Der Verantwortung gerecht werden

ATZelektronik, Apr 2016

Prof. Dr.-Ing. Konrad Reif

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Der Verantwortung gerecht werden

Der Ver an t wor tung gerech t werden W B H D | s o o J tr e b r e H © - Begabte, gut ausgebildete und motivierte junge Menschen sind entscheidend, um unsere Gesellschaft voranzubringen. Ebenso sind solche Menschen notwendig, um die Erfolge unserer Wirtschaft zu sichern. Sehr wahrscheinlich sind sie die entscheidenden Ressourcen der Zukunft. Die Hochschulen tragen dabei eine große Verantwortung, um die jungen Menschen auf den richtigen Weg zu führen. Es ist ebenso Aufgabe der Hochschulen, die Absolventen optimal auf das Berufsleben vorzubereiten. Die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten dafür haben sich leider nicht verbessert. Durch G12 und durch den Wegfall der Wehrpflicht beginnen die Schulabsolventen 18 bis 24 Monate früher mit ihrem Studium. Dies sind im Leben eines jungen Menschen entscheidende Monate, in denen eine fachliche und berufliche Orientierung stattfindet. Das spüren meine Kollegen und ich im Hochschulalltag. In manchen Fällen sind die jungen Menschen nicht weit genug entwickelt, um ihr Studium gut zu bewältigen. Ein Abbruch des Studiums hat häufig nicht nur fachliche, sondern auch persönliche Gründe. Auch in den Unternehmen sind die erschwerten Bedingungen spürbar. Vor Jahren haben sich viele Firmen noch darüber beschwert, dass die Hochschulabsolventen zu alt seien. Hingegen sind viele heutige Absolventen oftmals sehr jung und in einigen Fällen in ihrer persönlichen Entwicklung für die vollumfänglichen Anforderungen im harten Berufsleben noch nicht reif genug. In diesem Zusammenhang möchte ich appellieren: Das Studium muss auch für Nachwuchskräfte Ende 20 und Anfang 30 offen sein! Die Politik, die Wirtschaft und die Hochschulen sind in diesem Zusammenhang und darüber hinaus gemeinsam gefordert, dies zu ermöglichen und die Interessenten dazu zu ermuntern. Politiker sollten genügend finanzielle Mittel für die Hochschulen bereitstellen. Unternehmen können Rahmenbedingungen schaffen, das zu ermöglichen. Die praxisbezogene wissenschaftliche Ausbildung sichert schließlich die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes. Die Industrie ist gefordert, sich noch stärker mit in der Ausbildung zu engagieren, finanziell und mit öffentlichkeitswirksamen Auftritten. Es wird schon viel getan, das ist jedoch noch nicht genug, um auch in Zukunft sehr gut bestehen zu können. Die Hochschulen sind gefragt, die wichtigen Berufsbilder aus der Industrie aufzugreifen und die Ausbildung danach auszurichten. Hier gilt es, mit der Automobilindustrie, die sich in einem schnellen Wandel befindet, eng zusammenzuarbeiten. Die genannten Rahmenbedingungen werden Ihnen bekannt sein. Manche mögen einwenden, dass wir schon gut genug sind, und auf das hohe Niveau deutscher Hochschulen im internationalen Vergleich hinweisen. Wenn wir jedoch stehen bleiben, werden wir von den anderen überholt. Das praxisnahe Wissen und die gute Ausbildung zählen derzeit zu unseren größten Stärken. Lassen Sie uns dieses Thema mit vereinten Kräften konsequent weiterverfolgen, um unsere Stärken für die Zukunft zu sichern.


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Prof. Dr.-Ing. Konrad Reif. Der Verantwortung gerecht werden, ATZelektronik, 2016, 80, DOI: 10.1007/s35658-016-0014-x