Lokalisierter Kopfschmerz: Diagnostik ohne MRT

Schmerzmedizin, Jul 2017

Dr. Christine Starostzik

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Lokalisierter Kopfschmerz: Diagnostik ohne MRT

Schmerzmedizin Lokalisierter Kopfschmerz: Diagnostik ohne MRT m o c . ts o o h p / n a ts a D h il a S © - DN4-Scores — nach Angaben von Bouhassira bei 20,9 % (n = 106) der Patienten mit chronischen Schmerzen (5,9 % aller Patienten). Das stimmte bei 88 % der Patienten mit der klinischen Beurteilung überein. Bei 86 Patienten standen die neuropathischen Schmerzen im Zusammenhang mit dem Tumor. Nach Ansicht der Ärzte beruhten die neuropathischen Schmerzen bei fast 48% der Patienten auf einer lokalen Progression der Tumoren oder auf Metastasen, bei mehr als 45 % auf einer oder mehreren Krebs therapien und bei 7 % auf beidem. Die Intensität der neuropathischen Schmerzen sei dabei höher gewesen als die der nicht neuropathischen. Für die Ermittlung der Schmerzinzidenz standen die Befunde von 1.285 Studienteilnehmern zur Verfügung. Bei 873 von ihnen erfolgte mindestens eine Untersuchung drei oder sechs Monate nach der ersten. 599 Patienten wurden zu beiden Zeitpunkten untersucht. Wie die Ärzte berichten, lag die Inzidenz chronischer Tumorschmerzen in diesem Zeitraum zwischen 13 % und 28 %. Als neuropathisch wurden Schmerzen bei knapp 20 % dieser Patienten eingestuš. Fazit der Autoren: Die Studie zeigt die Heterogenität der Schmerzen bei Tumorpatienten, erklären die Autoren. Wenn bei Kindern mit lokalisiertem Kopfschmerz keine neurologischen Auffälligkeiten vorliegen, ist es einer britischen Studie zufolge unwahrscheinlich, dass den Beschwerden eine ernste Ursache zugrunde liegt. Ein routinemäßiges MRT halten die Studienautoren deshalb für unnötig. W der an der gleichen Stelle aušritt, enn der Kopfschmerz immer wiekommen bei Patienten schnell Ängste auf, an einem Hirntumor oder Ähnlichem zu leiden. Auch viele Ärzte möchten in solchen Fällen mit einer bildgebenden Untersuchung lieber auf Nummer sicher gehen. Dass aber auch primäre Kopfschmerzen wie Migräne oder Spannungskopfschmerz häuoeg lokalisiert aušreten, hat sich jetzt in einer britischen Studie gezeigt. Am Queen’s University Hospital in Essex haben Mas Ahmed und Kollegen 292 Patienten zwischen 5 und 17 Jahren mit lokalisiertem Kopfschmerz untersucht. Dies waren 21% aller Patienten unter 18 Jahren, die sich innerhalb von vier Jahren wegen Kopfschmerzen aller Art an der Klinik vorgestellt hatten. Die Kinder hatten mindestens fünf Schmerzattacken hinter sich, 51 % hatten 1–14 Attacken pro Monat erlebt. Als chronisch wurde der Kopfschmerz eingestuš, wenn er in den vorangegangenen drei Monaten an mindestens 15 Tagen pro Monat aufgetreten war. Alle Probanden waren neurologisch unauffällig. 177 der Patienten verspürten den Schmerz an einer Stirnseite, 104 am Hinterkopf und 11 im Scheitelbereich. Nach der International Classioecation of Headache Disorders wurde in 192 Fä-l len eine Migräne, in 30 Fällen ein Spannungskopfschmerz und bei 22 Kindern und Jugendlichen ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz diagnostiziert. Bei 43 Patienten wurden die Beschwerden als unspezioesch eingeordnet. Keine spezi schen MRT-Befunde Bei 96 % der MRT-Untersuchungen ergab sich ein normaler Befund. Bei 4 % der Kinder mit lokalisiertem Kopfschmerz zeigten sich in der bildgebenden Untersuchung Au¨älligkeiten. Dabei handelte es sich allerdings ausschließlich um unspezioesche Zufallsbefunde. Bei keinem dieser Patienten war eine operative Intervention erforderlich. Fazit der Autoren: Würden keine neu rologischen Besonderheiten festgestellt, so Ahmed und Kollegen, sei es unwahrscheinlich, dass eine bedrohliche Ätiologie hinter den Beschwerden stecke. Deshalb sollte ihrer Meinung nach bei ansonsten gesunden und unau¨älligen Deshalb sei es besonders wichtig, die Schmerzleiden genau zu charakterisieren, um den Patienten eine ausreichende und individuelle angepasste Schmerzbehandlung zu garantieren. Bouhassira D et al. Prevalence and incidence of chronic pain with or without neuropathic characteristics in patients with cancer. Pain 2017; 158(6):1118–25 96 % der MRT-Untersuchungen bei Kindern mit Kopfschmerzen ergaben normale Befunde. Kindern mit lokalisiertem Kopfschmerz kein routinemäßiges MRT durchgeführt werden. Auch die britischen Leitlinienautoren erwähnen die Notwendigkeit einer Bildgebung bei lokalisiertem Kopfschmerz nicht ausdrücklich und betonen, dass Migräne und Cluster-Kopfschmerz einseitig aušreten können. Dr. Christine Starostzik Ahmed MAS et al. Site locked headaches in paediatric patients do not require routine brain imaging and rarely have a serious aetiology. Acta Paediatr. 2017;106(5):791–95


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Dr. Christine Starostzik. Lokalisierter Kopfschmerz: Diagnostik ohne MRT, Schmerzmedizin, 2017, 19, DOI: 10.1007/s00940-017-0597-1