Jeder zweite Nierenstein vermeidbar

Uro-News, May 2017

Dr. Beate Schumacher

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Jeder zweite Nierenstein vermeidbar

URO-NEWS Suprapubischer Katheter von Vorteil DHarnableitung die postoperativen ie Vorteile einer suprapubischen Schmerzen betre°end müssen nicht mit einer höheren Strikturrate erkau„ wer - den wenn auf eine Schienung der vesik- ourethralen Anastomose verzichtet wird. Das haben Urologen um Nina Harke in einer Studie gezeigt. Die Studienteilnehmer Männer mit klinisch auf das Organ begrenztem Prostatakrebs wurden roboterunter- stützt radikal prostatektomiert. Allen wurde intraoperativ ein transurethraler Katheter gelegt. In randomisierter -Zuordnung erhielt eine Gruppe der Männer nach Kontrolle der Anastomose auf Dichtigkeit zusätzlich einen supra- pubischen Katheter bei ihnen wurde der transurethrale Katheter am Morgen des ersten postoperativen Tages gezogen. In Harke N et al. Postoperative patient comfort in suprapubic drainage versus transurethral catheterization following robot-assisted radical prostatectomy: a prospective randomized clinical trial. World J Urol. 2017; 35: 389-94. - der anderen Gruppe blieb es bei der transurethralen Harnableitung. Die Schmerzstärke wurde vom ersten postoperativen Tag bis zum Ziehen des Katheters am Tag fünf und auch noch am sechsten postoperativen Tag gemessen. Mit Ausnahme des ersten und letz ten Tages war der Schmerzwert auf einer numerischen Skala von 0 bis 10 (schlimmste Schmerzen) in der Gruppe mit suprapubischem Katheter immer signi¥kant – absolut betrachtet um gut 1 Punkt – niedriger als in der Gruppe mit transurethralem Katheter. Die erzielten Werte sanken dabei im Lauf der Tage von 3–4 Punkten auf 1 Punkt. Trotz fehlender Schienung waren während der medianen Nachbeobachtungszeit von 22 Monaten keine funktionellen Nachteile nach suprapubischer HarnableiJeder zweite Nierenstein vermeidbar Einer Kohortenstudie zufolge könnten fünf Lebensstilfaktoren für mehr als die Hälfte aller Nierenkonkremente verantwortlich sein. DFlüssigkeitsaufnahme oder Kalzi ass Lebensstilfaktoren wie Gewicht, umzufuhr einen Ein uss auf das Risiko für Nierensteine haben, ist bekannt. Ärzte der Universität Rom und der Harvard Medical School haben nun untersucht, wie hoch ihr Beitrag zum erstmaligen Au„reten von symptomatischen Nieren steinen auf Bevölkerungsebene einzuschätzen ist. „Den BMI im Normbereich zu halten, ausreichend zu trinken, viel Obst und Gemüse und fettarme Milchprodukte zu essen (DASH-Diät), auf eine adäquate Kalziumzufuhr zu achten und wenig gesüßte Getränke zu trinken war mit einem klinisch relevant niedrigeren Risiko für Nierensteine assoziiert“, schreiben die Autoren um Pietro M. Ferraro. Für die Analyse wurden Daten von drei prospektiven Kohortenstudien – Health Professionals Follow-up Study ten aufgetretenen Nierensteine der Exposition zu einem bestimmten Risikofaktor zuzuschreiben waren. Den höchsten PAF-Wert erzielte in der HPFS-Kohorte eine geringe Flüssigkeitszufuhr; sie war demnach für 26,0 % aller Fälle verantwortlich. In den NHS-Kohorten dagegen wurden die meisten Fälle, 21,8 % und 18,9 %, auf einen erhöhten BMI zurückgeführt. Durch die fünf Risikofaktoren zusammen ließen sich je nach Kohorte 55,1–57,0 % aller Steinkomplikationen erklären. Fazit: Durch die vollständige Meidung der beschriebenen Risikofaktoren wäre gut die Häl„e aller beobachteten Fälle zu verhindern gewesen. Diese Größenordnung passt laut Ferraro und Kollegen zu den publizierten Abschätzungen bezüglich des Anteils von Umwelt und Genen an der Entstehung von Nierensteinen. Dr. Beate Schumacher


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Dr. Beate Schumacher. Jeder zweite Nierenstein vermeidbar, Uro-News, 2017, 42, DOI: 10.1007/s00092-017-1489-3