CED-Nurse — neue Pflege-Ausbildung

ProCare, Jun 2016

Springer Vienna

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CED-Nurse — neue Pflege-Ausbildung

CED-Nurse - neue Pflege-Ausbildung Ausbildungscurriculum CED-Nursing ■ ■ Aufklärung und Information bei der Vor- und Nachbereitung des Arztgesprächs ■ ■ Koordinations-Funktion innerhalb der Versorgungseinrichtung ■ ■ Organisation von Zusatzangeboten unter festgelegter Abklärung des Bedarfs wie Patientenschulungen, OP-Vor-/Nachbereitung, Stomaberatung, Diätologie, psychologische Betreuung etc. - aktuell Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) leiden an einer stark eingeschränkten Lebensqualität. Sie benötigen vielfältige Hilfestellungen und vor allem Zeit und Vertrauen in der Betreuung. P egekräfte sind oft ihre wichtigsten Ansprechpartner. Eine neue Ausbildung zur CED-Nurse soll ab dem kommenden Jahr das nötige Rüstzeug dafür zur Verfügung stellen. Schon der Weg zur Diagnose ist für Betroffene in der Mehrzahl lange und kann bis zu Jahre dauern, denn die Symptome sind meist di us. Die Diagnose „chronisch entzündliche Darmerkrankung“ selbst bedeutet schließlich eine gravierende Verunsicherung. Pro Jahr erkranken in Österreich etwa 1500 Personen neu an einer CED, die Betro enen sind bei Diagnosestellung meist noch recht jung – zwischen 18 und 45 Jahren. Eine Heilung ist derzeit nicht in Sicht, wie Univ.-Prof. Dr. Harald Vogelsang, Leiter der CED-Ambulanz am AKH Wien und medizinisch-wissenschaftlicher Beirat von CED-Nursing Austria, bei der Präsentation der neuen Ausbildung Anfang Mai in Wien feststellte. Allerdings wurden in der medikamentösen erapie in den vergangenen Jahren entscheidende Fortschritte erzielt. Lebensstilmodi kationen mit Stressvermeidung, körperliche Aktivität, Nikotinvermeidung und Ernährungsaspekte können den Verlauf der Krankheit ebenfalls beein ussen. Um die Krankheit bestmöglich zu kontrollieren, ist zunächst die möglichst frühe Diagnose für eine früh einsetzende erapie nötig, gefolgt von einer bestmöglichen Compliance mit erapie und Lebensstilempfehlungen. „Der Großteil der Patienten be ndet sich in Remission“, stellte Vogelsang fest: „Wenn das Netzwerk optimal funktioniert, kann man einiges machen.“ Dazu müssen Hausärzte, versierte Gastroenterologen und Spezialambulanzen zusammenarbeiten. Dazu benötigen die Patienten aber auch Kontrolle, Ratschläge und Erreichbarkeit, für die Ärzte nicht immer ausreichend zur Verfügung stehen. Vorbilder in USA und Europa P egepersonen stellen auch hier kompetente Partner dar. Eine Entwicklung, die nur in Österreich neu ist, wie Vogelsang feststellte, in den USA, den Niederlanden und den skandinavischen Ländern gebe es speziell ausgebildete CED P egepersonen bereits länger. Gerade bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen mit einer komplexen Symptomatik und einer ebenso komplexen erapie sei es wichtig, die Krankheit zu „managen“ – dazu benötigen P egekräfte entsprechendes Fachwissen. „Die Aufgaben von CED-P egepersonen gehen über die herkömmlichen Anforderungen einer Diplomp egeperson weit hinaus“, stellte Anita Beyer, DGKS, Präsidentin des Vereins CED-Nursing Austria und CEDNurse in der CED-Ambulanz am AKHWien, fest. Die Lebensumstände der Betro enen müssen miteinbezogen werden: Partnerschaft, Schwangerschaft, Komorbiditäten, Ernährung, psychische Belastungen usw. Die Ausbildung zur CED-Nurse stützt sich auf langjährige positive und leitliniengestützte Evidenz. Die international renommierteste Leitlinieninstanz ECCO (European Crohn’s & Colitis Organisation) führt eine eigene Organisationseinheit für P egekräfte – N-ECCO – , in der die wesentlichsten CED-Nursing Versorgungstandards festgelegt und weiterentwickelt werden, wie Beyer berichtete. Ab 2017 soll das Ausbildungscurriculum mit etwa 180 Stunden plus einem Praktikum in Österreich im Rahmen von bestehenden Fortbildungsakademien angeboten werden. Mit dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) und dem Land Steiermark gibt es bereits Verhandlungen. Für Wien liegt übrigens ein interdisziplinäres Versorgungskonzept mit niedergelassenen Ärzte, Spezialisten und CED-Nurses vor, berichtete Vogelsang. Untersuchungen zeigen, dass die Patienten in einem derartigen Konzept weniger Komplikationen und weniger Spitalsaufenthalte haben und dadurch weniger Kosten anfallen. „Das müsste auch mit dem KAV-Konzept zusammenpassen, die Spitalsambulanzen zu entlasten“, so Vogelsang. n Kernaufgaben Kernbereiche der Module des Curriculums ■ ■ Kommunikation & Gespräch ■ ■ Wahrnehmung und Motivation ■ ■ Psychosoziale Faktoren ■ ■ Krankheitsbilder & Diagnostik ■ ■ Therapie bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ■ ■ Chirurgie bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ■ ■ Impfungen und umfassende Patientenbegleitung ■ ■ Schwangerschaft und Stillzeit ■ ■ Compliance und Krankheitsmanagement ■ ■ Ernährung ■ ■ Sozialrechtliche Fragestellungen ■ ■ Allgemeines/Studien/Management ■ ■ Benachbarte gastroenterologische/internistische Krankheitsbilder


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Springer Vienna. CED-Nurse — neue Pflege-Ausbildung, ProCare, 2016, 4, DOI: 10.1007/s00735-016-0642-7