US-Experten werten Pregabalin bei diabetischer Neuropathie ab

Schmerzmedizin, Jul 2017

Thomas Müller

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US-Experten werten Pregabalin bei diabetischer Neuropathie ab

Schmerzmedizin US-Experten werten Pregabalin bei diabetischer Neuropathie ab madol und Tapentadol (fünf Studien, 1.180 Patienten). Zur Beurteilung der Wirksamkeit bei der Schmerzreduktion wählten die Forscher um Waldfogel die standardisierte mittlere Di erenz (SMD). Substanzen mit Werten unter 0,3 gelten als gering, über 0,7 als stark, dazwischen als moderat wirksam. Nach Berücksichtigung sämtlicher Studien kam Pregabalin nur noch auf eine SMD von 0,34. Die Evidenz für die Wirksamkeit wurde aufgrund der hohen Heterogenität mit „gering“ beurteilt. Zu dem Downgrade im Vergleich zur 2014er-Analyse führten zehn neue Studien, davon waren vier bislang nicht verö entlicht worden, hatten mittlerweile aber Resultate bekanntgegeben. Die bisherige positive Einschätzung von Pregabalin beruhe möglicherweise auf einem Publikationsbias, deuten die US-Pharmakologen an. Gabapentin hatte schon bei früheren Analysen im Schnitt nicht besser abgeschnitten als Placebo, daran änderten auch neuere Studien nichts. Von den übrigen Antikonvulsiva konnte nur Oxcarbazepin mit einer SMD von 0,45 überzeugen. Allerdings beruht die Einschätzung nur auf drei Studien, die Autoren des Reviews sehen allenfalls eine geringe Evidenz für eine Wirksamkeit. - M Entscheidungen recht schnell auf anchmal können sich politische erapieempfehlungen auswirken. So gelten in den USA seit diesem Jahr strengere Regeln zur Verö entlichung klini scher Studien. Unternehmen und Institutionen müssen mit emp ndlichen Strafen rechnen, wenn sie Daten klinischer Studien nicht oder nur zögerlich verö entlichen. Das hat wohl einige Hersteller überzeugt, bislang noch unverö entlichte und daher meist fehlge schlagene Studien bekanntzugeben, darunter o enbar auch solche zur erapie bei diabetischer Neuropathie. Ein Team um Dr. Julie Waldfogel von der Johns Hopkins Universität in Baltimore hat geschaut, ob damit die Schlussfolgerungen eines systematischen Reviews aus dem Jahr 2014 (Snedecor SJ et al. Pain Pract. 2014;14(2):167–84) noch haltbar sind. Dieser hatte für Pregabalin 300 mg/d die beste Wirksamkeit ergeben. Entsprechend ndet sich der Wirksto in der aktuellen Leitlinie der US-Neurologengesellschaoe AAN als einzige Substanz mit einer Level-A-Empfehlung; die American Diabetes Association gibt in einem Statement vom Januar sowohl Pregabalin als auch Duloxetin eine AEmpfehlung. Das Update von Waldfogel stellt die Überlegenheit von Pregabalin jedoch in Zweifel. Hinweise auf Publikationsbias Die 57 randomisiert-kontrollierten Studien des Reviews von 2014 ergänzten die US-Pharmakologen um 24 publizierte und 25 nicht publizierte Untersuchungen – sie berücksichtigten also 106 Studien zu dem ema. Daran hatten mehr als 11.000 Patienten teilgenommen. Pregabalin war das mit Abstand häugste Studienmedikament (16 Untersu chungen, 4.000 Patienten) gefolgt von Duloxetin (sieben Studien, 2.200 Patienten) und atypischen Opioiden wie Tranigen vorhandenen Studien ebenfalls wirksam, doch auch hier wird von einer geringen Evidenz ausgegangen. Für andere Wirksto e fanden die Review-Au toren keinen belegbaren Nutzen. Gerne hätten sie auch die Lebensqualität unter den jeweiligen erapien bewertet. Dazu gab es in den Studien aber kaum Angaben, die lagen fast nur für die Pregabalin-Studien vor. Hier zeigten die meisten aber keine signi kanten Ände rungen unter der Behandlung. Auch bei den Nebenwirkungen ließen sich die erapien kaum vergleichen – die Abbruchraten aufgrund unerwünschter Wirkungen schwankten dramatisch, etwa zwischen 3 % und 70 % in Studien mit Oxycodon. Tendenziell kam es bei atypischen Opioiden und topischen erapien am seltensten zu unerwünschten E ekten.


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Thomas Müller. US-Experten werten Pregabalin bei diabetischer Neuropathie ab, Schmerzmedizin, 2017, 16, DOI: 10.1007/s00940-017-0593-5