Vermehrt Spinaliome unter TNF-alpha-Hemmern

rheuma plus, May 2017

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Vermehrt Spinaliome unter TNF-alpha-Hemmern

Vermehrt Spinaliome unter TNF-alpha- Hemmern Eine Behandlung mit TNF-alpha-Hemmern scheint das Risiko für ein Plattenepithelzellkarzinom um rund 80 % zu erhöhen. Darauf deuten US-Versicherungsdaten. Hier steht eine Anzeige. - Immer wieder gibt es Befürchtungen, Biologika könnten das Krebsrisiko steigern. Sie sind nicht unbegründet, greifen die Medikamente doch häufig massiv ins Immunsystem ein. Aus diesem Grund haben sich Ärzte um Dr. Maryam Asgari vom Massachusetts General Hospital in Boston einmal gezielt die Krebsrate bei Psoriasispatienten unter einer systemischen Biologikabehandlung angeschaut. Dabei fanden sie vor allem eine erhöhte Rate von Spinaliomen. Die Gesamtkrebsrate war jedoch nicht gesteigert. Tumorrate insgesamt nicht erhöht Die Forscher um Asgari konnten für ihre Analyse auf Angaben des US-Versicherers Kaiser Permanente zurückgreifen. Sie bezogen sich auf rund 3,4 Millionen Personen in Nordkalifornien. Berücksichtigt wurden knapp 5900 Psoriasiskranke, die zwischen 1998 und 2011 eine systemische Behandlung bekommen hatten. Die Ärzte unterschieden dabei zwischen einer Therapie mit Biologika (2285 Patienten) und einer Behandlung ausschließlich mit anderen Medikamenten, etwa Methotrexat, Retinoiden oder Cyclosporin (3604 Patienten). Zur Biologikagruppe zählte jeder, der mindestens ein Rezept mit einem entsprechenden Wirkstoff bekommen hatte, zu 97 % war dies ein TNF-alpha-Hemmer. Ausgeschlossen von der Analyse wurden Patienten mit vorhergehenden Krebserkrankungen, Lebererkrankungen, HIV sowie Organoder Knochenmarktransplantationen. Die Nachbeobachtungsdauer lag im Schnitt bei 5,5 Jahren. Zwischen den Gruppen gab es durchaus einige relevante Unterschied: Patienten mit Biologika waren im Schnitt etwas jünger als solche ohne, schwerer krank, hatten häufiger eine Psoriasis-Arthritis und waren öfter mit UV-Licht behandelt worden. Überraschenderweise erkrankten die Patienten mit Biologika seltener an Tumoren als die ohne (8,2 versus 11,5 %). Wurden jedoch Alter, Geschlecht, Vortherapien und Komorbiditäten berücksichtigt, ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Spinaliome bei 5 % mit Biologika Umgekehrt verhielt es sich mit NichtMelanom-Hauttumoren: Sie traten mit 12,0 versus 11,4 % bei den Biologikapatienten etwas häufiger auf. Wurden wiederum Alter und andere Unterschiede berücksichtigt, berechneten Asgari und ihr Team sogar ein 42 % erhöhtes Risiko für solche Tumoren unter Biologika. Dieser Unterschied ließ sich im Wesentlichen auf eine erhöhte Rate von Plattenepithelzellkarzinomen zurückführen. Daran erkrankten 4,8 % der Patienten mit Biologika, aber nur 3,7 % ohne. Nach diversen Adjustierungen konnten die Forscher daraus ein um 81 % höheres Spinaliomrisiko unter Biologika ableiten. Das Basaliomrisiko scheint mit TNFalpha-Hemmern ebenfalls höher zu sein, hier stellten die Wissenschaftler aus Boston jedoch nur einen nicht signifikanten Unterschied von 23 % fest. In ähnlicher Weise fanden sie auch ein um 57 % erhöhtes Melanomrisiko, allerdings traten Melanome so selten auf, dass dieser Unterschied statistisch betrachtet nicht auffällig war. Nach Auffassung der Ärzte um Asgari ist es zunächst einmal beruhigend, dass die Tumorgefahr für Psoriasispatienten unter einer systemischen TNFalpha-Hemmer-Therapie insgesamt nicht steigt. Allerdings ergibt sich aus der Analyse ein deutlich erhöhtes Risiko für Spinaliome. Dem sollten Ärzte mit einer konsequenten dermatologischen Kontrolle begegnen.


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Vermehrt Spinaliome unter TNF-alpha-Hemmern, rheuma plus, 2017, 42, DOI: 10.1007/s12688-017-0121-7