Frühe Hitzewallungen — frühe Atherosklerose?

gynäkologie + geburtshilfe, May 2017

Dr. Beate Schumacher

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Frühe Hitzewallungen — frühe Atherosklerose?

Weniger Brustkrebsfälle bei regelmäßiger ASS-Einnahme Amenopausalen Hitzewallungen und uf eine Verbindung zwischen (peri-) einer schlechteren Endothelfunktion wiesen schon frühere Studien hin. Diese haben allerdings Schwächen unter ande- rem weil die Häu gkeit von Hitzewallun- gen subjektiv und rückblickend ermittelt wurde oder weil andere kardiovaskuläre Risikofaktoren etwa der sinkende Östra- diolspiegel nicht berücksichtigt wurden. Ärzte der Universitäten Pittsburgh und Bern haben daher eine weitere Studie auf- gelegt in der diese Fehler vermieden wurden. Die Studienteilnehmerin- nen zwischen und Jahren waren Nichtraucherinnen und frei von kardio- vaskulären Erkrankungen jeweils die Häl'e hatte tägliche bzw. keine Hitze- Frauen, die regelmäßig niedrig dosiertes ASS einnehmen, erkranken seltener an Brustkrebs. Die Schutzwirkung scheint sich auf Hormonrezeptor-positive/ HER2-negative Tumoren zu beziehen. - wallungen. Hitzewallungen wurden sowohl in Tagebüchern dokumentiert als auch mit einem tragbaren Monitor über die Leitfähigkeit der Haut im Sternumbereich gemessen. Zur Quanti zierung der Endotheldysfunktion diente die ˜ussabhängige Dilatation (FAD) der A. brachialis. Insgesamt gab es bei Frauen mit und ohne „Flashes“ keine Unterschiede bezüglich der FAD. Lediglich in der Altersgruppe der 40–53-Jährigen war die FAD bei den betro¢enen Frauen signi kant niedriger als bei den beschwerdefreien, sie bewegte sich auf dem gleichen Niveau wie in der Gesamtgruppe der 56–60-Jährigen. Dabei el die FAD umso schlechter aus, je häu ger messbare Wallungen auf Sdass ASS, ähnlich wie beim Kolonkar chon länger gibt es Hinweise darauf, zinom, auch beim Mammakarzinom eine präventive Wirkung haben könnte; die Daten sind jedoch uneinheitlich. USamerikanische Onkologen erklären die Unstimmigkeiten auch damit, dass in vielen Studien weder nach dem Rezeptorstatus der Tumoren noch zwischen niedrigund normaldosiertem ASS unterschieden wurde. Ein Schutz sei jedoch nur durch die regelmäßige Einnahme von NiedrigDosis-ASS erreicht und beruhe auf dem Rückgang von Hormonrezeptor(HR)-positiven/HER2-negativen Tumoren. Forscher haben nun den Zusammenhang anhand prospektiv erhobener Daten aus der California Teacher Study untersucht. Von rund 57.000 Frauen, die 2005/2006 im Alter von median 61 Jahren Angaben zu Gesundheit und Lebensstil inklusive NSAR-Anwendung gemacht hatten, erkrankten in den nächsten sieben Jahren 1.457 an Brustkrebs, mehr als zwei Drittel an HR-positiven/HER2-negativen Tumoren. 23% aller Frauen schluckten mindestens dreimal pro Woche NiedrigDosis-ASS (81 mg/d). Ihr Brustkrebsrisiko war, unter Berücksichtigung bekannter Risikofaktoren, um 16% geringer als das von Frauen ohne NSAR-¯erapie. Dafür maßgeblich war ein Rückgang des Risikos für HR-positive/HER2-negative Tumoren um 20%. Bei Tumoren mit anderem Rezeptorstatus war kein Vorteil zu erkennen. Eine mindestens dreimal wöchentliche Einnahme von NSAR (inkl. ASS) war dagegen nicht mit einem reduzierten Risiko für Brustkrebs oder einen einzelnen Subtyp assoziiert. Dasselbe galt für die ASS-Dosis von 325 mg, wie es in den USA angeboten wird. Die Diskretraten. Der Zusammenhang konnte weder durch sinkende Östradiolspiegel noch durch andere kardiovaskuläre Risikofaktoren erklärt werden. Die Varianz in der FAD ließ sich zu einem größeren Anteil auf die Hitzewallungen als auf einen der anderen Risikofaktoren zurückführen. Im Gegensatz dazu erlaubten die Angaben der Studienteilnehmerinnen zur Häu gkeit der „Flashes“, zu ihrem Schweregrad und zur damit verbundenen Belastung keine Rückschlüsse auf die Endothelfunktion. „Eine Verschlechterung der Endothelfunktion ist ein Initialereignis bei der Atheroskleroseentstehung“, erinnern die Studienautoren. Häu ge Hitzewallungen bei Frauen in ihren 40ern oder frühen 50ern könnten daher „das Entstehen einer vaskulären Dysfunktion anzeigen“. Dr. Beate Schumacher Thurston R. et al. Physiologically assessed hot ‚ashes and endothelial function among midlife women. Menopause 2017, online 10. April panz zum „Herz-ASS“ erklären die Autoren damit, dass ASS in der höheren Dosierung zur Schmerztherapie und daher sporadischer eingesetzt werde. Wie lange die Frauen eine regelmäßige Niedrig-Dosis-ASS befolgten – seit mehr oder weniger als zehn Jahren – hatte keinen Ein˜uss auf den Rückgang des Krebsrisikos. Auch durch Übergewicht wurde der Zusammenhang zwischen Herz-ASS und Brustkrebs nicht verändert. „Die schon früher berichtete Assoziation zwischen niedrig dosiertem ASS und Brustkrebs wird möglicherweise getrieben durch eine spezi schere Assoziation mit HR-positiven/HER2-negativen Tumoren“, so Clarke et al. Eine mögliche Erklärung sei die Aromatase-hemmende Wirkung von ASS oder ein antiin˜ammatorischer E¢ekt. Weitere Studien seien notwendig, in denen niedrig dosiertes ASS „als breit verfügbare und nicht teure Möglichkeit der Chemoprävention des häu gsten Brustkrebstyps“ näher unter sucht werden soll. Dr. Beate Schumacher Clarke C.A. et al. Regular and low-dose aspirin, other nonsteroidal anti-in‚ammatory medications and prospective risk of HER2-de•ned breast cancer: the California Teachers Study. Breast Cancer Research 2017, online 1. Mai


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Dr. Beate Schumacher. Frühe Hitzewallungen — frühe Atherosklerose?, gynäkologie + geburtshilfe, 2017, 15-15, DOI: 10.1007/s15013-017-1167-2