Antikörperprofil der α-Gal-Fleischallergie

Allergo Journal, Apr 2017

Dr. Barbara Kreutzkamp

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Antikörperprofil der α-Gal-Fleischallergie

Allergo J Epikutan-SIT: Blockierende IgG-Antikörper bilden sich nur mit Toxin-Adjuvanz Dper Epikutanapplikation hat sich in ie allergenspezi sche Immuntherapie ersten Pilotstudien als wirksame Alternative zur subkutanen und sublingualen Hyposensibilisierung erwiesen. Modulierende E ekte auf allergenspezi sche T-Zellantworten bei zuvor sensibilisierten Versuchstieren sind nachgewiesen. Ein österreichisches Forschungsteam untersuchte jetzt den Ein‚uss auf die Induktion von spezi schen blockierenden IgGAntikörpern bei noch nicht sensibilisierten Meerschweinchen. Verglichen wurde dabei die immunologische Wirkung von transdermal appliziertem rekombinantem Birkenhauptallergen rBet v 1 mit und ohne Zusatz des hitzelabilen Toxins von enterotoxischen Dr. Barbara Kreutzkamp - Escherichia-coli(ETEC)-Stämmen sowie von subkutanem, an Aluminium adsorbierten rBet v 1. Nach Rasur und Sandpapier-Vorbehandlung der Meerschweinchen-Haut wurden an den Tagen 1, 15 und 28 über rund zwölf Stunden die Transdermalp‚aster aufgeklebt oder s.c. Aluminium-Bet v 1 injiziert. Das speziell entwickelte Transdermalp‚aster hat sich klinisch bereits zur Epikutanimpfung gegen Reisediarrhö bewährt. Lediglich unter der subkutanen und E.-coli-Toxin-adjuvantierten Allergenapplikation bildeten sich innerhalb von 43 Tagen allergenspezi sche, gegen entsprechendes IgE von allergischen Patienten gerichtete blockierende IgG-Antikörper, nicht aber unter dem AllergenDie Fleischallergie vom verzögerten Typ wird durch α-Gal-Epitope auf Fleischprotein unter anderem von Rind oder Schwein hervorgerufen. Diese vermutlich sekundäre Allergie zeigt einige Besonderheiten – etwa bei den spezi schen IgG-Antikörpern. A ‚eisch, die sich überwiegend gegen llergische Reaktionen gegen Rinddas Bovine Serum-Albumin (BSA) richten, sind schon seit längerem bekannt. 2009 wurde eine weitere Form der Fleischallergie beschrieben, die typischerweise drei bis sieben Stunden nach dem Verzehr von Rind, Schwein oder Lamm aužritt und durch spezi sche IgE-Antikörper gegen Galaktose-α-1,3Galaktose (α-Gal) hervorgerufen wird. Nun wurden die α-Gal-spezi schen IgEund IgG-Reaktivitäten bei 20 Patienten mit einer Fleischallergie vom verzögerten Typ näher charakterisiert. Die Spiegel von Gesamt- und spezi schem IgE wurden per Immuno-CAP bestimmt, Immunoblotting und ELISA sollten Aufschluss geben über die IgEAntworten auf einen Extrakt aus Rinder‚eisch sowie dem Bovinem γ-Globulin (BGG), einem α-Gal-tragendem Rinderprotein. Darüber hinaus wurden die Spiegel der beim Menschen in größeren Mengen vorkommenden α-Gal-spezi schen IgG-Antikörper-Isotypen 1–4 von Probanden mit und ohne Fleischallergie per ELISA miteinander verglichen. Ergebnis: BGG war das in den Immu noblots am häu gsten erkannte Rinderprotein. Die IgE- und IgG-Bindung wurde durch ELISA bestätigt und ließ sich durch eine Präinkubation mit α-Gal komplett au¨eben. Weder die Depletion von autologen α-Gal-spezi schen IgGAntikörpern noch der Zusatz von α-Galp‚aster ohne Toxinzusatz. Dies bestätigt die Ergebnisse einer Studie mit allergischen Patienten, die nach einer hochdosierten epidermalen Bet-v-1-›erapie zwar allergenspezi sche T-Zellantworten, nicht aber entsprechende spezi sche IgG-Antworten entwickelten. Über den Ein‚uss des hitzelabilen E.coli-Toxins im Rahmen der EpikutanSIT kann bisher nur spekuliert werden. Möglicherweise stimuliert es direkt entsprechende B-Zellen oder es verlängert die Anhežungszeit des intakten Allergens auf der Dendriten-Ober‚äche und steigert dadurch die B-Zell-AntigenErkennung. Fazit: Die epikutane SIT induziert le diglich bei Zusatz von hitzelabilem Toxin aus E. coli die Bildung von aller genspezi schen IgG-Antikörpern. Das zeigen erste Tierversuche mit rekombinantem Bet v 1. Cabauatan CR et al. Heat-labile Escherichia coli toxin enhances the induction of allergenspeci c IgG antibodies in epicutaneous patch vaccination. Allergy 2017; 72: 164–8 spezi schem IgG von Probanden ohne Fleischallergie veränderte das spezi sche IgE-Erkennungsmuster der Fleischallergiker. Bei den ‚eischallergischen Patienten waren die Serumspiegel der α-Gal-spezi schen Isotypen IgG1 und IgG3 signi kant erhöht, die Kontrollpersonen hatten dagegen signi kant höhere spezi sche IgG4-Antikörper. Fazit: Spezi sche IgE- und IgG-Antikörper von Patienten mit einer Fleischallergie vom verzögerten Typ erkennen das α-Gal-Epitop auf BGG. Die Serumspiegel von α-Gal-spezi schem IgE sowie IgG1 und 3 sind erhöht, ein IgEblockierender E ekt ließ sich bei den IgG-Antikörpern der untersuchten Patienten – anders als bei Nicht-Fleischallergikern und insgesamt untypisch für eine Nahrungsmittelallergie – nicht nachweisen. Dr. Barbara Kreutzkamp Kollmann D et al. The quantity and quality of α-gal-speci c antibodies dišer in individuals with and without delayed red meat allergy. Allergy 2017; 72: 266–73


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Dr. Barbara Kreutzkamp. Antikörperprofil der α-Gal-Fleischallergie, Allergo Journal, 2017, 12, DOI: 10.1007/s15007-017-1323-y