Bayern zeigt sich großzügig

Der Freie Zahnarzt, May 2017

sas

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Bayern zeigt sich großzügig

Keramiken und Kunststoffe verdrängen zunehmend Metalle „Metalle im Mund: Brauchen wir sie noch? Können sie krank lungsmaterial Amalgam, das wegen seines 50-prozentigen machen?“ Diese Fragen hat die Deutsche GesellschaŽ für Quecksilberanteils immer wieder in der Kritik steht. Er erklärte, Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) Mitte Mai auf dass der Trend aus ästhetischen Gründen zunehmend weg vom einer wissenschaŽlichen Pressekonferenz in Berlin aus verschie- Amalgam hin zu minimalinvasiven Füllungstechniken gehe. denen Blickwinkeln beleuchtet. Wie DGZMK-Präsident, Prof. „Daher haben die Komposite das Amalgam heute de facto als Dr. Michael Walter, einleitend betonte, seien im Gegensatz zur Massenfüllungsmaterial abgelöst“, sagte Frankenberger. Aus weit verbreiteten Wahrnehmung die Risiken, die von Metallen toxikologischen Gründen auf Amalgam zu verzichten und auf im Mund ausgehen, aus wissenschaŽlicher Perspektive eher ge- Ersatzmaterialien zurückzugreifen, sieht Frankenberger nicht ring. Daher sprach er sich für einen „faktenbasierten Umgang“ als notwendig an. mit diesem ¢ema aus. „Keramiken und Kunststo-e können „Ein perfekt biokompatibles Füllungsmaterial gibt es nicht. Metalle heute bei vielen ¢erapien schon ersetzen, ganz ver- Es gilt daher, eine stringente Risikoabschätzung durchzufühdrängen können sie diese aber noch nicht“, sagte Walter. ren. Nach dieser ist die Verwendung von Amalgam und AmalMit Blick auf die Verträglichkeit von Metallen klärte Priv.-Doz. gamersatzmaterialien in der Regel unbedenklich. Das heißt, das Dr. Anne Wolowski vom Arbeitskreis Psychologie und Psycho- Risiko ist akzeptabel.“ somatik in der DGZMK auf, dass die Wahrnehmung eines Allergierisikos auf Metalle in der Bevölkerung im Widerspruch zu wissenschaŽlichen Forschungsergebnissen stehe. Unverträglichkeitsreaktionen seien eher selten. Die Zahnmedizinerin vom Universitätsklinikum Münster rät bei unklaren Beschwerden wie Müdigkeit und Mundtrockenheit oder dem Verdacht auf eine Unverträglichkeit unbedingt zur Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Allgemeinmedizinern. Diagnostik und weitere ¢erapie seien unter anderem abhängig von der Art der Beschwerden, der Vorgeschichte und vorliegender körperlicher Befunde. Zudem sollte eine vorschnelle und von Polemik gesteuerte Diagnostik vermieden werden. Unsicherheiten durch unbegründete Spekulationen würden zur Überschätzung eines objektiven Risikos führen. Dieser sogenannte Noceboe-ekt belaste Betro-ene unnötig in hohem Maße, so Wolowski. Titanimplantate sind nach wie vor Goldstandard Prof. Dr. Stefan Wolfart von der Deutschen GesellschaŽ für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien betonte, dass der Einsatz von Metallen für Zahnersatzversorgungen stark rückläužg sei. Moderne Keramiken könnten jedoch nicht überall als Ersatz dienen. „Ganz ohne Metalle geht es vor allem bei großen Brücken, in der Implantatprothetik und bei herausnehmbaren Prothesen noch nicht“, sagte Wolfart. Bei Zahnlosigkeit dienen zahnärztliche Implantate, die überwiegend aus Titan gefertigt werden, als ¢erapiealternative. „Die weitgehend problemlose Verwendung von Titanimplantaten ist wissenschaŽlich bestens belegt“, bestätigte Prof. Dr. Frank Schwarz, Präsident der Deutschen GesellschaŽ für Implantologie. Aktuell seien Titanimplantate der „Goldstandard“. Keramikimplantate können aus Sicht von Schwarz bei bestimmten Indikationen eingesetzt werden. Aber hier müsse die Forschung noch weitergehen, und die Entwicklung bleibe abzuwarten. Wunsch nach mehr Ästhetik verdrängt Amalgam Prof. Dr. Roland Frankenberger von der Deutschen GesellschaŽ für Zahnerhaltung widmete sich in seinem Vortrag dem FülDass es immer weniger junge Ärzte und Zahnärzte aufs Land zieht, ist eine Tatsache, der viele Politiker bereits ins Auge sehen. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) will kün-f tig mit mehr Geld mehr junge Ärzte in die ländlichen Gebiete locken. Statt bisher 300 Euro sollen Stipendiaten, die sich verp‹ichten, nach dem Studium als Arzt im ländlichen Raum tätig zu werden, in ZukunŽ 500 Euro monatlich bekommen, sagte die Ministerin laut Ärztenachrichtendienst bei der Landesversammlung des Hartmannbundes in Bamberg. Der Freistaat fördere zudem die Niederlassung von Ärzten in Kleinstädten mit bis zu 60.000 Euro. Allein an den Finanzen hängt das Problem der ärztlichen und zahnärztlichen Land‹ucht nach Au—assung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) allerdings nicht. „Wir müssen vielmehr die Rahmenbedingungen verbessern, die eine Niederlassung auf dem Land wieder attraktiv machen und heutigen Lebensentwürfen junger Ärzte und Zahnärzte entspricht“, sagte der FVDZ-Bundesvorsitzende Harald Schrader. Der Freie Verband entwickelt derzeit das Modell genos senschaŽlich betriebener Praxen, die gerade für die junge Zahnärzte- und Ärztegeneration gute Möglichkeiten bieten, ohne hohen žnanziellen Einsatz freiberu‹ich in der Praxis tätig zu sein. „Die Angebote aus der Politik können dabei allerdings Hand in Hand gehen, mit Angeboten, die aus dem Be rufsstand kommen“, sagte Schrader. sas


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sas. Bayern zeigt sich großzügig, Der Freie Zahnarzt, 2017, 12, DOI: 10.1007/s12614-017-6844-y