Schmerzpatienten gemeinsam besser versorgen

Schmerzmedizin, Jul 2017

Springer Medizin

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Schmerzpatienten gemeinsam besser versorgen

Schmerzmedizin Schmerzpatienten gemeinsam besser versorgen Dr. Dietrich Munz Dietrich Munz - S weites Spektrum. Dies spiegelt sich erneut in chmerztherapie ist interdisziplinär und hat ein den Beträgen dieser Ausgabe der „Schmerzmedizin“ wider, in der ein breites emenfeld von Schmerztherapie in der Palliativmedizin bis hin zur multimodalen Schmerztherapie von Migranten, die Krieg und Vertreibung erlebt haben, behandelt wird. Die großen gesellscha€lichen Herausforderungen, vor denen wir aktuell in Deutschland stehen, verlangen in der Gesundheitsversorgung im Allgemeinen und in der Versorgung von Flüchtlingen und Migranten im Besonderen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen. Diese Kooperation setzt die Fähigkeit und die Bereitscha€ zur Zusammenarbeit voraus. Als Vertreter einer der an der Schmerztherapie beteiligten Professionen, der Psychotherapeuten, möchte ich unseren klaren Willen zur Zusammenarbeit zum Ausdruck bringen. Doch der gute Wille allein reicht für eine gelingende Versorgung nicht aus. Auch wenn die Bedeutung psychischer Faktoren für die Schmerzentstehung, -wahrnehmung und -bewältigung heute unumstritten ist und schmerzpsychologische Angebote ein fester Bestandteil der multimodalen Behandlung in vielen Schmerzzentren geworden sind, gibt es aus unserer Sicht noch viel zu tun. Der Schwerpunkt schmerzpsychotherapeutischer Tätigkeit liegt derzeit im stationären und teilstationären Bereich. Allerdings sind insgesamt immer noch zu wenige Psychotherapeuten in Schmerzentren beschä€igt. Vor allem gibt es aber De‹zite in der ambulanten schmerztherapeutischen Versorgung. Dabei sollten sich im ambulanten Bereich – wie in den spezialisierten Schmerzeinrichtungen bereits üblich – interdisziplinäre Schmerzteams etablieren, in denen Hausärzte, Schmerzmediziner, Psychotherapeuten und Physiotherapeuten kooperieren und eng zusammenarbeiten. Die Bundespsychotherapeutenkammer wird sich deshalb am gemeinsamen Aktionsplan der Deutschen Gesellscha€ für Schmerzmedizin und der Deutschen Schmerzliga zur Entwicklung von Netzstrukturen für eine bessere ambulante Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen beteiligen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist eine der Herausforderungen, der sich ein auf dem Gebiet der Schmerztherapie arbeitender Psychologischer Psychotherapeut oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut stellen muss. Aber auch darüber hin aus setzt die Behandlung von Schmerzpatienten ein umfangreiches Wissen voraus. Vertie€e Kenntnisse über biologische, psychologische und soziale Grundlagen des Schmerzgeschehens, Mechanismen der Schmerzentstehung und -chroni‹zierung sowie der spezi‹schen Diagnostik und Behandlung bei unterschiedlichen Schmerzsyndromen sind Voraussetzungen für eine spezi‹sche Schmerzpsychotherapie. Kenntnisse, die in der Ausbildung zum Psychotherapeuten noch nicht ausreichend vermittelt werden. Daher versuchen wir, die Schmerzpsychotherapie auch innerhalb unseres Fachs als einen wichtigen Bereich zu fördern, für den sich Psychotherapeuten nach der Ausbildung weiter quali‹zieren können, um den Patienten eine bessere Versorgung – auch im ambulanten Bereich – zu bieten. Den Herausforderungen der interdisziplinären Versorgung werden sich Psychotherapeuten darüber hinaus vor allem dann stellen, wenn sie positive Erfahrungen in der Kooperation mit den anderen Berufsangehörigen gemacht haben. Wenn uns das gelingt, bin ich zuversichtlich, dass wir mit vereinten „interdisziplinären“ Anstrengungen die Versorgung von Schmerzpatienten in Deutschland weiter verbessern werden.


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Springer Medizin. Schmerzpatienten gemeinsam besser versorgen, Schmerzmedizin, 2017, 3-3, DOI: 10.1007/s00940-017-0581-9