Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen

Schmerzmedizin, Jul 2017

Dr. med. (YU) M. san Ljiljana Joksimovic, Dr. med. Thomas H. Cegla

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00940-017-0605-5.pdf

Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen

Schmerzmedizin Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen 0 - Traumatisierung 1 - Unterschiedliche Schmerzempfindlichkeit 2 - Leitliniengerechte Behandlung , z.B. NLK, LONTS 3 Korrespondenzadresse: Dr. med. Thomas H. Cegla Chefarzt Klinik für Anästhesiologie , Intensivmedizin , Klinik für Schmerztherapie Ärztlicher Direktor Krankenhaus St. Josef Bergstr. 6-12, 42105 Wuppertal 4 Literatur 1. Sleptsova M. Asian Hospital & Healthcare Management. 2009;(19):6-38 2. Schach E, Schwartz FW , Kerek-Bodden HE (Bearb.) Die EVaS-Studie-Eine Erhebung über die ambulante medizinische Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland. Köln: Deutscher Ärzte-Verlag 1989 Band 39.1 3. Bergman S, Herrström P et al. J Rheumatol 2001;28(6):1369-77 4. Kumar B. The Oslo Immigrant Health Pro le, The Norwegian Institute of Public Health Report , 2008 5. Kluge et al. Eur Psychiatry 2012;27 Suppl 2:S56-62 6. Knipper M. Int J Public Health. 2016 Dec;61(9):993-994. Epub 2016 Oct 18. Migration, public health and human rights 5 - Erwartungshaltung Erfolgsrezept für die Versorgung Die schmerztherapeutische Versorgung von Flüchtlingen kann nur gelingen indem man Schnittstellenprobleme löst, da die Behandlungen bisher stark von fachspezi schen Strategien bestimmt werden. Ein früher interdisziplinärer Austausch sollte ermöglicht werden, um eine optimale Behandlung zu garantieren. Durch die Stärkung der Motivation und der aktiven Mitwirkung der Patienten auf der Basis der kultursensiblen hinreichenden Au›lärung lässt sich der £erapieerfolg verbessern. Genauso wie durch die Kommunikation von Arzt und Patienten mit Migrationshintergrund auf Augenhöhe. Deshalb ist es sinnvoll, eine Hierarchisierung der Behandlungskonzepte zu vermeiden. Dr. med. (YU) M. san Ljiljana Joksimovic - sundheitskarte sicherzustellen sowie die medizinische Behandlung durch Psychotherapeuten zu gewährleisten. Langfristig sollen die Transportmöglichkeiten im Krankheitsfall klarer organisiert, schnellere Rückmeldung aus dem medizinischen Bereich gegeben und die familiäre Situationen der Asylbewerber berücksichtigt werden, sodass Familien im Krankheitsfall zusammenbleiben können. Für alle war und ist dies ein Lernprozess, der bereits zur Verbesserung der S-i tuation geführt hat, aber weiter ausgebaut werden sollte. Die Herausforderung besteht darin, sich den variierenden Flüchtlingszahlen anzupassen sowie sich auf die unterschiedliche religiöse, kulturelle und ethnische Herkun derer, die zu uns kommen, einzustellen. Sabrina Cegla M.sc. Gerade Migranten scheinen häu g an Schmerzen zu leiden. Auf dem Weg zu einer zufriedenstellenden Schmerztherapie sind zunächst sprachliche, aber auch soziokulturelle Hürden zu überwinden. D erster Linie auf die einheimische as deutsche Gesundheitswesen ist in Bevölkerung ausgerichtet. Für die in Deutschland lebenden Menschen aus anderen Ländern, Gesellschaen und Kulturen ergeben sich Versorgungslücken. Durch die Zuwanderung von Flüchtlingen werden die bestehenden Versorgungsde zite und der spezi sche Entwicklungsbedarf noch sichtbarer. Die aktuelle Aufmerksamkeit, kann aber auch als Chance für eine kultursensiblere Gestaltung des Gesundheitswesens sein, die auch für die Schmerzmedizin Relevanz hat. Die Prävalenz muskuloskelettaler Schmerzen ist bei Geˆüchteten durchgehend höher als die der Bevölkerung des Fluchtlandes [1]. Nach einer repräsentativen Studie des Zentralinstituts für die Tab. 1: Anforderungen an Ärzte in der Schmerztherapie von Migranten und Flüchtlingen — transkulturelle, beziehungsweise interkulturelle Kompetenz — Berücksichtigung des unterschiedlichen Krankheitsverständnisses — Berücksichtigung der höheren psychischen Komorbidität kassenärztliche Versorgung [2] sind bei Patienten mit Migrationshintergrund im Vergleich zu deutschen Patienten Schmerzzustände doppelt so häu g Hauptanlass für den Arztbesuch (33 % vs. 16%). Multilokuläre Schmerzen  nden sich bei Migranten doppelt so häu g wie bei in Schweden geborenen [3]. Bei Migranten aus der Türkei, dem Iran, Pakistan oder Sri Lanka sind multilokuläre Schmerzen bis zu 8-fach häu ger als in der norwegischen Bevölkerung [4]. oder Somatoformer Schmerzstörung der Fall sein kann (Tab. 1).


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00940-017-0605-5.pdf

Dr. med. (YU) M. san Ljiljana Joksimovic, Dr. med. Thomas H. Cegla. Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen, Schmerzmedizin, 2017, 40, DOI: 10.1007/s00940-017-0605-5