10 Schritte zur Schmerzkontrolle

ProCare, Feb 2017

Springer Vienna

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10 Schritte zur Schmerzkontrolle

10 Schritte zur Schmerzkontrolle Chronische tägliche Kopfschmerzen (CDH) beeinträchtigen die Lebensqualität - die eigene und manchmal auch jene des Umfelds des Betro enen. Sie haben auch nicht unbeträchtliche gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Kosten zur Folge. - Zwei bis vier Prozent der Nordamerikaner und Europäer leiden täglich an Kopfschmerzen. Unterschiedliche ätiologische Faktoren tragen dazu bei. Die meisten Schmerzen sollen sich mit Hilfe des von Dr. Robert Sheeler von der Mayo Klinik in Rochester vorgestellten 10-Schritte-Plans diagnostizieren und behandeln lassen. 1. Ausschließen lebensbedrohlicher oder progressiver sekundärer Kopfschmerzen 2. Klassifizieren der primären Kopfschmerzen 3. Identi zieren der verschärfenden und erhaltenden Faktoren 4. Identi zieren von Komorbiditäten 5. Prüfen der momentanen akuten erapie 6. Entgiften bei übermäßigem Medikamentengebrauch 7. Prüfen vergangener präventiver erapieversuche 8. Erstellen eines Kopfschmerzplans mit akuten, präventiven und LifestyleKomponenten 9. Aufklären des Patienten und Anleitung zum Führen eines Kopfschmerztagebuchs 10.Initiieren eines regelmäßigen Followups zur kontinuierlichen Verbesserung mit dem Ziel, kaum auf Medikation ansprechende, tägliche Kopfschmerzen in kontrollierbare episodische Kopfschmerzen zu verwandeln. Nach Ausschluss sekundärer Kopfschmerzen können im nächsten Schritt CDH über die Frequenz und Dauer der Schmerzen klassi ziert werden. Treten diese länger als vier Stunden pro Tag an mehr als 15 Tagen im Monat auf, so fallen sie unter eine der Subkategorien der CDH. Das Risiko für chronische Kopfschmerzen verstärken Faktoren wie ein erhöhter BMI, Depressionen, ein erhöhter Stresslevel, ein geringer sozioökonomischer Status sowie zu wenig körperliche Aktivität oder Schlaf. So können weniger als sechs und mehr als acht Stunden Schlaf pro Nacht Kopfschmerzen verschlimmern. Viele Patienten mit chronischen täglichen Kopfschmerzen greifen zu häu g zu Schmerzmitteln, was wiederum „medication overuse headaches“ (MOH) bedingen kann. Zu den riskantesten Präparaten zählen ko einhaltige, rezeptfreie Medikamente, Barbiturate und Opiate. Deshalb raten Sheeler und seine Mitarbeiter, die aktuelle Medikation des Patienten zu erfragen und bei übermäßigem Medikamentengebrauch eine Entgiftung zu starten. Zur Unterstützung können erapeuten über kurze Zeit Kortikosteroide, NSAID oder Dihydroergotamin einsetzen. Anschließend kann ein individuell auf den Patienten zugeschnittener Kopfschmerzplan erstellt werden, der präventive sowie akute erapieoptionen enthält und auch auf die Optimierung des Lebensstils eingeht. Eine enge Zusammenarbeit zwischen erapeut und Patient sowie eine regelmäßige Kontrolle des Behandlungserfolgs helfen laut Aussage der Autoren dabei, langfristig eine gute Kontrolle über CDH zu erlangen. n ÄZ/j.r. Gips- und Castverbände Material, Technik, korrektes Anlegen und Fehlervermeidung Christian Hebbauer Buchempfehlung


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Springer Vienna. 10 Schritte zur Schmerzkontrolle, ProCare, 2017, 15, DOI: 10.1007/s00735-017-0728-x