Das schützt vor erneuten Exazerbationen

CME, May 2017

Dr. Beate Schumacher

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Das schützt vor erneuten Exazerbationen

Das schützt vor erneuten Exazerbationen Zur Vorbeugung von akuten Exazerbati- onen einer COPD (AECOPD) steht ein breites Spektrum an Interventionen zur Verfügung. „Die Prävention geht über die rein medikamentöse €erapie hinaus und sie ist auch nicht nur Sache des Arz- tes“ betonte Dr. Judith Garcia Ay- merich von der Universität in Barcelona. Fünf Maßnahmen zum Schutz vor Exazerbationen Das Vermeiden von akuten Exazerbationen gehört zu den Hauptzielen bei der Behandlung von COPD-Patienten. Aber nicht alle Maßnahmen mit nachgewiesener Schutzwirkung sind generell zu empfehlen, und manche Maßnahmen sollten trotz fehlenden Nachweises genutzt werden. - Für Patienten in einer stabilen Phase der Erkrankung haben der Pneumologin zufolge fünf Maßnahmen eine Schutzwirkung: 1. Die jährliche Impfung gegen In”uen za senkt laut einer Cochrane-Analyse das Risiko für Exazerbationen. 2. Lang wirksame Anticholinergika (LAMA) reduzieren AECOPD und COPD-bedingte Klinikeinweisungen. Das ist vor allem für Tiotropium gut belegt, gilt aber ähnlich für die neueren LAMA. 3. Lang wirksame Betamimetika (LABA) verhindern mittelschwere und schwere AECOPD. 4. Die Kombination aus inhalativem Kortikosteroid (ICS) und LABA schützt auch, und zwar besser als Placebo bzw. ICS allein. 5. Patienten mit integrierter Versorgung leiden seltener an AECOPD als Patienten mit „Standardversorgung“. Garcia Aymerich emp™ehlt deswegen Schulungen und Selbstmanagement für Patienten mit Exazerbationen in der Anamnese. Wenn die COPD trotzdem exazerbiert, kann durch die Behandlung mit systemischen Kortikosteroiden nicht nur die akute Situation gebessert, sondern auch das Risiko für weitere AECOPD gesenkt werden. „Es gibt aber keine Evidenz dafür, dass systemische Steroide langfristig Exazerbationen verhindern“, erklärte die Ärztin. Prävention betreiben kann man außerdem, indem man die Patienten mit einer AECOPD wenn möglich nicht im Krankenhaus, sondern zu Hause behandelt. Das Konzept „hospital at home“ senkt laut Garcia Aymerich das Exazerbationsrisiko. Eine pneumologische Reha nach überstandener AECOPD senkt die Rate weiterer Episoden ebenfalls, und zwar für die nächsten zwölf Monate. Laut Garcia Aymerich gibt es aber auch Maßnahmen, die AECOPD vorbeugen, deren Nutzen aber möglicherweise nicht die Risiken überwiegt. Das gelte z. B. für die präventive Behandlung mit Makrolidantibiotika bei Patienten mit häu™gen Exazerbationen. Ein breiter Einsatz komme wegen des Risikos der Resistenzentwicklung und Hörminderung nicht infrage. Bedenken gebe es auch im Hinblick auf die PDE-4-Hemmer – trotz belegter AECOPD-Prävention bei Patienten mit häu™gen Exazerbationen. So sei z. B. mit einer deutlichen Zunahme von Insomnien zu rechnen. Für Mukolytika wie N-Acetylcystein haben Studien zwar einen Nutzen angedeutet. Garcia Aymerich beurteilt die Qualität dieser Untersuchungen aber als gering. Eine breite Anwendung sei daher nicht zu empfehlen. Umgekehrt verhält es sich bei Rauchstopp, Pneumokokkenimpfung und Rehamaßnahmen für stabile COPD-Patienten. Ob mit diesen Interventionen Exazerbationen verhindert werden, ist bisher zwar nicht ausreichend belegt. Wegen des „herausragenden Nutzens für die COPDPrognose“, so die Pneumologin, sollte von diesen Maßnahmen aber unbedingt Gebrauch gemacht werden. Eindeutig nicht zur Exazerbationsprophylaxe zu empfehlen sind laut Garcia Aymerich systemische Kortikosteroide als Dauertherapie sowie Statine. Auch der Patient muss sich um die Prävention bemühen Wie gut es gelingt, Exazerbationen zu verhindern, hängt auch von der Mitarbeit des Patienten ab. Idealerweise sollte er nicht rauchen, körperlich aktiv sein, gesund essen und sich möglichst wenig einer verqualmten Umgebung oder verschmutzter Lu¤ aussetzen. Für besonders kritisch hält sie die €erapieadhärenz und hier vor allem die korrekte Anwendung der Inhaler. Nach einer Untersuchung aus dem Jahre 2011 werden dabei häu™g grundlegende Fehler gemacht, weil die Patienten z.B. nach der Beladung in das Mundstück ausatmen, die Inhalation zu früh beenden oder danach nicht den Atem anhalten. Welche der genannten Maßnahmen zum Einsatz kommen, ist laut Garcia Aymerich von den Eigenscha¤en und Präferenzen der Patienten abhängig zu ma.ceom chen. „Prävention ist eine Entscheidung. aodb Unsere Aufgabe ist es, den Patienten diese .kco Entscheidung zu ermöglichen, indem wir t/s ihnen alle relevanten Informationen verrtSum ständlich darlegen.“ Dr. Beate Schumacher y n n e J© Symposium „The management of acute exacerbations of COPD“, Kongress der European Respiratory Society, London, September 2016


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Dr. Beate Schumacher. Das schützt vor erneuten Exazerbationen, CME, 2017, 22, DOI: 10.1007/s11298-017-6169-9