Schweres atopisches Ekzem: IL-31-Rezeptor-Antikörper nimmt den Juckreiz

Allergo Journal, Jun 2017

Dr. Barbara Kreutzkamp

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15007-017-1363-3.pdf

Schweres atopisches Ekzem: IL-31-Rezeptor-Antikörper nimmt den Juckreiz

Allergo J Schweres atopisches Ekzem: IL-31-Rezeptor-Antikörper nimmt den Juckreiz Interleukine spielen in der Pathogenese der atopischen Dermatitis eine wichtige Rolle. Das lässt sich therapeutisch nutzen: So zeigte der Anti-IL- -Rezeptor-Antikörper Nemolizumab bei mäßiger bis schwerer Erkrankung gute Resultate. Im Fokus der Phase-II-Studie stand der Juckreiz. Tatopischen Dermatitis (AD) sind die herapieziele in der Behandlung der Linderung von Juckreiz und Hautentzündung sowie eine verbesserte Lebensqualität. Bei Patienten mit einer mäßigen bis schweren AD werden diese Ziele allerdings trotz Glukokortikoiden und Calcineurin-Inhibitoren nicht immer zufriedenstellend erreicht. Vor allem der kaum beeinªussbare Pruritus mindert die Lebensqualität deutlich und verschlechtert in vielen Fällen die AD-Symptome sogar noch. Möglicherweise gelingt hier mit Interleukin-Inhibitoren ein Durchbruch. Der humanisierte monoklonale Anti-IL31-Rezeptor-Antikörper Nemolizumab bindet an IL-31-Rezeptoren, darunter auch an die IL-31-Rezeptoren auf NeuroRuzicka T et al. Anti-Interleukin-31 Receptor A Antibody for Atopic Dermatitis. N Engl J Med 2017; 376: 826-35 - nen, und vermindert dadurch die Entzündung sowie die juckreizvermittelnde Signaltransduktion. Dies wurde in der doppelblinden und placebokontrollierten Phase-II-Studie XCIMA näheruntersucht. Einbezogen in die zwölfwöchige Studie waren 264 Erwachsene mit einer mäßigen bis schweren und mit Topika schlecht kontrollierten AD. Sie erhielten Nemolizumab in Dosierungen von 0,1 mg, 0,5 mg oder 2,0 mg/kg Körpergewicht s.c. alle vier Wochen. Primärer Endpunkt war die Verbesserung auf der Pruritus-VAS (visuelle Analogskala) in Woche zwölf. Unter den drei Verumtherapien sank der Pruritus-Score im Vergleich zum Behandlungsbeginn dosisabhängig um –43,7 %, –59,8% und –63,1 % im VerNussmeidung wird viel häu ger praktiziert als notwendig Eine retrospektive Analyse aus den USA unterstreicht, wie häu g Meidungsempfehlungen bei bestehender Schalenfruchtallergie zu Unrecht ausgesprochen werden. Erdnussallergiker müssen fast nie auf Walnüsse verzichten. OVerzehr einer bestimmten Schalen bwohl eine allergische Reaktion nach frucht nicht zwangsläu g ein generelles „Nussverbot“ nach sich ziehen sollte, läu es in der Praxis omals darauf hinaus. Auch Erdnussallergiker meiden häu g vorsichtshalber zusätzlich Schalenfrüchte. Ein solches pauschales Meidungsverom halten nach einer allergischen Reaktion tco entsteht aus Angst der Betro„enen oder . o khp deren Eltern, es könnte bei anderen Schatso lenfrüchte ebenfalls aureten oder aus c i -/u Vorsicht der behandelnden †erapeuten t uub ohne Berücksichtigung der Anamnese. b© Diese pauschale Karenz mindert nicht nur das Lebensmittelangebot und die Lebensqualität, sondern birgt zusätzlich das gleich zu –20,9% unter Placebo (p < 0,01 bei allen Vergleichen). Die Schwere des Ekzems, festgestellt mit dem Eczema Area and Severity Index (EASI), sank ebenfalls dosisabhängig mit Werten von 23,0 %, 42,3 % und 40,9 % im Vergleich zu 26,6% unter Placebo. Auch die Schlafstörungen verbesserten sich unter dem Antikörper sehr viel deutlicher als unter Placebo. Behandlungsabbrüche, überwiegend aufgrund einer AD-Exazerbation, waren mit 13–17% in allen Gruppen vergleichbar. Schlüssige Angaben zu Nebenwirkungen konnten aufgrund der kleinen Studiengruppen und der kurzen Studiendauer nicht gemacht werden. Fazit: Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer AD reduziert die monatliche s.c.-Gabe des IL-31-Inhibitors Nemolizumab Juckreiz und Ekzemschwere signi kant im Vergleich zu Placebo. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht auf. Dr. Barbara Kreutzkamp Risiko, dass eine bis dahin vorhandene Toleranz verloren geht. Eine amerikanische Arbeitsgruppe hat nun eine retrospektive Analyse ihrer Daten zu o„enen „Nuss“-Provokationen bei Kindern aus den Jahren 2007 bis 2015 verö„entlicht. In die Auswertung gingen alle oralen Provokationen bei Patienten ein, die eine Sensibilisierung im Haut- oder Bluttest auf eine Schalenfrucht zeigten. Provoziert wurden lediglich Schalenfrüchte, für die keine positive Anamnese vorlag, sondern lediglich solche, die aus Vorsicht vermieden wurden. Zusätzlich wurden Provokationen von Erdnussallergikern erfasst, die Schalenfrüchte mieden. Von insgesamt 156 durchgeführten Provokationen bei 109 Patienten verliefen 86 % ohne allergische Reaktion. In 79 % der Fälle lag das sIgE unter 2 kUA/l. Lag keine Anamnese für eine bestimmte Schalenfrucht vor, sondern lediglich eine Sensibilisierung (n = 43), passierten sogar 91% die Provokation reaktionslos. Auch diese Patienten hatten mehrheit


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15007-017-1363-3.pdf

Dr. Barbara Kreutzkamp. Schweres atopisches Ekzem: IL-31-Rezeptor-Antikörper nimmt den Juckreiz, Allergo Journal, 2017, 14, DOI: 10.1007/s15007-017-1363-3