„Pflege im Dialog“

ProCare, Nov 2016

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„Pflege im Dialog“

Trends und wissenschaftliche Erkenntnisse in Sachen Diabetes Eine umfassende Änderung des Lebensstils ist für den Großteil der Patienten mit Diabetes Typ-2 eine grundlegende, aber oft schwierig umzusetzende Voraussetzung, um mit der chronischen Krankheit eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten - oder wiederzugewinnen. Wie P egepersonen dabei motivieren und unterstützen können, war eines der emen beim ersten Kongress „P ege im Dialog“ Anfang Herbst im Lebens.Resort Ottenschlag im Waldviertel. - Etwa 600.000 Menschen sind in Österreich von Diabetes mellitus betroffen. Die Hauptursachen sind Übergewicht, Fettleibigkeit sowie ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel. Zur dreiwöchigen Rehabilitation nach Ottenschlag kommen vor allem Patienten mit Adipositas, Diabetiker mit medikamentöser Behandlung sowie insulinp ichtige Diabetiker. Dabei steht die Ernährungs- und Bewegungstherapie im Vordergrund, um den Lebensstil nachhaltig zu verändern, so Dr. Sigrid Ruth, stv. ärztliche Leiterin im Lebens.Resort. Ebenso ist ein umfassendes Schulungs- und Motivationsprogramm Teil der erapie. Aufgrund der Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse verfügt das auf Sto wechsel-Erkrankungen spezialisierte Rehabilitationszentrum über umfassende Expertise, die im Rahmen des Fortbildungsprogramms XundheitsweltAkademie nun auch an diplomierte P egepersonen vermittelt wird. Die Diagnose – ein Schock Die Diagnose Diabetes mellitus bedeutet für die Patienten meist einen Schock. Sehr viele Fragen rund um die emen Beruf, Freizeit oder Schwangerschaft möchten die Betro enen beantwortet haben und sind dabei auch mit zahlreichen Fehlinformationen und Mythen konfrontiert. Hier ist eine konkrete, gut verständliche Information von großer Bedetuung, um dem Patienten einen individuell passenden Weg aufzuzeigen. Eines der Gerüchte lautet beispielsweise, dass Diabetikerinnen nicht auf natürlichem Wege entbinden können. Dagegen sei, so DGKP Andrea Reinold, Diabetesberaterin und Selbsthilfepartnerin im Landesklinikum B ewegung kann erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte, Bluthochdruck und den Bauchumfang reduzieren. Zwettl, eine normale Geburt durchaus möglich, wenn die Patientinnen regelmäßig kontrolliert werden und keine weiteren Risiken bestehen. Allerdings sollte der Geburtstermin nicht überschritten werden, damit es zu keinen Komplikationen kommt. „Zur Reduktion diabetischer Komplikationen sowie kardiovaskulärer oder renaler Ereignisse muss der Mensch als Ganzes in die therapeutischen Überlegungen mit einbezogen werden“, stellte Dr. Edwin Halmschlager, der Leiter der Sto wechselRehabilitation im Lebens.Resort Ottenschlag, fest. Bei der Auswahl der Medikamente sei es essentiell, individuell auf die Probleme des Patienten einzugehen. Diabetes ist die häu gste Ursache einer Sehbeeinträchtigung im erwerbsfähigen Alter. Etwa 30 Prozent aller Diabetiker sind von einer diabetischen Retinopathie betro en, wobei auch die Dauer der Diabeteserkrankung entscheidend für das Auftreten von Netzhautschäden ist. Daher sollte, so OA Dr. Michael Pascher, Abteilung für Augenheilkunde im Landesklinikum Horn, jeder Diabetiker mindestens einmal pro Jahr augenärztlich untersucht werden. Ernährung und Bewegung von großer Bedeutung Eine besondere Herausforderung stellt die Betreuung von Patienten mit Migrationshintergrund dar. Sprachliche Barrieren verhindern oft, dass die verordneten Maßnahmen bzw. Therapien ausreichend verstanden und umgesetzt werden, berichtete Dr. Kadriye Aydinkoc-Tuzcu, Fachärztin für Innere Medizin im Wilhelminenspital Wien. In einem Pilotprojekt des Wilhelminenspitals wird nun eine muttersprachliche Diabetesschulung in Türkisch angeboten. Workshops zu den emen Ernährung, Bewegung und Mentale Gesundheit gaben einen Einblick in die Möglichkeiten der praktischen Informationsvermittlung an Diabetiker. Eine regelmäßige Mahlzeitenverteilung, ballaststo reiches Essen und ausreichend Flüssigkeitsaufnahme seien für Diabetiker zu empfehlen, so eresia Haderer, Diätologin und Diabetesberaterin. Genauso wie richtige Ernährung ist auch ausreichend Bewegung wichtig für den Sto wechsel. Regelmäßiges Training von Kraft und Ausdauer können erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte, Bluthochdruck und den Bauchumfang reduzieren. Schließlich ist auch die mentale und psychologische Unterstützung für Diabetes-Patienten ein wichtiger Baustein zur Bewältigung der Erkrankung, die trotz sehr guter Behandlungsmöglichkeiten eine nicht heilbare chronische Erkrankung ist. n


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„Pflege im Dialog“, ProCare, 2016, 47, DOI: 10.1007/s00735-016-0702-z