Delirum: Antipsychotika verschlechtern die Stress-Symptome bei Palliativpatienten

Schmerzmedizin, Mar 2017

Dr. Barbara Kreutzkamp

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Delirum: Antipsychotika verschlechtern die Stress-Symptome bei Palliativpatienten

Schmerzmedizin Delirum: Antipsychotika verschlechtern die Stress-Symptome bei Palliativpatienten Hydratation, Reorientierung und soziale Unterstützung durch Familienangehörige sind die wichtigsten Supportivmaßnahmen bei Delirium. Können Antipsychotika Disstress-Symptome zusätzlich abschwächen? D ten im Rahmen eines Deliriums isstress und Verhaltensau älligkeiwerden häu g mit Antipsychotika behandelt. Kontrollierte Studien zeigten eine Verbesserung der deliranten Symptomatik, allerdings auf methodisch nicht sehr hohem Niveau. Leitlinien empfehlen Antipsychotika lediglich für die Behandlung von starkem Disstress und Verhaltensstörungen, die auf andere Maßnahmen nicht ansprechen. Eine große placebokontrollierte Studie sollte nun die stressreduzierenden E ekte von Risperidon und Haloperidol bei Delirpatienten in der Palliativsituation untersuchen. In der prospektiven randomisierten Studie wurden 247 Palliativpatienten untersucht, die doppelblind, altersadjustiert und dosistitriert entweder orales Risperidon, orales Haloperidol oder Placebo erhielten. Die Medikation wurde über 72 Stunden gegeben, bei Bedarf war Midazolam erlaubt. Zusätzlich wurden die Patienten mit Allgemeinmaßnahmen wie Hydratation sowie Seh-, Hörund Reorientierungshilfen unterstützt. Primäres Studienziel war die durchschnittliche Gruppendi erenz des Delirium-Symptomscores, berechnet als Summe der Verhaltens-, Kommunikations- und Wahrnehmungsitems aus der „Nursing Delirium Screening Scale“ zu Behandlungsbeginn und -ende. Das Ergebnis ist überraschend: Statt die Symptome zu bessern, verschlechter- - Für akutes Kreuzweh kann das Wetter nichts In einer vor zwei Jahren publizierten Studie hatten australische Forscher keinen klinisch bedeutsamen Zusammenhang zwischen Rückenschmerzen und dem Wetter –nden können. Der Aufschrei Betro˜ener war groß. Nun ist die Untersuchung wiederholt worden. Das Ergebnis ist das gleiche. A Ste ens von der Universität Sydney, n der Studie, geleitet von Daniel waren 981 Patienten mit einer frisch aufgetretenen Episode von lumbalen Rückenschmerzen beteiligt. Analysiert wurden die o¨ziellen Daten des australischen Amtes für Meteorologie, und zwar zum einen die durchschnittlichen Wetterwerte am Tag vor Beginn der Beschwerden, zum anderen die Veränderungen der Wetterlage zwei Tage bis einen Tag vor dem Schmerzbeginn. Zur Kontrolle dienten die Zeiträume eine Woche und einen Monat vor dem kritischen Zeitfenster. Weder für die Niederschlagssituation noch für die Luªfeuchtigkeit und auch nicht für die Windverhältnisse oder den Luªdruck war ein Zusammenhang mit dem Einsetzen von Kreuzweh festzustellen. Allenfalls gingen wärmere Temperaturen mit einer marginal höheren Schmerzhäu gkeit einher, die sich in einer Steigerung der Odds Ratio um 20 % Wetterkapriolen verursachen keine akuten Rückenschmerzen. ten beide Neuroleptika den Disstress im Vergleich zu Placebo: Im RisperidonArm stieg der Delirium-Score um durchschnittlich 0,48 Einheiten (95 %-Kon denzintervall [KI]: 0,09–0,86; p = 0,02), im Haloperidol-Arm um durchschnittlich 0,24 Einheiten (95 %-KI: 0,06–0,42; p = 0,009). Der Midazolam-Verbrauch war in allen drei Gruppen vergleichbar. Extrapyramidale Nebenwirkungen traten bei den Neuroleptika-behandelten Patienten erwartungsgemäß häu ger auf als unter Placebo. Fazit: Bei Palliativpatienten mit deliriumbedingtem psychischen Distress verschlechtern Risperidon und Haloperidol im Vergleich zu Placebo die Symptome und erhöhen die Rate extrapyramidaler Störungen. Die Patienten sollten daher primär eine Supportivtherapie erhalten. Dr. Barbara Kreutzkamp Agar MR. E…cacy of oral risperidone, haloperidol, or placebo for symptoms of delirium among patients in palliative care. A randomized clinical trial. JAMA Intern Med 2017;177:34–42 je Zunahme um 5 °C ausdrückte und knapp die Signi kanzschwelle unterschritt (p = 0,03). Die Forscher halten den Befund aber für klinisch irrelevant. Die Autoren um Ste ens räumen ein, es habe sich bei den Probanden um Patienten mit akuten Rückenschmerzen gehandelt. Deshalb sei das Resultat nicht ohne Weiteres auf Menschen mit chronischen Schmerzen oder Arthritis übertragbar. Deren Wetterfühligkeit zu erforschen, bleibe künªigen Studien vorbehalten. Den Zusammenhang zwischen der Wetterlage und Rückenschmerzen hatte Ste ens bereits vor zwei Jahren untersucht (Arthritis Care Res 2014;66:1867– tte 72). Auch damals war das Ergebnis gro/eG ßenteils negativ ausgefallen, auch wenn -ed sich für Böigkeit und Geschwindigkeit iillfd des Windes signi kante Assoziationen w yh ergaben. Klinisch relevant waren die Ef ragp fekte aber nicht. Dr. Robert Bublak o t o h p © Beilken K et al. Acute Low Back Pain? Do Not Blame the Weather—A Case-Crossover Study. Pain Med 2016 Dec 15


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Dr. Barbara Kreutzkamp. Delirum: Antipsychotika verschlechtern die Stress-Symptome bei Palliativpatienten, Schmerzmedizin, 2017, 15, DOI: 10.1007/s00940-017-0522-7