Schlechtes Vorbild

ProCare, Dec 2016

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Schlechtes Vorbild

Schlechtes Vorbild D ie Grippeimpfung des Krankenhauspersonals schützt auch die Patienten. ÄZ/w.g. - Medizinisches Personal in Kliniken ist eine mögliche Infektionsquelle für Patienten, die oft wegen Grunderkrankungen ein erhöhtes Risiko für schwere und eventuell sogar tödliche Grippe-Verläufe haben. Doch ausgerechnet Krankenhausmitarbeiter lassen sich zum größten Teil nicht impfen. Laut Robert Koch Institut (RKI) geben Ärzte dafür andere Gründe als P eger an. Die Ständige Impfkommission (STIKO) betont daher in ihren aktuellen Informationen zum Grippeschutz: „Die Impfung des Personals folgt dem ethischen Gebot, Patienten nicht zu schaden. Gleichzeitig dient sie dem persönlichen Schutz bei beru ichem Patientenkontakt.“ Trotz dieses dringenden Appells lassen sich die meisten Mitarbeiter in Kliniken nicht impfen, wie eine Online-Befragung des Personals zweier Universitätskliniken bestätigte (1). Von den etwa 8500 per E-Mail kontaktierten Personen antwortete etwa jeder fünfte. Gefragt wurde nach dem Impfschutz in der aktuellen In uenza-Saison und nach Einstellungen der Mitarbeiter zur Grippe Nur etwa 56 Prozent des ärztlichen Personals und nur knapp 35 Prozent des P egepersonals hatten den Grippeschutz. Mitarbeiter in der P ege mit häu gem Patientenkontakt waren dabei sogar seltener geimpft als Personal mit gelegentlichem Kontakt zu Kranken wie in der Verwaltung (36 % Impfrate), Technik (44 %) oder im Labor (45 %). Je jünger die Mitarbeiter waren, desto geringer waren die Impfraten: Bei den 18- bis 24-Jährigen betrug sie 25 Prozent, bei den 45- bis 54-Jährigen 48 Viele Vorurteile gegenüber Grippeimpfung Befragt nach Gründen für den fehlenden Schutz ergaben sich viele falsche Vorstellungen: Fast jeder Fünfte gab an, wegen eines guten Immunsystems ein geringes In uenza-Risiko zu haben. Ebenso viele befürchteten, dass die Impfung selbst eine Grippe auslösen könne. Jeder Sechste hält eine In uenza für nicht gefährlich. Immerhin jeder Zehnte hält die Impfung für unwirksam und jeder Zwanzigste gab an, generell gegen Impfungen zu sein. Die Gründe, sich nicht impfen zu lassen, unterschieden sich dabei zwischen den Berufsgruppen: Bei den Ärzten spielten vor allem organisatorische Gründe eine maßgebliche Rolle wie „habe es vorgehabt, aber nicht gescha t“ oder „habe es vergessen“. Etwa 67 Prozent der Ärzte, aber nur 44 Prozent des medizinischen Personals wünschen sich ein Impfangebot vor Ort in Pflegepersonen befürchten häufiger Nebenwirkungen Beim Personal in der P ege wurde auch häu g Angst vor Nebenwirkungen als Grund für den fehlenden Impfschutz genannt. Das RKI plant, die Umfrage zu den Impfquoten auch auf andere Krankenhäuser auszudehnen. Die Ergebnisse könnten Maßnahmen zur Verbesserung der Impfraten unterstützen. Voraussetzung für robuste Daten sei allerdings eine breite Unterstützung der teilnehmenden Kliniken, LITERATUR


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Schlechtes Vorbild, ProCare, 2016, 27, DOI: 10.1007/s00735-016-0714-8