Bessere Prognose nach akutem Koronarsyndrom

MMW - Fortschritte der Medizin, Jul 2016

Dagmar Jäger-Becker

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Bessere Prognose nach akutem Koronarsyndrom

HbA1c und Gewicht unter Kontrolle - Die Gewichtszunahme unter der The- rapie ist für viele Typ- -Diabetiker ein großes Problem. Nicht nur Sulfonylharn- stoffe sondern auch Insuline führen meist zu einer Gewichtszunahme. Vor- teilhafter im Hinblick auf den Gewichts- verlauf ist das Inkretinmimetikum Exena- tide (Byetta®) so Dr. Michael Dietlein Augsburg. Der GLP- -Rezeptor-Agonist habe in zahlreichen klinischen Studien seine überzeugende Wirkung unter Be- weis stellen können. Dabei erwies sich Exenatide als genauso effektiv wie Insu- lin im Hinblick auf die Senkung des HbA - Wertes. Eine Therapie über drei Jahre führte ohne Dosisanpassung zu einer Ab- nahme des HbA -Wertes um %. Im Unterschied zur Insulintherapie kam es dabei aber auch zu einer anhaltenden Gewichtsreduktion um Kilogramm. - Verbessertes Lipidprofil und leichte Blutdrucksenkung Zwei Drittel aller Diabetiker versterben an einem kardiovaskulären Ereignis. Deshalb sollte eine antidiabetische Therapie nicht nur blutzuckerzentriert, sondern – Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) hat die Prävention eines erneuten Herz-Kreislauf-Ereignisses oberste Priorität. Denn bei jedem Dritten kommt es innerhalb von sechs Monaten zum Tod oder zu einem zweiten Herzinfarkt oder einer erneuten Krankenhauseinweisung. Der in der klinischen Entwicklung befindliche Wirkstoff Ticagrelor ist der erste Thrombozytenaggregationshemmer, der bei ACS-Patienten das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle und Herzinfarkte signifikant stärker senkt als der Therapiestandard Clopidogrel. Dies hat die PLATOStudie bei über 18 600 Patienten gezeigt, so Prof. Hugo Katus, Heidelberg auch gefäßorientiert sein. Dass Exenatide im Hinblick auf kardiovaskuläre Ereignisse vorteilhaft ist, dafür sprechen die Ergebnisse einer Metaanalyse. „Die berechnete adjustierte Rate für das Auftreten eines kardiovaskulären Ereignisses lag in der Exenatidegruppe bei 2% verglichen mit 2,6% in der Vergleichsgruppe ohne Exenatide“, so Dietlein. Diese positive kardiovaskuläre Wirkkomponente dürfte jedoch nicht nur durch die Stoffwechseleinstellung und Vor allem Sulfonylharnstoffe, aber auch Insuline können sich ungünstig auf das Gewicht auswirken. Keine Zunahme schwerer Blutungen Nach zwölfmonatiger Behandlung mit Ticagrelor oder Clopidogrel, jeweils plus ASS, waren in der Ticagrelorgruppe bei 9,8% der Personen kardiovaskuläre Ereignisse aufgetreten, in der Clopidogrelgruppe bei 11,7% (relative Risikoreduktion 16%, p < 0,001). Die überlegene Wirksamkeit von Ticagrelor beruhte auf der signifikanten Verminderung von kardiovaskulären Todesfällen (4,0% vs. 5,1%) und Herzinfarkten (5,8% vs. 6,9%), wie Katus hervorhob. Die Gesamtmortalität war ebenfalls reduziert (4,5% vs. 5,9%, p < 0,001). Trotz der besseren Wirkung war die Ticagrelortherapie nicht mit mehr Ticagrelor wirksamer als Clopidogrel Bessere Prognose nach akutem Koronarsyndrom too vorteilhaft ist, dass Exenatide das Hypo schweren Blutungen verbunden (11,6% vs. 11,2% mit Clopidogrel, p = 0,43). Auch in der Subgruppe der besonders gefährdeten Patienten mit ST-Hebungsinfarkt verminderte Ticagrelor kardiovaskuläre Ereignisse (Herz-Kreislauf-Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall) im Verlauf eines Jahres im Vergleich zu Clopidogrel signifikant um 15% (Ticagrelor 9,3% vs. Clopidogrel 11,0%, p = 0,02). Auch bei diesen Patienten kam es unter Ticagrelor nicht zu einer Zunahme schwerer Blutungen (9,0% vs. Clopidogrel 9,3%).


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Dagmar Jäger-Becker. Bessere Prognose nach akutem Koronarsyndrom, MMW - Fortschritte der Medizin, 2016, 51-51, DOI: 10.1007/BF03366176