Auch das Pankreaskarzinom differenzierter betrachten

Im Focus Onkologie, May 2017

Beate Fessler

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Auch das Pankreaskarzinom differenzierter betrachten

Im Focus Onkologie Auch das Pankreaskarzinom di erenzierter betrachten Das Pankreaskarzinom hat eine schlechte Prognose. Und lange Zeit hat sich daran auch nichts geändert. Nun kommt Bewegung in die Therapie. Auch, weil man erkannt hat: Pankreaskarzinom ist nicht gleich Pankreaskarzinom. B des Pankreaskarzinoms stetig an. is zum Jahr 2010 stieg die Letalität Und noch immer sterben die meisten Patienten innerhalb der ersten zwölf Monate nach Diagnosestellung, die Prognose ist also nach wie vor schlecht. Doch Alexander König, Göttingen, verbreitet Zuversicht. Angesichts intensiver Forschungsaktivitäten hegt er die Ho…nung, dass das Pankreaskarzinom die „rote Laterne an andere Tumorentitäten abgeben kann.“ Adjuvant: Gemcitabin plus Capecitabin - Zunächst eine Bestandaufnahme: Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ist das Pankreaskarzinom bereits bei 60–70 % der Patienten metastasiert, bei 15–20 % lokal fortgeschritten. Hier ist eine palliative Versorgung angezeigt. Nur bei einem knappen Fün—el ist der Tumor resektabel und der Patient kann operiert und einer anschließenden adjuvanten oder additiven Chemotherapie zugeführt werden. Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren wird laut König allerdings zunehmend die Überführung in einen operablen Zustand diskutiert. Denn die radikale Resektion ist die einzige kurative Option. Nach der Operation ist eine adjuvante Ÿerapie indiziert. Die Patienten würden signi¡kant länger leben, wenn sie zusätzlich zum bisherigen Standard Gemcitabin Capecitabin erhielten (median 28 vs. 25,5 Monate; p = 0,032), so König mit Verweis auf Daten der ESPAC-4-Studie [Neoptolemos JP et al. ASCO. 2016;Abstr LBA4006]. Palliation: Bei sehr gutem Zustand des Patienten aggressiv vorgehen Fortschritte gibt es auch in der Palliation. Über viele Jahre war die Monotherapie mit Gemcitabin Standard in der systemischen Chemotherapie. Durch die Einführung der beiden Ÿerapieregimes nab-Paclitaxel plus Gemcitabin und FOLFIRINOX (Folinsäure, 5-Fluorouracil [5-FU], Irinotecan, Oxaliplatin) wurde die Behandlung klinisch deutlich verbessert. Unter einer Ÿerapie mit FOLFIRINOX lasse sich der Tumor bei etwa 30 % der Patienten verkleinern, erläuterte König. Ähnlich sind die Ergebnisse unter der Kombination aus nab-Paclitaxel und Gemcitabin. Beide Regimes seien für die Erstlinientherapie in der Palliation geeignet, so König. Was aber sollte wem gegeben werden? Sind die Patientenperformance und die Organfunktion sehr gut, plädiert König für die aggressivere Chemotherapie mit FOLFIRINOX. Alter per se sei dabei kein Prädiktor für die Entscheidung. Von der Zugabe des oralen Tyrosinkinasehemmers Erlotinib zu Gemcitabin pro¡tieren nur wenige Patienten. Als prädiktiver Marker für ein Ansprechen gilt hier ein Hautausschlag innerhalb von acht Wochen nach Ÿerapiebeginn. Auf dem Prüfstand ist derzeit nanoliposomales Irinotecan. In Kombination mit 5-FU/Folinsäure konnte es gegenüber 5-FU/Folinsäure allein das Gesamtüberleben in der Napoli-1-Studie von 4,2 auf 6,1 Monate verlängern [Wang-Gillam A et al. Lancet. 2016; 387(10018):545-57]. „Verhalten optimistisch“ Die Zukun— in der Ÿerapie des Pankreaskarzinoms sieht König „verhalten optimistisch“. Vor allem die bessere molekulare Beschreibung der Tumoren könnte neue Ÿerapiestrategien erö…nen. „Pankreaskarzinom ist nicht gleich Pankreaskarzinom“, betonte er. Jeder Tumor hat sein eigenes Pro¡l. Bei Patienten mit BRCA-mutiertem Pankreaskarzinom wird derzeit der PARP(Poly-ADP-Ribose-Polymerase-)Inhibitor Olaparib untersucht, mit ersten günstigen Ergebnissen. Einige wesentliche Fragen sind jedoch noch o…en, etwa ob auch Patienten mit somatischen Mutationen (BRCA1/2, PQLB2) im Tumor mit PARP-Inhibitoren behandelt werden können, ob PARPInhibitoren mit platinbasierter Chemotherapie oder mit Topoisomeraseinhibitoren kombiniert werden sollen und ob sich ein PARP-Inhibitor nach Induktionschemotherapie für die Monotherapie im Remissionserhalt eignet. Beate Fessler Bericht vom Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) vom 29. April bis 02. Mai 2017 in Mannheim


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Beate Fessler. Auch das Pankreaskarzinom differenzierter betrachten, Im Focus Onkologie, 2017, 53-53, DOI: 10.1007/s15015-017-3317-8