Nadelstichverletzungen

ProCare, Oct 2016

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Nadelstichverletzungen

Kontinenz- und Stomaberatung Nadelstichverletzungen Mit der gesetzlichen Regelung auf europäischer Ebene zum Ersatz scharfer oder spitzer Instrumente und der österreichischen Umsetzung in der „Nadelstichverordnung (NastV)“ sollen Mitarbeiter im Gesundheitswesen vor Nadelstichverletzungen geschützt werden. Die aktuelle Version gilt seit Mai 2013 und schreibt den Einsatz Sicherer Instrumente in allen Bereichen des Gesundheitswesens und der Wohlfahrtsp ege vor – also in der stationären Akut- und Langzeitversorgung und -p ege, ebenso wie in der ambulanten medizinischen Versorgung und P ege. Da Nadelstichverletzungen in Österreich nur dann der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt gemeldet werden müssen, wenn die Arbeitsunfähigkeit mehr als drei Tage beträgt, bleibt unklar, wie viele Nadelstichverletzungen es tatsächlich gibt. Laut Arbeitsinspektorat geht man davon aus, dass 80 bis 90 Prozent der Vorkommnisse nicht gemeldet werden (1). Jede Verletzung im Gesundheitsbereich mit einem scharfen oder spitzen Instrument birgt das Risiko der Ansteckung mit einer schweren Infektionskrankheit wie Hepatitis B, C oder HIV. Daher legt die NastV fest, wie mit scharfen/ spitzen medizinischen Instrumenten umzugehen ist und die kontaminierten Abfälle sachgerecht entsorgt werden. Ebenso soll die Verwendung dieser besonders gefährdungsgeneigten Instrumente auf das absolut notwendige Maß beschränkt bleiben bzw. sind anstelle dieser Instrumente solche mit integrierten Sicherheits- und Schutzmechanismen bereitzustellen. Darüber hinaus ist das Wiederaufsetzen der Schutzkappe auf die gebrauchte Nadel (das RECAPPING) verboten. Sichere Instrumente und Schulung In den meisten Fällen ereignen sich Nadelstichverletzungen durch banale Fehler bei der Handhabung – oft aus Zeitdruck oder Unachtsamkeit. Auch Übermüdung des Anwenders, mangelnde Kooperation des Patienten oder personelle Unterbesetzung können Ursachen für mangelhafte Handhabung der Instrumente sein. Je sicherer also das Instrument, desto geringer ist auch in Stressituationen das Risiko, sich zu verletzen. Neben dem Einsatz von Sicheren Instrumenten kommt auch der Schulung der Mitarbeiter und der gut umsetzbaren Information und Aufklärung ein wesentlicher Stellenwert in der Vermeidung von Nadelstichverletzungen zu. Weitere Maßnahmen der Prävention von Nadelstichverletzungen umfassen die Meldep icht aller Stich- und Schnittverletzungen und Nadelstichverletzungen, die Verwendung nadelfreier Systeme, wo möglich, die Bereitstellung und Nutzung von durchstichsicheren Entsorgungsbehältern und deren häu ge Entleerung und Entsorgung, sowie die sofortige Entsorgung spitzer und scharfer Gegenstände in geeignete Behälter und keine unnötigen Injektionen. Speziell für den Bereich der ambulanten aber auch der stationären Langzeitp ege weist das Zentrale Arbeitsinspektorat des Österreichischen Gesundheitsministeriums darauf hin, dass die Instrumente häug nicht vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden, sondern ärztliche Verschreibungen für den Patienten die Auswahl tre en (2). Nicht immer ießen hier auch die Sicherheitserfordernisse der verabreichenden P egekraft und des Umfelds ausreichend in die Entscheidung mit ein. Das Infektionsrisiko der P egekräfte, der Heimhilfen und des Reinigungspersonals steigt dadurch. n LITERATUR


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Nadelstichverletzungen, ProCare, 2016, 17, DOI: 10.1007/s00735-016-0678-8