Herrn Prof. Dr. med. Hanns Hofer zum Gedenken

Arthroskopie, Feb 2016

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Herrn Prof. Dr. med. Hanns Hofer zum Gedenken

Abb. Herrn Prof. Dr. med. Hanns Hofer zum Gedenken Karl P. Benedetto 0 1 0 Abteilung für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, Akademisches Lehrkrankenhaus Feldkirch , Feldkirch, Österreich 1 Prim. Univ.-Prof. Dr. K. P. Benedetto Abteilung für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie , Akademisches Lehrkrankenhaus Feldkirch Carinagasse 47, 6800 Feldkirch, Österreich - Herr Prof. Dr. Hanns Hofer (. Abb. 1) erblickte am 22. Jänner 1926 in Oberleutensdorf (Sudetenland) das Licht der Welt und verbrachte dort seine früheste Kindheit. 1940 übersiedelte er mit seinen Eltern nach Wien, wo er nach Abschluss seiner Gymnasialzeit an der Medizinischen Universität Wien das Studium zur gesamten Heilkunde aufnahm und ebendort im Juli 1951 zum Doktor med. promovierte. Umtriebig und fleißig wie in seinem ganzen Leben nahm er seine erste Tätigkeit als Hilfsarzt im Arbeitsunfallkrankenhaus Wien bei Herrn Professor Lorenz Böhler in der berühmten Webergasse auf. Anschließend übersiedelte er 1952 als Assistent an die Unfallchirurgie im Hanusch Krankenhaus Wien und absolvierte im folgenden Jahr das Gegenfach der Chirurgie in der Steiermark. Von 1955 bis 1959 war er anfänglich als unbezahlter Gastarzt an der Orthopädischen Klinik Wien unter der Leitung von Herrn Professor Chiari tätig bis er 1957 eine reguläre Ausbildungsstelle erhielt. Schon damals trieb es ihm in die weite Welt hinaus und mit einem Stipendium war er dann in München bei Herrn Professor Lange, in Heidelberg bei Herrn Professor Lindemann und in Berlin bei Herrn Professor A.N. Witt tätig. 1959 beendete er seine Ausbildung und wurde Facharzt für Orthopädie. Bereits im selben Jahr übersiedelte er nach Salzburg und begann dort mit dem Aufbau einer orthopädischen Ambulanz und Bettenstation an der ersten chirurgischen Abteilung. 1964 wurde er zum Primararzt an der neu gegründeten Orthopädie ernannt und leitete damals die erste orthopädische Abteilung in einem öffentlichen Krankenhaus in Österreich. Trotz dieser intensiven Tätigkeit nahm er sich Zeit für internationale Studienaufenthalte in Skandinavien, Polen und bei Professor Gschwend in Zürich. Durch seine vielfältige berufliche internationale Vernetzung war er in die Gründung des Arbeitskreises für Rheumaorthopädie involviert und hatte lange Zeit dessen Leitung im Rahmen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (DGOT) inne. Durch seine Bekanntschaft mit dem Unfallchirurgen Dr. Otto Wruhs entdeckte er sein Interesse für die Arthroskopie und führte diese als innovative Methode der Gelenkchirurgie an der orthopädischen Abteilung im Krankenhaus Salzburg ein. Schon damals hat Hannes Hofer erkannt, dass die Arthroskopie nicht nur ein röhrenförmiges Spielzeug für einige Sonderlinge, sondern eine Methode an sich ist, welche die Gelenkschirurgie in Diagnostik und Therapie signifikant verändern wird. 1970 kam es zur Gründung des Arbeitskreises für Arthroskopie in der DGOT, dessen Leitung er übernahm. Dieses Engagement führte logischerweise auch dazu, dass er ein führendes Gründungsmitglied der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Arthroskopie (AGA) in Zürich war. Auch war er der erste Tagungspräsident und Organisator des 1. Arthroskopie Kongresses in Salzburg. Sein zweites berufliches Steckenpferd war die Hüftchirurgie und die Endoprothetik. So war es naheliegend, dass er sich mit der Entwicklung der parabolen Titan-Schraubpfanne beschäftigte, welche bedingt durch das Flachgewinde nicht vorgeschnitten werden musste und im Gegensatz zu den üblichen Spitzgewinden nicht zu einer Verklemmung beim Eindrehen führte. Diese Schraubpfanne ist unter der Bezeichnung „Hofer-ImhofPfanne“ auf den Markt gekommen. Auch die Knochen-Raspel „der Specht“, verwendet zum Aufraspeln des Markraums am Oberschenkel bei der Implantation der Hüfte, geht auf Hanns Hofer zurück, wofür er 1990 den Innovationspreis der Schweizer Handelskammer erhielt. Herr Professor Dr. Hanns Hofer war Mitglied zahlreicher österreichischer Gesellschaften und Gründungsmitglied der verschiedenen deutschsprachigen wissenschaftlichen Vereinigungen. Aufgrund seines regen Engagements in der Klinik, in der Wissenschaft und in den verschiedenen Gesellschaften wurde er mit der Ehrenmitgliedschaft der österreichischen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, der Arbeitsgemeinschaft für Rheuma-Orthopädie, der deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie und der AGA-Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (gegründet als AGADeutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Arthroskopie) ausgezeichnet. Des Weiteren war er lange Zeit Herausgeber der Buchreihe: Fortschritte in der Arthroskopie. Diese Schriftreihe war die Vorstufe zur Entwicklung unserer heutigen Zeitschrift für Arthroskopie. Herr Professor Dr. Hanns Hofer war stets ein seinen Patienten zugewandter Arzt, der seinen Beruf mit Leidenschaft ausübte. Er war ein umtriebiger Organisator von wissenschaftlichen Veranstaltungen und ist noch immer ein Mann, der aufgrund seines natürlichen Wesens Leute zusammenbringt – denn Kommunikation auf allen Ebenen war ihm stets wichtig. Unvergessen für mich, der Herrn Hanns Hofer nun seit 40 Jahren begleiten darf, waren seine Damenreden im Rahmen des Essens nach der Schlacht beim jährlichen Kongress der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Arthroskopie. Mit tiefer Betroffenheit musste ich am 21. Jänner 2016 die Nachricht von Frau Ursula Hofer entgegennehmen, dass Herr Prof. Dr. Hanns Hofer in der Nacht vom 20. auf 21. Jänner 2016 verstorben ist und es ihm nicht mehr gegönnt war, seinen 90. Geburtstag im Kreise seiner Familie zu feiern. Unser Beileid gilt seiner Frau Ursula, die ihn oft auf seinen Kongressreisen begleitet hat und die viele von uns kennen sowie seinen beiden Söhnen. Wir alle haben mit Herrn Prof. Dr. Hanns Hofer einen Pionier der Arthroskopie, einen innovativen Forschergeist der Orthopädie, einen wahren Freund und einen Arzt aus Leidenschaft verloren, der stets um das Wohl seiner Patienten bemüht war. Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl P. Benedetto Feldkirch, 22. Jänner 2016 Korrespondenzadresse Interessenkonflikt. K.P. Benedetto gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) startet unter dem Leitsatz „Gemeinsam klug Entscheiden“ eine Qualitätsoffensive. Unter dem Motto „Sinnvolle Medizin in einem Hochleistungsgesundheitssystem“ soll auf häufige Versorgungsprobleme aufmerksam gemacht und Empfehlungen zu ihrer Behebung angeboten werden. Dabei sollen Ärzte Gewohntes hinterfragen, das vielleicht nicht immer das Beste für den jeweiligen Patienten ist. Zur Kunst des Tuns oder Lassens gehöre zudem immer das persönliche Gespräch und die gemeinsame Entscheidung von Arzt und Patient. Im Frühjahr 2015 hat die AWMF eine Ad-hoc-Kommission eingesetzt, die jetzt das methodische Vorgehen entwickelt und testet. Die Initiative soll auch eine Antwort auf die zunehmende marktwirtschaftliche Orientierung des Gesundheitssystems sein. Ziel sei es allerdings nicht, einige Leistungen nicht mehr zu finanzieren, sondern allein eine individuellere Medizin, betont die AWMF. Ärzte würden sich zunehmend genötigt gesehen, wirtschaftlich zu handeln. Belohnt werde der Arzt, der viel Konkretes unternimmt, und nicht derjenige, der sich seinen Patienten in einem längeren Gespräch widmet. Man brauche jetzt jedoch „mehr Arzt und weniger Medizin“. Es gehe darum zu erkennen, wo man mit Leitlinien allein nicht weiterkommt. Mit der Initiative sollen Ärzte und Patienten ferner gezielter informiert werden. Neue Initiative der AWMF


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Herrn Prof. Dr. med. Hanns Hofer zum Gedenken, Arthroskopie, 2016, 1-2, DOI: 10.1007/s00142-016-0063-4