Unter Dabigatran-Schutz besonders sicher

MMW - Fortschritte der Medizin, Apr 2017

Dr. med. Dirk Einecke

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Unter Dabigatran-Schutz besonders sicher

MMW Fortschritte der Medizin Unter Dabigatran-Schutz besonders sicher Psychiatrische St?rungen erh?hen KHK-Sterblichkeit Vorhofflimmern zu abladieren gelingt mit wesentlich weniger Komplikationen, wenn der Patient vor, w?hrend und nach der Prozedur mit einem Thrombinhemmer anstelle eines Vitamin-K-Antagonisten antikoaguliert wird. ? Late-Breaking Clinical Trial V-Sitzung, 66. Jahrestagung des American College of Cardiology ACC, Washington, 17.-20. M?rz 2017 Calkins H, et al. Uninterrupted Dabigatran versus Warfarin for Ablation in Atrial Fibrillation. N Engl J Med 2017; doi: 10.1056/NEJMoa1701005 - _ Bei der Ablation von Vorho immern (VF) sind romboembolien und Blutungen gef?rchtete Komplikationen, insbesondere der Schlaganfall und die Herzbeuteltamponade. Zur Prophylaxe erfolgt der Eingri? heute unter oraler Antikoagulation. Die fortgesetzte erapie mit Vitamin-K-Antagonisten ist in dieser Situation am besten untersucht. Allerdings werden heute die meisten Patienten mit neuen oralen Antikoagulanzien (NOAK) behandelt. Was also ist zu tun, wenn ein VF-Patient unter NOAKerapie abladiert werden soll? Bisher lag eine exploratorische Studie (VENTURE-AF) vor, die zeigte, dass Rivaroxaban im Rahmen einer Ablation ebenso sicher zu sein scheint wie ein Vitamin-K-Antagonist. Beim ACC-Kongress wurden jetzt die Ergebnisse der deutlich gr??eren RE-CIRCUIT-Studie vorgetragen. Diese verglich randomisiert bei 635 VF-Patienten Dabigatran (2x 150 mg) mit Warfarin (INR 2?3), wobei die Antikoagulation jeweils 4?8 Wochen vor der Ablation begonnen und danach f?r acht Wochen fortgef?hrt wurde. Ergebnis: Schwere Blutungen innerhalb von acht Wochen nach dem Eingri? (prim?rer Endpunkt) erlitten 5 Patienten (1,6%) unter dem rombinhemmer und 22 Patienten (6,9%) unter Warfarin. Dies entspricht einer relativen Risikosenkung um 77% und einer absoluten Risikosenkung um 5,3%, so Studienautor Prof. Hugh Calkins, John Hopkins Medical Institutions in Baltimore. Schlaganf?lle traten nicht auf. Erheblich weniger Blutungen, keine Schlaganf?lle, zur Not mit Idarucizumab ein spezi?sches Antidot zur Hand ? Calkins ist der ?berzeugung, dass VF-Ablationen in der Praxis k?nftig am besten unter Dabigatran-Schutz erfolgen sollten. _ Patienten mit koronarer Herzkrankheit, die Psychopharmaka einnehmen oder bei denen eine psychiatrische Erkrankung bekannt ist, haben im Vergleich zu mental gesunden Koronarkranken ein signi?kant erh?htes Risiko, im Laufe der n?chsten 12 Jahre zu sterben. Die relative Risikoerh?hung bel?u? sich auf 52% und ist hoch signi?kant (p < 0,0001). Etwas h?u?gere Komorbidit?ten bei den psychisch kranken Patienten k?nnen die Risikoerh?hung nicht erkl?ren, berichteten Autoren beim ACCJahreskongress. Sie hatten in einer Datenbank der Mayo Clinic 5.363 Patienten mit KHK identi?ziert, von denen 804 eine psychiatrische St?rung aufwiesen. Letztere waren etwas j?nger, h?u?ger weiblich und wiesen h?u?ger Begleitkrankheiten auf (Diabetes 20% vs. 16%, Hypertonus 53% vs. 47%, ?bergewicht 41% vs. 35%, Rauchen 10% vs. 7%). Auch ihre k?rperliche Belastbarkeit war gegen?ber den mental unau??lligen KHK-Patienten etwas vermindert. ?DE ACS: Ist der Computer der bessere Diagnostiker? _ Brave New World: Maschinen werden soweit mit Daten gef?ttert, dass sie daraus diagnostische Algorithmen entwickeln und sich ihre Funktion immer weiter verbessert, je mehr sie mit neuen Daten konfrontiert werden. Diese Form der ?k?nstlichen Intelligenz? wird zunehmend auch in der medizinischen Diagnostik angewendet, etwa beim akuten Koronarsyndrom (ACS). 13 Beobachtungsstudien mit zusammen 12.661 liegen hierzu bisher vor. Eine gepoolte Analyse dieser Daten stellt der ?k?nstlichen diagnostischen Intel ligenz? jetzt ein passables Zeugnis aus: Die Sensitivit?t wurde mit 92,5% berechnet, sodass die Wahrscheinlichkeit, dass kein ACS vorliegt, wenn der Computer ein solches diagnostiziert, bei unter 10% liegt. Die Ergebnisse legen nahe, dass zumindest die Ausschlussdiagnostik in absehbarer Zeit mit Hilfe ?k?nstlicher Intelligenz? erfolgen kann.


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Dr. med. Dirk Einecke. Unter Dabigatran-Schutz besonders sicher, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 14, DOI: 10.1007/s15006-017-9454-3