Zu langsame Therapieeskalation erhöht Infarkt- und Insult-Risiken drastisch

MMW - Fortschritte der Medizin, Oct 2016

Dr. Dirk Einecke

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Zu langsame Therapieeskalation erhöht Infarkt- und Insult-Risiken drastisch

MMW Fortschritte der Medizin Zu langsame Therapieeskalation erhöht Infarkt- und Insult-Risiken drastisch Typ- -Diabetes _ Was ist schlimmer für den Diabeti- ker: Der plötzliche Herztod in Jahren oder ein kontinuierliches mikrovaskulä- res Desaster mit Impotenz Abnahme der Sehkra£ Gangunsicherheit reduzierter Belastbarkeit und chroni- schen neuropathischen Schmerzen? Mit dieser rhetorischen Frage wollte Dirk Müller-Wieland Hamburg ins Gedächtnis rufen dass mikrovasku- läre Diabeteskomplikationen die Le- bensqualität o£ über lange Zeit stark beeinträchtigen können. Auch korrelie- re die Qualität der Blutzuckereinstellung schon mittelfristig mit diesen Kompli- kationen. Ein Vorteil hinsichtlich ma- krovaskulärer Komplikationen stelle sich hingegen o£ erst langfristig ein. - Müller-Wieland empfahl eine proaktive und keine reaktive Intensivierung der antidiabetischen «erapie. Wenn immer erst dann reagiert werde, wenn die Blutzuckerwerte bereits eine Weile deutlich zu hoch liegen, riskiere der Patient frühzeitig beides – mikro- und makrovaskuläre Katastrophen. Als Beleg zitierte er eine retrospektive Studie mit 105.477 neu diagnostizierten Typ-2-Diabetikern [Paul SK et al. Cardiovasc Diabetol. 2015;14:100]. Verglichen wurden Patienten, deren HbA1cWert in den ersten zwei Jahren konstant über 7,5% lag, mit frühzeitig gut eingestellten Patienten (HbA1c-Wert < 7%). Die Autoren errechneten Risikoerhöhungen von 80% für Herzinfarkte, 50% für Schlaganfälle und 63% für Herzinsu·zienz für jedes Jahr, in dem die not wendige «erapieintensivierung verschlafen wurde. Vor allem bei relativ jungen Typ2-Diabetikern sei eine stra•e und sichere HbA1c-Kontrolle wichtig. „Ich empfehle Lebensstilmaßnahmen plus Metformin und als nächste Eskalationsstufen DPP-4-Hemmer (z.B. Januvia®) und/ oder SGLT-2-Hemmer“, so Müller-Wieland. Mit diesen Medikamenten nimmt der Patient nicht zu und minimiert sein Hypoglykämierisiko. ■ Dr. Dirk Einecke ■ Symposium „Mikro- und makrovaskuläre Folgeschäden vermeiden – evidenzbasierte Therapie für Ihre Patienten mit Typ2-Diabetes“, 51. Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft; Berlin, Mai 2016 (Veranstalter: MSD) Grippeimpfung _ „In uenza ist eine Systemerkran kung“, sagte Prof. Barbara Gärtner, Homburg. In uenza erhöhe das Risiko für Schlaganfall, Pneumonie, Herzinfarkt sowie Myokarditis und verschlimmere Erkrankungen wie COPD und Asthma und die chronische Herzkrankheit. Gerade bei älteren Menschen, die häuˆg unter einer oder mehrerer dieser Vorerkrankungen leiden, komme es dann zu einem schlimmeren Verlauf, zur Hospitalisation und zu erhöhter Sterblichkeit. Je älter die Menschen, desto niedriger sind aber die Antikörpertiter nach einer Impfung, erläuterte Gärtner. Das Schlüsselwort dazu heiße Immunseneszenz. Um den altersbedingten Veränderungen des Immunsystems Rechnung zu tragen, wurde bereits vor etwa 20 Jahren mit Fluad® ein spezieller Impfsto• entwickelt. Der Impfsto• enthält einen Wirkverstärker, der die Immunantwort verbessern kann. „Dadurch kommen deutlich mehr Makrophagen an den Ort der Impfung“, so Dr. Petra Sandow, Berlin. Mehr Makrophagen bedeuten mehr Antigen-präsentierende Zellen, und im Ende•ekt mehr Antikörper. Diese Antikörper setzen sich dann an das Hämagglutinin der Viren. Belegt wurde die Wirksamkeit des Impfsto•s unter anderem in der LIVEStudie mit über 170.000 mindestens 65-Jährigen in Norditalien in der jeweiligen Grippesaison der Jahre 2006–2009. Bei mit Fluad® Geimp£en lag die Rate an In uenza-bedingten Krankenhauseinweisungen im Vergleich mit einem herkömmlichen trivalenten Impfsto• um 25% niedriger. Die Studienergebnisse wurden auch vom Paul-Ehr lich-Insitut anerkannt und sind seit diesem Jahr in die Fachinformation von Fluad® aufgenommen. ■ Christine Ott ■ Pressekonferenz „Fluad® – ein besonderer Impfsto für einen besonderen Lebensabschnitt“; Frankfurt a. M., August 2016 (Veranstalter Sequirus)


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Dr. Dirk Einecke. Zu langsame Therapieeskalation erhöht Infarkt- und Insult-Risiken drastisch, MMW - Fortschritte der Medizin, 2016, 71, DOI: 10.1007/s15006-016-8784-x