Frustration der Führungskräfte

ProCare, Jun 2016

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Frustration der Führungskräfte

Quelle: Pressekonferenz des ÖGKV zum „Pflege-Führungs-Barometer“ Frustration der Führungskräfte 0 Als wichtigste Herausforderungen in der Führungsarbeit nennen Betro ene den 1 Quantität und Qualität bereiten Sorge - Führungskräfte in der P ege beein ussen mit ihren Kompetenzen die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter ebenso wie die gute Zusammenarbeit mit Ärzten und den anderen Gesundheitsberufen. Jedoch: Die Komplexität der Aufgaben und der wirtschaftliche Druck steigen – die Rahmenbedingungen bleiben unverändert. Die kürzlich verö entlichten Ergebnisse des „P egeFührungskräfte-Barometers“ zeigen – wenig überraschend – Überlastung und Unzufriedenheit, aber auch Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Unterstützung. procare Personalnotstand und die Quali kation des Personals, berichtete Mag. Alexander Engelmann, Leiter der Befragung und Auswertung, was besonders stark bei den unter 40-Jährigen empfunden wird. Ähnlich problematisch wird die zunehmende Multikulturalität innerhalb der Belegschaft als auch unter den Patienten gesehen. Schließlich sind die Altersunterschiede innerhalb der P egeteams eine zentrale Herausforderung für Führungskräfte in der P ege, ebenso wie die immer älteren und multimorbiden Patienten. Als besonders belastend gaben die Befragten die Vielzahl an laufenden Veränderungsprojekten und die ökonomischen Rahmenbedingungen an, sowie die häuge Übernahme von ärztlichen Tätigkeiten. Die Führungsarbeit an sich oder auch die Arbeit mit den Patienten belastet P ege-Führungskräfte dagegen nicht so stark. Als Unterstützung zur Bewältigung von Kon ikten, von Stress und in der Teamentwicklung wünschen sich die Befragten vor allem individuelle Coachings und Trainings. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten im Sinne der „Selbstwirksamkeitserwartung“ ist jedenfalls groß und erreicht bei den älteren Teilnehmern einen sehr hohen Wert mit 5,26 von 6,00 möglichen Punkten. Auch das Verhältnis innerhalb der Teams wird als positiv bewertet. Spannungen aufgrund unterschiedlicher kultureller Herkunft gibt es demnach wenige, allerdings zeigt sich ein Generationenkon ikt mit Spannungen zwischen den Altersgruppen. Der eigene Handlungsund Gestaltungsspielraum wird als niedrig eingeschätzt, allgemein fühlen sich P egeführungskräfte bei wichtigen Entscheidungen nicht genug miteinbezogen, erklärte Engelmann. An den Hebeln der Wirtschaftlichkeit „Es ist höchste Zeit, den Fokus und die Aufmerksamkeit auf jene Berufsgruppe zu konzentrieren, die bei den derzeitigen Veränderungen und Mangelerscheinungen im ärztlichen Bereich die Krankenhausstrukturen und Abläufe mit ihrem Engagement und ihren Kompetenzen sicherstellt“, stellte Mag. Karl Schwaiger, Vorsitzender der ANDA – Vereinigung der P egedirektoren Österreichs, den Zusammenhang klar: „Führungskräfte der P ege sitzen an den Hebeln der Wirtschaftlichkeit!“ Aus der Sicht der Führungskräfte gibt es daher vier Ansatzpunkte, um die Aufgaben auch zukünftig bewältigen zu können: Eine adäquate Personalausstattung, die Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen in der Gestaltung von Arbeitsprozessen, die Stärkung und Weiterentwicklung der Führungskompetenzen und Kon iktfähigkeit und die Unterstützung bei generationengerechtem Führen und im Zusammenhang mit der Multikulturalität der Teams und der Patienten. „Wir müssen uns vor allem um die unter 40-Jährigen kümmern,“, so Schwaiger, „damit sie hineinwachsen in ihre Aufgaben und wir brauchen Klarheit in den Aufgaben mit Freistellungen für Führungsaufgaben in der P ege.“ Die GuKG-Novelle lässt weiter auf sich warten Notwendige Unterstützung erwartet man sich auch durch die Novellierung des Gesundheits- und Krankenp egegesetzes, dessen Beschlussfassung allerdings seit Monaten hinausgeschoben wird. Hier sollten die tertiäre Ausbildung, die gesetzliche Handlungsgrundlage für den Versorgungsauftrag entsprechend der Ausbildung und schließlich die Berufsliste enthalten sein. „Das gehobene P egepersonal ist bereit“, konstatierte Frohner und stellte gemeinsam mit Schwaiger fest: „P ege ist kein Kostenfaktor, sondern ein Leistungsfaktor!“ n SpringerMedizin.at Weitere Informationen unter: www.SpringerMedizin.at/


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Frustration der Führungskräfte, ProCare, 2016, 23, DOI: 10.1007/s00735-016-0645-4