Treibermutation beim Lungenkarzinom

Im Focus Onkologie, Apr 2017

Beate Fessler

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Treibermutation beim Lungenkarzinom

Im Focus Onkologie Treibermutation beim Lungenkarzinom 58. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin vom 22. bis 25. März 2017 in Stuttgart - Etherapie des Lungenkarzinoms ist in wichtiger Schritt in der Systemdie Identi kation von Patienten mit einer Treibermutation. Primär geht es dabei um aktivierende EGFR („epidermal growth factor receptor“)-Mutationen. „Diese Patienten müssen wir nden“, betonte Martin Reck, Großhansdorf. Denn Studiendaten belegen hier nicht nur die überlegene Wirksamkeit von Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) gegenüber der Chemotherapie sonder auch eine bessere Verträglichkeit. Derzeit stehen die TKI Erlotinib, Getinib und Afatinib zur Verfügung. Daten zu Direktvergleichen seien bislang begrenzt. Reck verwies jedoch auf einen prospektiven Vergleich von Afatinib und Ge tinib. Dabei zeigten sich in Bezug auf Ansprechraten und progressionsfreies Überleben (PFS) Vorteile einer Afatinib-“erapie, die aber, so Reck, mit einer höheren Toxizität erkau– würden. Für Sightseeing – hier das Stuttgarter Schloss – war auf dem DGP kaum Zeit. Relevant ist aus seiner Sicht auch die Frage nach den „uncommon mutations“, sprich EGFR-Mutationen, die nicht den klassischen Exon-19- oder -21-Mutationen zuzuordnen sind. „Hier gibt es eine Gruppe von Patienten, bei denen wir denitiv keine “erapie mit einem TKI empfehlen würden, und das sind Patenten mit einer Exon-20-Insertionsmutation“, erklärte Reck. In der neuen S3-Leitlinie, die bereits ante portas steht, ist auch die Kombination von Antiangiogenese und EGFRHemmung berücksichtigt. Die Kombination aus dem VEGF(„vascular endothelial growth factor“)-Hemmer Bevacizumab plus Erlotinib hat einen Vorteil für das PFS gezeigt. „Auch das ist eine Option um das Entstehen einer EGFRT790M-Mutation zu verzögern“, so Reck. Resistenzvermittelnde Mutationen Erleben Patienten mit EGFR-Mutation unter einem TKI einen Progress, muss die Resistenzvermittelnde Mutation gesucht werden. Dies sei klinisch relevant, weil es für Patienten etwa mit einer EGFR-T790M-Mutation eine spezi sche “erapie mit EGFR-TKI der dritten Ge neration gebe, die mit Ansprechraten zwischen 53–70 % und einem PFS zwischen neun und 13 Monaten eine „beeob achtliche“ Wirksamkeit zeige, betonte .ka Reck. d t/sco Er verwies dabei auf die AURA-3-Stulfed die, in der Osimertinib mit einer platinön basierten Chemotherapie bei Patienten h lSe verglichen wurde, die bereits mit einem c aun TKI vorbehandelt waren. „Diese Daten ©M belegen eine hochsigni kante Wirksamkeit, insbesondere auch bei Patienten mit ZNS-Metastasen.“ Osimertinib steht in Deutschland derzeit allerdings nicht zur Verfügung. Was tun bei ALK-Translokation? Eine zweite wichtige onkogene Alteration, die auch in der S3-Leitlinie Erwähnung nden wird, ist die ALK(„anaplastic lymphoma kinase“)-Translokation. Für Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) ist Crizotinib in der Zweitlinie nach Chemotherapie sowie in der Erstlinientherapie zugelassen. Es zeigte signi kant bessere Wirksamkeit gegenüber Pemetrexed oder Docetaxel in der Zweitlinientherapie sowie gegenüber Cisplatin/Pemetrexed in der Erstlinie, und dies bei geringeren Nebenwirkungsraten und besserer Symptomkontrolle. Allerdings übersetzte sich dies nicht in ein besseres Gesamtüberleben. Kommt es nach Vorbehandlung mit Crizotinib zu einem “erapieversagen, steht als neue Option Ceritinib zur Verfügung. In der ASCEND-5-Studie, in der Ceritinib mit einer platinbasierten Chemotherapie nach Crizotinib-“era pie bei ALK-Translokation untersucht wurde, ergab sich ein signi kanter Vorteil im PFS durch Ceritinib. Erkannt werden sollten auch Patienten mit einer ROS1-Translokation. Davon betro¨en ist zwar nur 1 % der Patienten mit Lungenkrebs. Doch es steht mit Crizotinib eine gezielte “erapie zur Verfü gung, auf die die Patienten „über viele Monate ansprechen“, betonte Reck. Er sprach sich zudem für die Integration einer komplexen molekularen Diagnostik in der Betreuung von Patienten mit Lungenkrebs aus, um potenziell behandelbare Treibermutationen, wie BRAF-V600E, HER2-Mutationen, aber auch MET-Ampli kationen zu nden. Beate Fessler


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Beate Fessler. Treibermutation beim Lungenkarzinom, Im Focus Onkologie, 2017, 54-54, DOI: 10.1007/s15015-017-3253-7