Übergewicht erhöht Risiko für Atemwegserkrankungen

Pneumo News, Sep 2016

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Übergewicht erhöht Risiko für Atemwegserkrankungen

Übergewicht erhöht Risiko für Atemwegserkrankungen Asthma Schlafapnoe Zu viele Kilos gehen mit einer chronischen niedrigschwelligen systemischen Entzündung einher und sind auch Risikofaktoren für Atemwegserkrankungen. Asthma bronchiale Adipöse Menschen haben ein höheres Risiko, Asthma bronchiale zu entwickeln. Außerdem können Übergewicht und Fettleibigkeit ein bestehendes Asthma verschlimmern. O'enbar senden Fettzellen ein Signal aus, das die Lungenfunktion beeinträchtigt. Inzidenz und Prävalenz von Adipositas und übergewichtsassoziiertem Asthma bronchiale steigen daher dramatisch, so Prof. El-i sabeth Bel von der Universität Amsterdam beim Kongress der europäischen Pneumologengesellscha- (ERS) 2016. Übergewichtsassoziiertes Asthma kann sowohl als atopisches „early onset“ Asthma als auch als nicht atopisches und nicht eosinophiles „late onset“ Asthma au-reten. Diese Form ist meist resistent gegen Kortikosteroide und bessert sich bei Gewichtsabnahme. Insbesondere bei adipösen Frauen ist die Prävalenz von Asthma hoch. Übergewichtsassoziiertes Asthma bei Frauen gilt als eigener Phänotyp. Übergewichtsassoziiertes Asthma wird nicht durch eosinophile bzw. neutrophile Entzündung oder oxidativen Stress verursacht, sondern ist vielmehr die Konsequenz mechanischer Faktoren, die das Atemwegssystem belasten, etwa das Atmen mit verringertem Lungenvolumen und die mechanische Einengung der peripheren Atemwege. Dabei spielt möglicherweise auch eine reduzierte Verfügbarkeit von Sticksto'monoxid (NO) eine Rolle. Tatsächlich zeigten Mausmodelle, dass abnorm hohes Gewicht zu einer Verengung der Bronchien und einer reduzierten Lungenfunktion führt. Adipositas hat Konsequenzen für die Asthmatherapie, sagte Bel. Fettleibige Asthmapatienten ohne Nachweis einer eosinophilen Entzündung sollten nicht mit Kortikosteroiden behandelt werden. Dagegen sind Bronchodilatatoren (außer SABA) zu empfehlen. ¥erapie der Wahl ist aber eine drastische Gewichtsreduktion, auch durch eine bariatrische Operation. - Insbesondere in industrialisierten Ländern nimmt Adipositas pandemisch zu, die Prävalenz hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Die WHO schätzt, dass weltweit mehr als eine Milliarde Menschen übergewichtig sind (BMI ≥ 25 kg/m²), davon rund 300 Millionen adipös (BMI ≥ 30 kg/m²). Apnoe? Puppen wie diese beim ERS-Kongress erlauben die Demonstration von Beatmungsdevices. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung Ein hoher BMI erhöht nicht nur das generelle Mortalitätsrisiko, sondern ist auch speziell für eine erhöhte Sterblichkeit bei COPD mit verantwortlich, so Dr. Miguel Divo, Brigham and Women's Hospital Boston/USA. Übergewicht liegt mit hoher Prävalenz bei COPD-Patienten vor und erhöht das Risiko für einen negativen Outcome. Während man früher dachte, dass allein ein niedriger BMI mit einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert ist (etwa bei der eher untergewichtigen Gruppe mit ausgeprägtem Lungenemphysem („Pink Pu‘er“), gilt Übergewicht heute bei der übergewichtige Untergruppe („Blue Bloater“) als wichtiger Teil des Komorbidioms. Wie die Arbeitsgruppe um Divo in einer Untersuchung festgestellt hat, ist der BMI-Wert ein Krankheitsmodulator der COPD, der einen Ein©uss auf den Phänotyp, die Mechanismen des Atemwegssystems sowie auf die systemische In©ammation und ihre Biomarker hat. Die Arbeitsgruppe kommt zu dem Schluss, dass wenige Komorbiditäten signiªkant mit dem Sterblichkeitsrisiko bei untergewichtigen COPD-Patienten assoziiert sind, dagegen aber viele bei hohem BMI. Komorbiditäten wie kardiovaskuläre Erkrankungen, Muskelatrophie oder metabolisches Syndrom spielen eine maßgebliche Rolle für die Sterblichkeit von COPD-Patienten, die nur in vergleichsweise wenigen Fällen an pulmonaler Insu«zienz sterben. Dagmar Jäger-Becker


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Übergewicht erhöht Risiko für Atemwegserkrankungen, Pneumo News, 2016, 67, DOI: 10.1007/s15033-016-0504-9