„Eosinophilen-Killer“ bessert schweres Asthma

MMW - Fortschritte der Medizin, Oct 2016

Dr. med. Dirk Einecke

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„Eosinophilen-Killer“ bessert schweres Asthma

MMW Fortschritte der Medizin „Eosinophilen-Killer“ bessert schweres Asthma _ Wenn Asthmapatienten mit ge- bräuchlichen Medikamentenkombina- tionen ihre Symptomatik nicht kontrol- lieren 0 ist laut aktueller Leitlinie die In - dikation für eine Antikörpertherapie zu prüfen 0 bevor man über längere Zeit ora- le Steroide einsetzt. Schon seit zehn Jahren gibt es für das schwere allergische Asthma den IgE-An- tikörper Omalizumab (Xolair®) von No- 0 0 vartis. Bei schwerem eosinophilen Asth- ma kann seit knapp einem Jahr der In- terleukin-5-Antikörper Mepolizumab (Nucala®) von GSK eingesetzt werden - Studien mit zwei neuen Antikörpern Beim europäischen Lungenkongress ERS 2016 in London sind Ergebnisse von je zwei Phase-3-Studien mit einem weiteren IL-5-Antikörper (Benralizumab von AstraZeneca) und einem IL-13-Antikörper (Lebrikizumab von Roche) publiziert worden. IL-5-Rezeptor-Antikörper überzeugt Bei Benralizumab handelt es sich um einen monoklonalen IL-5-Rezeptor-alpha-Antikörper, der rasch eine nahezu vollständige Depletion der eosinophilen Granulozyten verursacht. Untersucht wurde er in den Studien CALIMA und SIROCCO bei zusammen 2.511 Patienten mit schwerem Asthma, welches trotz hoch dosierter šerapie mit ICS/LABA im Vorjahr im Schnitt 2,7-mal akut exazerbierte. Benralizumab (30 mg s.c.) wurde alle 4 oder alle 8 Wochen gegeben. Eine Vergleichsgruppe erhielt die bestehende šerapie plus Placebo. Die Behandlungszeit betrug 56 Wochen. Die primäre Endpunktanalyse wurde bei zwei Drittel der Patienten vorgenommen, die Eosinophilenzahlen > 300/μl aufwiesen. Die Antikörpertherapie reduzierte die Exazerbationshäu¥gkeit in den vier Verumgruppen signi¥kant um 51%, 45%, 36% und 28%. Auch die Lungenfunktion wurde gebessert, die FEV1 vor Bronchodilatation stieg gegenüber Placebo um 106 bis 159 ml an. Die Asthma-Symptomatik (total asthma symptom score –0,23 bzw. –0,25) und die Lebensqualität besserten sich nur in zwei der vier Verumgruppen. Besonders hohe Eosinophilenzahlen sowie häu¥ge Exazerbationen in der Vorgeschichte erwie sen sich als Prädiktoren für einen ausgeprägten šerapiee«ekt. Der Antikörper wurde gut vertragen. IL-13-Antikörper mit inkonsistenten Ergebnissen Weniger konsistent ¥elen die Ergebnisse des Interleukin-13-Antikörpers Lebrikizumab in den Studien LAVOLTA I und II bei zusammen 2.150 schweren Asthmatikern aus. Behandelt wurde ein Jahr lang in drei Armen mit zwei Dosierungen Lebrikizumab (37,5 mg bzw. 125 mg, jeweils s.c. alle 4 Wochen verabreicht) oder Placebo. Primärer Endpunkt war die Exazerbationsfrequenz bei Patienten mit hohen Risiko-Biomarkern. Als solche galten Periostin-Werte > 50 ng/ml bzw. Eosinophilen-Zahlen > 300/μl. 70,6% aller Studienpatienten ¥elen in diese Kategorie. Das jährliche Exazerbationsrisiko sank nur in der einen Studie signi¥kant (um 51% unter 37,5 mg und um 30% unter 125 mg), in der anderen Studie aber nur im Trend (um jeweils 26%). Somit war der primäre Endpunkt verfehlt worden. Die Lungenfunktion zeigte sich in beiden Studien gegenüber Placebo signi¥kant gebessert. Inkonsistent waren aber die Ergebnisse bezüglich Krankenhauseinweisungen bzw. Inanspruchnahme von notärztlichen Behandlungen. Keine Verbesserung gelang bezüglich der Asthma-Symptomatik bzw. der Lebensqualität. Einen klinisch relevanten Nutzen wollten die Autoren aber nicht ausschließen. IL-13 nimmt eine Schlüsselposition im asthmatischen Entzündungsgeschehen ein.


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Dr. med. Dirk Einecke. „Eosinophilen-Killer“ bessert schweres Asthma, MMW - Fortschritte der Medizin, 2016, 14, DOI: 10.1007/s15006-016-8803-y