochen, sondern auch auf diverse chronische Krankheiten negativ auswirken. Vitamin D sollte zu 80% über das UV-BLicht der Sonne in der Haut induziert und zu 10–20% durch die Ernährung mit Fisch, Eiern oder Pilzen dem Körper zugeführt werden, erklärte Priv.-Doz. Dr. Stefan Pilz, Graz/ Österreich. Das reicht, wenn ein 25(OH)DSerumspiegel > 30 ng/ml erreicht wird. Als optimal gelten Werte zwischen 30 und 35 ng/ml. Die Wirklichkeit sieht in Deutschland allerdings anders aus: fast jeder Zweite unterschreitet den Wert von 20 ng/ml und befindet sich damit in einer Mangelsituation (Hintzpeter B et al. Eur J Clin Nutr. 2008; 62: 1079–1089). Besonders niedrig (10 ng/ml) sind die 25(OH)D-Spiegel bei Bewohnern geriatrischer Einrichtungen. Das Defizit wegen fehlender endogener Synthese sollte durch täglich 800–2000 I.E. Vitamin D (z. B. mit Vigantoletten® 1000 I.E.) ausgeglichen werden, so Pilz. Als Faustregel gilt, dass der 25(OH)D-Serumspiegel mit 1000 I.E. pro Tag um 10 ng/ml ansteigt. Da der Bedarf an Vitamin D praktisch linear mit dem Körpergewicht korreliert, gelten höhere Dosen v. a. für Übergewichtige. Grundsätzlich kann die entsprechende Menge Vitamin D auch einmal pro Woche oder einmal pro Monat verabreicht werden. Die Empfehlungen zur Vitamin-D-Supplementierung beziehen sich v. a. auf die frakturmindernde Wirkung. Immer deutlicher zeigt sich aber auch, dass Vitamin D den Verlauf von Herz-Kreislauf- oder Autoimmunerkrankungen und selbst von Krebs positiv beeinflussen kann, berichtete Pilz. Eine Cochrane-Metaanalyse (Bjelakovic G et al. Cochrane Database Syst Rev 2011; 7: CD007470) konnte zeigen, dass Menschen, die ausreichend mit Vitamin D versorgt sind, gute Chancen haben, länger zu leben.


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Martin Bischoff. Nicht nur die Knochen benötigen Vitamin D, MMW - Fortschritte der Medizin, 2013, 99-99, DOI: 10.1007/s15006-013-0380-8