Gleichgewichtssinn bei Migräne: Je schwerer die Erkrankung desto schlechter die Balance

Schmerzmedizin, May 2017

Dr. Barbara Kreutzkamp

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Gleichgewichtssinn bei Migräne: Je schwerer die Erkrankung desto schlechter die Balance

Schmerzmedizin Gleichgewichtssinn bei Migräne: Je schwerer die Erkrankung desto schlechter die Balance Migräneattacken hinterlassen Spuren im Gehirn. Das hat wohl auch Auswirkungen auf das Gleichgewichtsorgan. Eine monozentrische Studie korreliert erstmals das Ausmaß von Balance-Störungen mit dem Schwere- grad der Migräne. - P ten mehr oder weniger stark ausge atienten mit Migräne haben nicht selprägte Schwierigkeiten mit der Balancekontrolle. Denkbar ist eine pathophysiologische Verbindung zwischen Migräneattacken und (ischämisch bedingten) Läsionen im posterioren Hirnstromgebiet und einer Vestibularisstörung. Demzufolge müssten Patienten mit häu­gen Attacken sowie begleitender Aura stärkere Gleichgewichtsstörungen haben als ihre nicht so stark betroƒenen Leidensgenossen. Eine monozentrische Studie untersuchte diese Hypothese. Einbezogen waren 105 Frauen im Alter zwischen 18 und 55 mit einer ICHDIII-diagnostizierten Migräne mit und ohne Aura sowie mit chronischer Migräne zusammen mit 35 gesunden Kontrollprobandinnen. Mögliche Störungen der Gleichgewichtskontrolle wurden mithilfe des modi­zierten Sensory Organization-Tests (mSOT) und des Limits of Stability-Tests (LoS) untersucht. Beim mSOT steht der Proband in standardisierter Position auf einer vibrierenden Kra”messplatte, die während standardisierter Abläufe – zum Beispiel mit geöƒneten und geschlossenen Augen – die Belastungsausschläge misst. Beim LoS werden verschiedene Parameter bei im festen Stand ausgeführten Körperneigungen in verschiedene Richtungen erfasst. Die Beurteilung der MessergebnisCFS bei Jugendlichen: Fast jeder Sechste ist auch chronisch schmerzgeplagt Das chronische Müdigkeitssyndrom (CFS) und chronische Schmerzsyndrome überlappen sich. Ob das schon bei Jugendlichen zutri‚t, sollte eine Geburtskohortenstudie zeigen. Denn zusätzliche Schmerzen erfordern eine komplexere CFS-Therapie. atienten mit chronischem Müdigkeitssyndrom (chronic fatigue syndrome, CFS) klagen o”mals auch über Schmerzen, was sich unter anderem in den CFSDiagnoseschlüsseln widerspiegelt. Die Überlappung von CFS mit CWP (chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, chronic widespread pain) bei Erwachsenen ist bekannt. Im Rahmen der Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC) sollten nun auch mögliche Assoziation bei 17-jährigen Juse erfolgte durch einen neutralen Beobachter, der über den Erkrankungsstatus des Teilnehmers nicht informiert war. Insgesamt zeigten Probanden mit einer Aura-Migräne und einer chronischen Migräne im mSOT signi­kant schlechtere Ergebnisse in der Balancekontrolle als Probanden ohne Migräne. In den erschwerten mSOT-Versuchen mit einer schaumsto˜eschichteten Platte schnitten Patienten mit Aura und chronischer Migräne ebenfalls signi­kant schlechter ab als Probanden ohne Aura. Im LoS ergaben sich signi­kante Unterschiede zwischen allen Migränegruppen und der Kontrollgruppe bei der Reaktionszeit, der Bewegungsgeschwindigkeit und der maximalen Körperauslenkung. Erfasste Kovariablen wie BMI, Medikamenteneinnahme, körperliches Training oder Vorhandensein von iktalem oder interiktalem Schwindel beein›ussten die Ergebnisse nicht. Fazit: Migräne-Patienten haben einen eingeschränkten Gleichgewichtssinn beziehungsweise eine schlechtere BalanceFähigkeit als gesunde Probanden. Die Gleichgewichtstörungen sind vor allem bei Patienten mit Aura und mit chronischer Migräne ausgeprägt. Betroƒenen mit klinisch relevanten Störungen sollte ein spezi­sches Balance-Training angeboten werden. Dr. Barbara Kreutzkamp Carvalho GF et al. Balance impairments in di‚erent subgroups of patients with migraine. Headache 2017; 57:363–74 gendlichen näher untersucht werden – nicht zuletzt, um in der CFS-£erapie die Schmerzkomponente besser als bisher berücksichtigen zu können. Ausgewertet wurden dazu Schmerzfragebögen und strukturierte klinische Interviews von 3.215 in 1991/92 geborenen Teilnehmern der ALSPAC-Kohorte. Anhand der Angaben aus den Schmerzfragebögen konnte bei 4,5% der Jugendlichen auf ein CWP und anhand der Angaben im klinischen Interview bei 2,6% auf ein CFS geschlossen werden. Jugendliche mit einem CFS hatten eine deutlich gesteigerte Wahrscheinlichkeit für ein zusätzliches CWP (Odds ratio 3,87; 95%


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Dr. Barbara Kreutzkamp. Gleichgewichtssinn bei Migräne: Je schwerer die Erkrankung desto schlechter die Balance, Schmerzmedizin, 2017, 26, DOI: 10.1007/s00940-017-0564-x