„Rollende Arztpraxis“ für Flüchtlinge

CME, May 2016

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„Rollende Arztpraxis“ für Flüchtlinge

DGIM-Kongress Neues Impfkonzept für Asylsuchende Claudia Daniels Redakteurin Hautkrankheiten gehören zu den häu gsten Anlässen ärztlicher Untersuchungen bei Migranten, sagte Prof. Dr. Esther von Stebut-Borschitz, Mainz. „Fast die Hälˆe der Asylsuchenden kommt aus Ländern, in denen die kutane Leishmaniose endemisch ist, nämlich Syrien, Afghanistan, Irak und Pakistan“, so die Dermatologin. Die Protozoen werden durch Sandmücken übertragen, die Inkubationszeiten betragen Wochen bis Monate. Der Verlauf hänge vom Erreger und dem Immunstatus der Patienten ab. Rote Papeln, die sich zu Plaques oder Knoten entwickeln, ulzerieren und sich bakteriell in zieren können, seien Symptome. (nsi) Im Mai wurden die Preise für Gesundheit-s netzwerker verliehen. Der erste Preis geht an das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg für seine „Rollende Arztpraxis“ zur Versorgung von Flüchtlingen auf dem Land. Schwachstellen in der medizinischen Versorgung von Asylbewerbern und Schutzsuchenden zu verbessern, sei das Ziel. „Der einrichtungsübergreifende Ansatz in der Versorgung von Flüchtlingen ist ebenso innovativ wie die Nutzung einer mobilen Praxis in diesem Kontext“, erläutert SchaichWalch die Jurybegründung. „Es handelt sich um einen langfristigen Versorgungsansatz, der auch akut für Sondersituationen eingesetzt werden kann.“ (maw) Mykobakterien sind die Erreger der Tbc - Das Gesundheitsamt Reutlingen entwickelte ein Konzept, um Asylbewerbern im Landkreis den Zugang zu Schutzimpfungen zu erleichtern. Dieses Impfkonzept beinhaltet die Bereitstellung von Impfstošen und anderen Materialien durch das Gesundheitsamt sowie die Kooperation mit der Kreisärzteschaˆ. Um die ersten Erfolge zu überprüfen, wurde die Anzahl der von Ärzten aus eigener Initiative durchgeführten Impfungen mit den Impfungen verglichen, die im Rahmen des Konzepts durchgeführt wurden. Insgesamt erhielten 642 (28%) der 2256 Asylsuchenden mindestens eine Impfung, wobei 571 (89%) der Geimpˆen im Rahmen des neu entwickelten Impfkonzepts geimpˆ wurden. In Unterkünften, die bisher nicht in das neue Konzept eingeschlossen wurden, betrug die Impfquote nur etwa 6%, in den eingeschlossenen Unterkünˆen bis zu 58%. Das Konzept zeigt damit erste Erfolge, dennoch sind weitere Verbesserungen wie z.B. eine stabsmäßige Planung und Koordinierung des Projektes notwendig. (red) Bundesgesundheitsblatt 2016/5 Auch Flüchtlinge haben die Grippe Die Daten größerer Einrichtungen und eine Umfrage unter DGIM-Mitgliedern weisen darauf hin: Migranten haben häug dieselben akuten Erkrankungen wie die einheimische Bevölkerung: Grippe, Erkältung Windpocken. Hinzu kommen gastrointestinale Infektionskrankheiten durch Noroviren, Salmonellen, Shigellen oder Campylobacter. Probleme bereiten in Erstaufnahmeunterkünˆen Skabies (Krätze) und das Läuserückfall eber. „Ärzte müssen mit allen Erkrankungen rechnen, die deutsche Patienten auch bekommen“, sagt Dr. August Stich, Tropenmediziner von der Missionsärztlichen Klinik Würzburg. Und sie müssten an seltene Erkrankungen denken, z.B. aufgrund von Mangelernährung und Hypovitaminosen sowie an Hämoglobinopathien und übertragbare Erkrankungen. Hinzu kämen häu g Traumata und posttraumatische Belastungsstörungen. „Dringend notwendig sind jetzt eine individuelle medizinische Versorgung der Migranten und eine systematische Erfassung ihrer Erkrankungen und des —erapieverlaufs“, so Stich. (nsi) Leishmaniose könnte häufiger werden „Rollende Arztpraxis“ Fingerspitzengefühl für Flüchtlinge gefragt! Vormarsch der Tuberkulose Die Tuberkulosezahlen in Deutschland steigen. Lagen die Inzidenzen ab 2009/2010 zwischen 5,2 und 5,6 pro 100.000 Einwohner, könnte die Rate für das vergangene Jahr bei 7 pro 100.000 liegen. Bundesweit waren dem Robert Koch-Institut in Berlin 4533 Tuberkulosen im Jahr 2014 gemeldet worden, das sind circa 200 mehr als im Jahr zuvor. Der Trend nach oben setzte sich dann im letzten Jahr mit 5865 Erkrankungen fort. „Es ist klar, dass der Anstieg auch auf die aktuellen Migrationsbewegungen zurückzuführen ist“, sagte Dr. Stefan Schmiedel, Hamburg-Eppendorf. Dennoch: Flüchtlinge in Deutschland seien keine wesentliche Gefährdung für die Bevölkerung in Deutschland, das gelte auch für die Tuberkulose. (nsi) Robert Koch Institut (RKI); Epid Bulletin 10 /11; 2016 .


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maw. „Rollende Arztpraxis“ für Flüchtlinge, CME, 2016, 3-3, DOI: 10.1007/s11298-016-5704-4