Hämodynamisches Monitoring – ein Puzzle

Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin, Oct 2016

Prof. Dr. U. Janssens, Prof. Dr. L. Engelmann

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Hämodynamisches Monitoring – ein Puzzle

Hämodynamisches Monitoring - ein Puzzle U. Janssens 1 2 L. Engelmann 0 2 Uwe Janssens 2 0 Leipzig , Deutschland 1 Klinik für Innere Medizin , Eschweiler , Deutschland 2 Rückfragen bitte an: Herrn Prof. Dr. Herwig Gerlach - Hämodynamisches Monitoring nimmt einen zentralen Platz im Konzept der Intensivmedizin ein und stellt die Zusammenschau des Verhaltens ausgewählter Kreislaufparameter über der Zeitachse dar. Die apparative Ausstattung ist kostenintensiv und erfordert geschultes Personal zur Interpretation der angezeigten Befunde. Ursprünglich war hämodynamisches Monitoring an Intensivstationen gebunden, wurde später aber auch zur Überwachung von Patienten an anderen Akutarbeitsplätzen eingesetzt. Hämodynamisches Monitoring impliziert, neben Belästigung, durchaus auch eine Gefährdung des Patienten. Aus diesem Grund bedarf es der Anpassung des Eskalationsgrades an die Erfordernisse des Patienten. Der Eskalationsgrad reicht vom Basismonitoring über das erweiterte bis zum speziellen Monitoring für ausgewählte Fragestellungen. Erst in Verbindung mit therapeutischen Interventionen erlangt hämodynamisches Monitoring prognostische Bedeutung und ist in diesem Kontext unverzichtbar. Die noch kurze Geschichte des hämodynamischen Monitorings nimmt ihren Ausgang in der Mitte des letzten Jahrhunderts. Im Nachgang zu den sich entwickelnden „Aufwachräumen“, chirurgischen Wachstationen, Beatmungsstationen und Reanimationszentren [1] wurde die bessere Überwachung der sich dortigen Patienten eine notwendige Maßnahme. Vor reichlich 50 Jahren stellte der akute Myokardinfarkt die zentrale intensivmedizinische Herausforderung dar, infolge derer sich die kontinuierliche Überwachung des Herzrhythmus zum Standard entwickelte. Ihr folgte die semikontinuierliche, nichtinvasive Blutdruckmessung [1]. Die weitere Entwicklung, speziell des hämodynamischen Monitorings, vollzog sich bis zum heutigen Tage kontinuierlich, wobei die ubiquitäre Ausbreitung des Computers diese Entwicklung um die Jahrtausendwende gewaltig beschleunigte. Die letzten Fortschritte auf dem Gebiet, deren Bedeutung für die intensivmedizinische Praxis und Ausblicke auf die Zukunft des hämodynamischen Monitorings vermittelt das vorliegende Themenheft. Der Beitrag von A. Kersten nimmt Bezug auf das Monitoring der Parameter, die nach heutigem klinischen Verständnis die Pathophysiologie des HerzKreislauf-Systems abbilden. Die Gruppe um G. Michels stellt die Möglichkeiten der Integration von klinischen und sonographischen Untersuchungstechniken dar und vergleicht diese mit invasiven Monitoringverfahren. C. Jung und Mitarbeiter widmen sich dem schwierigen Feld des Monitorings der Mikrozirkulation, in deren Bereich sich nach heutiger Kenntnis die Irreversibilität pathophysiologischer Abläufe manifestiert. Der Beitrag von L. Engelmann und Mitarbeiter befasst sich mit dem Erhalt zusätzlicher Informationen zur Leistungsbeurteilung des Herz-KreislaufSystems aus Herzfrequenz und Blutdruck, die v. a. prognostische Bedeutung besitzen. Erstmals wird ein aus dem Blutdruck abgeleiteter, globaler Risikofaktor vorgestellt, der ein Beitrag auf dem Wege zur individualisierten Medizin sein könnte. U. Janssens skizziert in seinem Beitrag die derzeit verfügbaren Methoden und entwirft eine Schrittfolge für eine patientenadaptierte Ausbreitung der Methoden, betont aber zugleich die fortbestehende Bedeutung einer exakten körperlichen Untersuchung. Die elektronisch generierten Daten bedürfen zu jedem Zeitpunkt der Interpretation im klinischen Kontext. Liebe Leserinnen und Leser, wir hoffen Sie nehmen viele wertvolle Informationen und Anregungen für Ihre anspruchsvolle klinische Arbeit auf der Intensivstation nach der Lektüre dieses Themenheftes mit. Die Herausgeber danken den Autorinnen und Autoren für ihren Einsatz und die Qualität ihrer Beiträge. Lothar Engelmann Korrespondenzadresse Prof. Dr. L. Engelmann Sigebandweg 25, 04279 Leipzig, Deutschland Interessenkonflikt. U. Janssens und L. Engelmann geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. Fachnachrichten Förderpreis für Konzepte zur Verbesserung der intensivmedizinischen Versorgungsqualität 2017 der Stellvertreter aus dem WIVIM oder aus dem Programmkomitee. Kommen zwei der drei Jurymitglieder zu dem Ergebnis, dass keines der eingereichten Projekte preiswürdig ist, so wird der Förderpreis in diesem Jahr nicht verliehen. Die Preisvergabe nimmt die Jury während des 27. Symposiums für Intensivmedizin + Intensivpflege 2017 vor. Literatur 1. Janssens U , Hanrath P ( 2000 ) Die geschichtliche Entwicklung des Monitorings als Methode der Intensivmedizin . Intensivmed 37 : 100 - 112 Der vom Wissenschaftlichen Verein zur Förderung der klinisch angewendeten Forschung in der Intensivmedizin e .V. ( WIVIM) ausgeschriebene Förderpreis in Höhe von  3.000,- wird für innovative Projekte und Projektvorhaben vergeben, die auf eine nachhaltige Verbesserung der intensivmedizinischen und intensivpflegerischen Versorgungsqualität abzielen . Hierbei werden vorzugsweise Projekte berücksichtigt, die anerkannte Instrumente des Qualitätsmanagements (PDCA-Zyklen) verwenden . Um den Förderpreis können sich alle Teilnehmer des Symposiums Intensivmedizin + Intensivpflege bewerben . Berücksichtigt werden Projekt-Manuskripte in deutscher oder englischer Sprache, die bis zum 15. Dezember 2016 in elektronischer Form als PDF an eingereicht worden sind .


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Prof. Dr. U. Janssens, Prof. Dr. L. Engelmann. Hämodynamisches Monitoring – ein Puzzle, Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin, 2016, 588-589, DOI: 10.1007/s00063-016-0191-7