Der ist wohl vom wilden Schaf gebissen

MMW - Fortschritte der Medizin, Jun 2016

PD Dr. med. habil. Thomas Jansen

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Der ist wohl vom wilden Schaf gebissen

MMW Fortschritte der Medizin Der ist wohl vom wilden Schaf gebissen 0 Ÿ PD Dr. med. habil. Thomas Jansen Höntroper Str. 102, D-44869 Bochum 1 Stellen Sie uns Ihren Fall vor. Bei Veröffentlichung erhalten Sie Knoten, die sich im weiteren Verlauf zentral erosiv verändern. BetroŒen sind meist der Unterarm oder die Hand, selten auch das Gesicht. Gelegentlich besteht Juckreiz, Schmerzen hingegen gehören nicht zum Krankheitsbild. Eine Lymphangitis kommt als Komplikation vor. Entscheidend für die Diagnosestellung ist eine sorgfältige Anamnese bezüglich eines Kontakts mit erkrankten Tieren. Der Erregernachweis gelingt am besten durch den Nachweis spezi scher DNA mittels Polymerasekettenreaktion, während der kulturelle Virusnachweis schwierig und zeitaufwendig ist. Der serologische Nachweis von Antikörpern ist wenig aussagekrä›ig. Die oeerapie ist symptomatisch, da es sich um eine selbstlimitierte Erkrankung mit spontaner, narbenloser Abheilung innerhalb von wenigen Wochen handelt. Auf bakterielle Superinfektionen ist zu achten. Nach durchgemachter Infektion besteht meist eine lebenslange Immunität. ■ Indolenter; derber; nässender Knoten am Zeige nger - _ Bei einem 48-jährigen, allgemein gesunden Patienten, der dem Beruf des Schäfers nachgeht, war vor etwa zwei Wochen eine symptomlose Hautveränderung am rechten Zeige nger aufgetreten, die in kurzer Zeit deutlich an Größe zugenommen hat. Das Allgemeinbe nden des Patienten war nicht beeinträchtigt. Bei der klinischen Untersuchung fand sich ein im Durchmesser etwa 1 cm großer, indolenter, derber, nässender, rötlicher, papillomatös wachsender Knoten über dem lateralen Endgelenk des rechten Zeige ngers. Der regionale Lymphknotenstatus war palpatorisch unauŒällig. Die Diagnose lautete Ecthyma contagiosum, auch Orf genannt. Diese virale Infektion wird durch direkten Kontakt mit in zierten Schafen oder Ziegen oder indirekt durch kontaminierte Gegenstände oder Fleisch auf den Menschen übertragen. Ein erhöhtes Expositionsrisiko haben Schäfer, Landwirte und Tierärzte, wobei die Infektion in diesen Berufsgruppen als Berufskrankheit gilt. Der Erreger ist das Orf-Virus (Parapoxvi rus ovis), das zur Gattung Parapoxvirus innerhalb der Pockenviren zählt. Nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen bis sechs Wochen entwickeln sich ein oder mehrere rötlich-livide


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PD Dr. med. habil. Thomas Jansen. Der ist wohl vom wilden Schaf gebissen, MMW - Fortschritte der Medizin, 2016, 7, DOI: 10.1007/s15006-016-8403-x