Weniger Rückfälle durch bessere Therapietreue

MMW - Fortschritte der Medizin, Dec 2012

Dagmar Jäger-Becker

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Weniger Rückfälle durch bessere Therapietreue

■ Roland Fath 0 ■ Dr. Yvette C. Zwick 1 ■ Dagmar Jäger­Becker 2 0 Quelle: Lacteol®­Presseworkshop„Die unter ­, schätzte Gefahr: Durchfall“ , Hamburg, August, 2012, Veranstalter: Pohl­Boskamp 1 Quelle: Symposium„Optimal management of, pulmonary arterial hypertension patients: Are we, there yet? A case­ based approach“, ESC­ Kongress , München, August 2012, Veranstalter: Pfizer 2 Quelle: Satellitensymposium„Remissions­, erhalt der Colitis ulcerosa: Wer erwartet was?“, DGVS­ Jahrestagung , Hamburg, September, 2012, Veranstalter: Shire Deutschland - Probiotika ermöglichen kausale Therapie _ Probiotika werden zunehmend als kau­ sale Therapiemöglichkeit bei akutem Durchfall eingesetzt. Hoch dosiert zuge­ führte Bakterien wie Lactobazillen bilden einen Biofilm auf den Schleimhautzellen des Darms, der die Adhäsion pathogener Keime verhindert, und stimulieren das gas­ trointestinale Immunsystem. Das natür­ liche Gleichgewicht einer gesunden Darm­ flora wird wiederhergestellt, erklärte Priv.­ Doz. Dr. Harald Matthes, Berlin. Mit am besten sei die Studienlage für Lactobazillen. Die Wirsamkeit von Lacteol®, in dem L. fermentum und L. delbrueckii hoch dosiert und gefriergetrocknet vorlie­ gen, sodass keine Kühlung erforderlich ist, wurde in zwei randomisierten kontrol­ lierten Studien belegt. In der einen Studie bei Erwachsenen wurde die Durchfalldauer nach Therapiebeginn um fast 50% (um k c o rttts e u h s /k i s n ir c a M rt o i P © 0,7–1,4 Tage), in der anderen bei Kindern um 73% (Symptomdauer nur 8,2 Std. vs. 30,4 Std. bei Placebo) verkürzt (J Pediatr Gastroenterol Nutr 2007; 44: 571–576). Lactobazillen sind bei viraler wie auch bakterieller Genese des Durchfalls und bei antibiotikaassoziierten Diarrhöen gleicher­ maßen wirksam und zur Durchfalltherapie gut geeignet, betonte Matthes. Motilitäts­ hemmer sind bei akuten Durchfällen zwar sehr rasch wirksam, haben aber nach An­ sicht des Gastroenterologen nur eine sozi­ ale Indikation, etwa auf Reisen oder beim Konzert, da auch die Ausscheidung patho­ gener Keime verlangsamt wird. Lebensqualität bei pulmonaler Hypertonie Ähnlich beeinträchtigt wie bei fortgeschrittenem Krebsleiden _ Patienten mit pulmonaler Hypertonie (PAH) leiden oft nicht nur unter ihrer Grunderkrankung, sondern zusätzlich un­ ter Depression, Stress, Angst­ und Schlaf­ störungen, die sich alle weiter negativ auf das Befinden auswirken. Eine PAH hat somit eine vergleichbare Auswirkung auf die Le­ bensqualität wie metastasierte Krebsleiden oder eine Querschnittslähmung, erklärte Prof. Marion Delcroix, Leuven/Belgien. Sie unterstrich den Stellenwert der Erfassung der Lebensqualität z. B. mithilfe von SF­ 36, CAMPHOR bzw. MLHFQ. Wichtig sei gerade die subjektive Beurteilung durch die Betrof­ fenen selbst, die erheblich von der äußeren Einschätzung divergieren kann. Delcroix erklärte außerdem, wie die Le­ bensqualität von PAH­ Patienten optimiert werden kann. Untersuchungen zeigten den Nutzen einer frühen palliativen Versor­ gung, betonte Delcroix und plädierte für eine vorgezogene Palliativversorgung, die ihrer Meinung nach unmittelbar nach der Diagnosestellung beginnen sollte. Delcroix zeigte zudem die überzeu­ genden Ergebnisse der SUPER­ 1­ Studie zur Verbesserung der Lebensqualität bei PAH, gemessen anhand des SF­ 36. Dabei hatten verschiedene Dosierungen von Sildenafil (Revatio®) im Placebovergleich einen posi­ tiven Einfluss auf Parameter wie Funktions­ tüchtigkeit, allgemeiner Gesundheitszu­ stand und körperliche Schmerzen. Patienten mit Colitis ulcerosa aufklären Weniger Rückfälle durch bessere Therapietreue _ Bei der Colitis ulcerosa (CU) bedarf es zum Erhalt der Remission und zur Karzi­ nomprophylaxe einer langfristigen Dauer­ therapie mit oral oder topisch­ rektal ge­ gebenen Aminosalicylaten (Mesalazin, 5­ ASA), erklärte Prof. Ingolf Schiefke, Leip­ zig. Dies dem Patienten begreiflich zu ma­ chen, sei nicht immer einfach. Untersu­ chungen zeigen, dass unter einer Langzeit­ behandlung (mehr als elf Jahre) nur noch 65% aller Patienten die Therapie wie ver­ ordnet anwenden. Die mangelnde Thera­ pietreue werde mit einem bis zu fünffach höheren Rückfallrisiko bestraft. Gründe können zeitaufwendige rektale Anwen­ dungen von Klysmen oder Schäumen sein, die sich nicht gut in den Alltag der meist noch berufstätigen Patienten integrieren lassen. Einfacher anzuwenden ist Mesalazin in oraler Form, etwa MMX®­ Mesalazin (Meza­ vant®). Wie Schiefke erläuterte, sorgt die Multimatrix­ Formulierung für eine Freiset­ zung erst im Kolon und für eine ausrei­ chend lange Wirkdauer, die eine tägliche Einmalgabe ermöglicht. Eine aktuelle Studie weist darauf hin, dass die Einmalgabe von 2,4 g MMX®­ Mesalazin die Remissionserhaltung inklusi­ ve mukosaler Heilung bei über 83% der CU­ Patienten ermöglicht (D’Haens G et al. Am J Gastroenterol 2012, 107(7): 1064– 1077). Mesalazin in der Multimatrix­ Formu­ lierung kann in der langfristigen CU­ Be­ handlung die Therapietreue deutlich un­ terstützen, so Schiefke.


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Dagmar Jäger-Becker. Weniger Rückfälle durch bessere Therapietreue, MMW - Fortschritte der Medizin, 2012, 72-72, DOI: 10.1007/s15006-012-1706-7