Chlamydien-Infektion ist keine Berufskrankheit

MMW - Fortschritte der Medizin, Oct 2015

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Chlamydien-Infektion ist keine Berufskrankheit

MMW Fortschritte der Medizin 0 Dirk Schnack Wartezeit dann nicht mehr als 30 Minuten, außerdem gibt es besondere Sprechzeiten nur für Berufstätige. Ein besonderer Standort im Netz ist das Gesundheitshaus Mirow an der Müritz. Diese von der Hausärztin Dr. Uta Arndt initiierte Einrichtung arbeitet so, wie es der Sachverständigenrat der Bundesregierung in seinem jüngsten Gutachten als Lösung für regionale Versorgungsprobleme vorschlägt - nämlich als „lokales Gesundheitszentrum“. - Auch Spezialärzte sollen stets erreichbar sein. Schnelle Facharzttermin – im Nordosten längst etabliert In der Debatte um schnellere Facharzttermine hatte die KV Mecklenburg-Vorpommern die Nase vorn. Bereits seit 2008 wird im Nordosten ein Modell praktiziert, das den überweisenden Ärzten die Möglichkeit einräumt, Terminanfragen in A- und B-Kategorien einzuteilen. Patienten mit hochakuten Erkrankungen erhalten eine A-Überweisung und werden innerhalb eines Werktages vom Facharzt übernommen. B-Termine werden an Patienten vergeben, bei denen sich bei einer laufenden Therapie eine Verschlechterung des Gesundheitszustands eingestellt hat. Diese Patienten erhalten innerhalb einer Woche einen Facharzttermin. Die überweisende Praxis schickt relevante Hintergrundinformationen mit, die übernehmende Praxis übermittelt im Anschluss Befunde und Behandlungsergebnisse an den überweisenden Arzt. Die KV sieht das Modell als Erfolg. Seit 2011 ist es auch Bestandteil von Vereinbarungen mit mehreren Krankenkassen – sowohl der überweisende als auch der spezialisierte Arzt erhalten ein Extra-Honorar. ■di Prüfgremien dürfen nicht jede Methode anwenden Bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung dürfen die Prüfgremien nur solche Methoden anwenden, auf die sich Kassen und regionale KV vorher geeinigt haben. Das hat das Sozialgericht Berlin in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil bestimmt. Ein Zahnarzt hatte gegen einen Regressbescheid geklagt, weil die Prüfer seine Kosten lediglich mit dem Durchschnitt der Fachgruppe verglichen hatten. Das ist eine einfache Methode, allerdings war sie nicht zwischen den Selbstverwaltungspartnern abgesprochen. Den Einwand der Prüfer, dass die vereinbarte Methode – eine Prüfung von mindestens 100 repräsentativen Einzelfällen mit Hochrechnung – zu aufwändig sein, ließen die Richter nicht gelten. Der Medizinrechtler Torsten Münnch von der Kanzlei Dierks + Bohle, der den Kläger vertreten hatte, rät allen Ärzten, sich die Prüfvereinbarungen, die in jedem KV-Bezirk mit unterschiedlichen Inhalten existieren, genau anzusehen: „Gibt es da Lücken, steigen die Chancen, sich erfolgreich gegen Regresse zur Wehr zu setzen.“ ■chy ■ SG Berlin, Az.: S 79 KA 327/14 Chlamydien-Infektion ist keine Berufskrankheit Eine Sonderschulerzieherin ist hinsichtlich der Chlamydia pneumoniae keiner Infektionsgefahr ausgesetzt, die in besonderem Maße über dem Risiko in der Gesamtbevölkerung liegt. Daher ist nach einem aktuellen, rechtskräftigen Urteil des Hessischen Landessozialgerichts eine Berufskrankheit nicht anzuerkennen. Die Frau litt an Fieberschüben, Abgeschla genheit und gehäuften Infekten der Atemwege. Sie machte geltend, dass im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit eine ChlamydienInfektion eingetreten sei. Die Berufsgenossenschaft (BG) lehnte die Anerkennung als Berufskrankheit ab. Eine konkrete Infektionsquelle habe nicht nachgewiesen werden können. Jeder könne sich im täglichen Leben eine Chlamydien-Infektion zuziehen. Dem schlossen sich die Richter an. ■maw


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maw. Chlamydien-Infektion ist keine Berufskrankheit, MMW - Fortschritte der Medizin, 2015, 31-31, DOI: 10.1007/s15006-015-3651-8