Warzenartige Veränderungen am Genitale

MMW - Fortschritte der Medizin, Feb 2017

PD Dr. med. habil. Thomas Jansen

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15006-017-9241-1.pdf

Warzenartige Veränderungen am Genitale

MMW Fortschritte der Medizin Warzenartige Veränderungen am Genitale ¡ PD Dr. med. habil. Thomas Jansen Höntroper Str. 102, D-44869 Bochum - _ Bei einem 53-jährigen, ansonsten gesunden Patienten traten seit mehreren Jahren in steigender Anzahl symptomlose Hautveränderungen am Genitale auf. An Skrotum, Penisscha  und Glans penis fanden sich in teils lockerer, teils dichterer Aussaat bis zu stecknadelkopfgroße, mehr oder weniger erhabene, scharf begrenzte, eindrückbare, lividrote Papeln. Ihre Ober†äche war glatt oder feinhöckerig, aufgeraut und hyperkeratotisch. Die übrige körperliche Untersuchung ergab keinen pathologischen Befund. Die Diagnose lautete Angiokeratoma scroti. Das Krankheitsbild, auch als Angiokeratoma naeviforme scroti oder Angiokeratoma Fordyce bezeichnet, macht etwa 14% aller Angiokeratome aus. Es handelt sich um eine benigne angiomatöse Hautveränderung von warzenartiger Morphologie, die meist nur zufällig bei einer Untersuchung wegen anderer Beschwerden entdeckt wird. Das Angiokeratoma scroti kommt in erster Linie am Skrotum von Männern im fün en bis siebten Lebensjahrzehnt vor, wobei die Häu•gkeit mit dem Lebensalter zunimmt. Gelegentlich grei  die Veränderung auf den Penisscha  über, während der Befall der Glans penis eine Seltenheit darstellt. Als Nebenbefunde •nden sich häu•g Varikozelen, Hernien oder Varikosen der Unterschenkel. Auch Frauen können gleichartige Hautveränderungen an der Vulva entwickeln. Das Angiokeratoma scroti kann mit einem Angiokeratom der Mundhöhle und angiomatösen Veränderungen des Jejunums vergesellscha et sein. Im Unterschied zum Angiokeratoma corporis di˜usum besteht kein Zusammenhang mit einer lysosomalen Speichererkrankung, insbesondere nicht mit einem Morbus Fabry durch eine verminderte Aktivität des Enzyms α-Galaktosidase A. Durch Dilatation der ober†ächlichen Gefäße entwickelt sich in manchen Fällen ein di˜uses skrotales Erythem. Spontan oder nach Traumatisierung können Blutungen au reten. Eine oeerapie aus medizinischen Gründen ist im allgemeinen nicht erforderlich. Falls vom Patienten aus kosmetischen Gründen gewünscht, besteht die oeerapie der Wahl in der Anwendung von verschiedenen Lasersystemen. Grundsätzlich sind auch Elektrokaustik oder Kryotherapie möglich. ■


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15006-017-9241-1.pdf

PD Dr. med. habil. Thomas Jansen. Warzenartige Veränderungen am Genitale, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 7, DOI: 10.1007/s15006-017-9241-1