Histaminarme Diät gegen chronische Urtikaria

Allergo Journal, Apr 2017

Dr. Beate Schumacher

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15007-017-1325-9.pdf

Histaminarme Diät gegen chronische Urtikaria

Allergo J Antigenspezi sche Toleranzinduktion durch regulatorische T-Zellen F(Tregs) vermitteln die immunologi- OXP -positive regulatorische T-Zellen sche Selbsttoleranz sowie die Toleranz ge- genüber harmlosen Umweltallergenen. Noch weitgehend unbekannt ist bisher aber die Frage in wieweit die Treg-ver- mittelte Toleranz antigenspezi­sch ist und was passiert wenn die Toleranz ge- genüber bestimmten Umweltallergenen abhandenkommt so wie es bei Allergien der Fall ist. Diese Wissenslücke resultiert zu ei- nem Großteil auf Schwierigkeiten bei der Identi­zierung antigenspezi­scher Tregs beim Menschen - zu gering ist die Zahl der jeweiligen Klone um direkt durchŒusszytometrisch bestimmt wer- den zu können. Mit dem neuen Verfah- ren „Antigen-reactive T cell enrichment“ - (ARTE) lässt sich dieses Problem beheben. Dazu werden menschliche mononukleäre Zellen des peripheren Blutes (PBMC) oberŒächenspezi­sch mit einem magnetischen Marker versehen und magnetisch angereichert, sodass noch in sehr geringen Mengen vorkommende antigenspezi­sche T-Zell-Klone in ausreichend großer Menge untersucht werden können. Um einen Überblick über die antigenspezi­sche Toleranzregulation von humanen Tregs zu erhalten, wurden PBMC von gesunden und allergischen Probanden mit repräsentativen Allergenen von Pollen, Hausstaubmilben oder Pilzsporen inkubiert und die antigenspezi­schen Tregs per ARTE und DurchŒusszytometrie analysiert. Die Ergebnisse lassen die Histaminarme Diät gegen chronische Urtikaria Kann man durch den Verzicht auf stark histaminhaltige Lebensmittel die Symptome einer chronisch spontanen Urtikaria bessern? In einer deutschen Studie funktionierte das Rezept. E scher Urtikaria und Histaminauf in Zusammenhang zwischen chroninahme wird schon länger vermutet. In Studien wurden bei betro¡enen Patienten Abweichungen im Histaminsto¡wechsel und eine Induzierbarkeit von Attacken durch intraduodenale Histamingabe beobachtet. Zudem berichten viele Patienten über eine Verschlechterung ihrer Beschwerden nach dem Genuss von Rotwein, Hartkäse oder anderen histaminreichen Lebensmitteln. Ihre subjektive Einschätzung erhält nun Unterstützung durch eine aktuelle Studie mit 56 Patienten mit chronisch spontaner Urtikaria (CsU), die von gastrointestinalen Beschwerden begleitet war. Im Rahmen der Studie wurden sie gebeten, sich mindestens drei Wochen lang gemäß einer Liste mit erlaubten Lebensmitteln zu ernähren. Ihre Ernährung und die Urtikaria-Aktivität gemäß Urticaria Activity Score (UAS, 0–6 Punkte) sollten sie in einem Tagebuch dokumentieren. Die Summe der UAS-Werte an den vier Tagen vor Beginn der Intervention (UAS4) betrug im Mittel 9,05; sie reduzierte sich auf 4,23 an den letzten vier Tagen der Diät. Allerdings pro­tierten nicht alle Patienten: Bei neun (16 %) wurde keine Veränderung und bei fünf (9 %) sogar eine Zunahme der Urtikariaaktivität festgestellt. Den primären Studienendpunkt, eine Verbesserung von mindestens drei Punkten im UAS4, erreichten 34 Patienten (61 %). Im Mittel war der UAS4 bei ihnen um 8,59 Punkte zurückgegangen. Schlussfolgerungen zu, dass die Toleranz gegenüber Aeroallergenen durch allergenspezi­sche Tregs vermittelt wird. Es ergaben sich allerdings keine Hinweise auf dysfunktionale Treg-Antworten auf Aeroallergene bei Allergikern. Vielmehr scheint sich das allergische Geschehen eher auf der Ebene der oe2-Zellen abzuspielen: Die Tregs und oe2-Zellen der einzelnen allergischen Spender reagierten auf unterschiedliche Proteine. Fazit: Regulatorische T-Zellen sind an der Ausbildung einer Toleranz gegenüber Aeroallergenen maßgeblich beteiligt. Doch scheinen die Treg-Antworten bei Allergikern nicht schlechter zu funktionieren als bei Gesunden. Weitere Untersuchungen müssen nun die genauen Mechanismen des allergenspezi­schen Toleranzverlusts bei Allergiepatienten untersuchen. Möglicherweise entziehen sich die oe2-Zellen von Allergikern der Treg-Kontrolle. Dr. Barbara Kreutzkamp Bacher P et al. Regulatory T cell speci city directs tolerance versus allergy against areoantigens in humans. Cell 2016; 167: 1067–78 Die Lebensqualität der Patienten verbesserte sich statistisch signi­kant um 5,46 Punkte im Urtikaria-spezi­schen Fragebogen CU-Q(2)oL. Im Dermatological Life Quality Instrument Questionnaire (DLQI) wurde das Signi­kanzniveau dagegen verfehlt. Der Rückgang der Urtikariasymptome spiegelte sich auch in der Einnahme von Antihistaminika wider: Sie ging durchschnittlich um fast eine Tablette (0,93) pro Tag zurück. Fazit: Unter einer histaminarmen Ernährung gingen bei den CsU-Patienten die Symptome zurück und die Lebensqualität verbesserte sich. Zwar lässt sich aufgrund des fehlenden Vergleichs ein gewisser Placeboe¡ekt der Intervention nicht ausschließen, die Studienautoren gehen aber davon aus, dass der E¡ekt im Wesentlichen auf den Histaminverzicht zurückzuführen ist. Dr. Beate Schumacher


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15007-017-1325-9.pdf

Dr. Beate Schumacher. Histaminarme Diät gegen chronische Urtikaria, Allergo Journal, 2017, 14, DOI: 10.1007/s15007-017-1325-9