VTE: Neuer Score zeigt an, wer keine Langzeit-Antikoagulation benötigt

CardioVasc, Sep 2016

Dr. med. Dirk Einecke

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VTE: Neuer Score zeigt an, wer keine Langzeit-Antikoagulation benötigt

CARDIOVASC VTE: Neuer Score zeigt an, wer keine Langzeit-Antikoagulation benötigt - ach einer ersten Episode einer venösen romboembolie (VTE), für die kein Auslöser identiziert wird, lautet die Leitlinien-Empfehlung langfristig Antikoagulation. Dies scheint zumindest für einen Teil der Patienten eine Übertherapie darzustellen. Mithilfe der sog. HERDOO2-Regel, die vier wesentlichen Risikofaktoren erfasst, können Patientinnen mit niedrigem Risiko identiziert werden, die auf die Antikoagulation verzichten können. Für Männer ist die Regel jedoch nicht anwendbar. Bei den vier Risikofaktoren handelt es sich um: 1. Hyperpigmentation, Ödem oder Rö tung in einem Bein, 2. D-Dimer >150 μg/ml unter Antiko agulation, 3.Adipositas mit einem BMI > 30 kg/m2 4.Alter über 65 Jahre, Die ersten Buchstaben der englischen Übersetzung dieser Faktoren ergeben das bizarre Wort HERDOO. In der REVERSE II-Studie wurde international multizentrisch bei 2.779 Patienten mit erster nicht-provozierter VTE überprü¡, ob sich mithilfe der HERDOO2-Regel Frauen identizieren lassen, die ein jährliches Rezidiv-Risiko von unter 5 % aufweisen und die Antikoagulation daher beenden können. Wie die Autoren um Dr. Marc Roger, Universitätsklinik in Ottawa, beim ESC berichteten, wurden alle Patienten zunächst fünf bis zwölf Monate lang mit Antikoagulanzien behandelt. Anschließend wurde das Rezidiv-Risiko der Frauen mit der HERDOO2-Regel bestimmt: 0–1 Punkte denierten niedriges, 2 und mehr Punkte hohes Risiko. Bei den meisten der 622 Frauen mit Schlaganfall: Sofortige Thrombektomie oder erst Thrombolyse? Bei einem akuten Schlaganfall scheint die direkte Thrombektomie ebenso wirksam wie eine Thrombektomie im Anschluss an eine intravenöse Thrombolyse. atienten mit schwerem Schlaganfall haben ohne erapie sehr schlechte Karten: Bis zu 50 % sterben, 40 % überleben mit schweren Behinderungen, maximal 10 % der Patienten kommen glimp®ich davon. Mit einer rombolyse-Behandlung in einer Stroke Unit steigt der Patientenanteil mit guter Prognose auf 20–30 %, mit einer endovaskulären rombektomie jüngeren Studien zufolge sogar auf 45 bis 50 %. Wenn der Kathetereingri¯ in einem Zeitfenster von drei Stunden nach dem Schlaganfall erfolgt, können gar 70 % der Betro¯enen ihr Leben weitgehend normal fortsetzen, berichtete Prof. Petr Widimsky, Karls-Universität in Prag. Daher wird die mechanische rombektomie heute bei Schlaganfällen mit Verschlüssen großer Arterien empfohlen. Beim ESC-Kongress 2016 berichtete Widimsky über die Ergebnisse der Pilotstudie PRAGUE-16 mit 106 Patienten, die mit einem moderaten bis schweren Schlaganfall innerhalb von sechs Stunden die Klinik erreichten. Die Patienten wiesen eine Okklusion eines großen Hirngefäßes auf, im CT zeigte sich aber noch keine große Ischämiezone. Untersucht wurde, ob eine primäre rombektomie ebenso e¯ektiv ist wie eine priniedrigem Risiko wurde die Antikoagulation abgesetzt. Im nächsten Jahr lag ihr VTE-Rezidiv-Risiko bei 3 %. Frauen in dieser Gruppe, die die Antikoagulation fortsetzten, hatten zu 0 % Rezidive. Die meisten der 591 Frauen mit hohem Risiko, und ebenso alle Männer, setzten die Antikoagulation fort. Ihr Rezidiv-Risiko betrug 1,6 % im Folgejahr. 323 Frauen und Männer der HochrisikoGruppe stoppten die Antikoagulation; 8,1% von ihnen erlitten im nächsten Jahr ein Rezidiv. Die Autoren folgern daraus, dass mit der HERDOO2-Regel bei etwa 50 % aller Patientinnen eine geringe RezidivGefahr ermittelt werden kann. Das Restrezidiv-Risiko von 3 % halten sie für niedrig genug, um ein Absetzen zu empfehlen; zumal die Antikoagulation mit einer Blutungsgefahr einhergeht. Womöglich lässt sich die Regel durch Adjustierung der Altersgrenze weiter verfeinern. In der Subgruppe der postmenopausalen Frauen mit HERDOO2Score von 0–1, die älter als 50 Jahre alt waren, erlitten 5,7 % im Jahr nach dem Absetzen ein Rezidiv. Dr. med. Dirk Einecke rombolyse-Behandlung, an die rombektomie anschloss. Gleiche Ergebnisse In der ersten Gruppe betrug die mediane Zeit zwischen Schlaganfall und rombektomie 147 Minuten, in der zweiten Gruppe 188 Minuten. Dennoch waren die Ergebnisse gleich, 41% der Patienten erzielten in beiden Gruppen gute funktionelle Ergebnisse. Die Rate ist etwas geringer als die 48 %, die im Schnitt in den 2015 verö¯entlichten randomisierten Studien in spezialisierten neuroradiologischen Abteilungen erreicht wurden. Ebenso deutet die Studie an, dass die erapie auch interdisziplinär in interventionellen kardiologischen Labors erfolgen kann, deren Dichte meist höher ist als jener spezialisierter NeurologieEinrichtungen. Jedoch sollten die Ergebnisse in größeren Studien überprü¡ werden. Dr. med. Dirk Einecke


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Dr. med. Dirk Einecke. VTE: Neuer Score zeigt an, wer keine Langzeit-Antikoagulation benötigt, CardioVasc, 2016, 21-21, DOI: 10.1007/s15027-016-0950-7