Für gesunde Kinder wahrscheinlich kein Allergierisiko

Pneumo News, Jun 2017

Dr. Beate Schumacher

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Für gesunde Kinder wahrscheinlich kein Allergierisiko

PNEUMONEWS  Für gesunde Kinder wahrscheinlich kein Allergierisiko Quelle: Session: Ist es gut? Ist es genug? - Qualität und Wirtschaftlichkeit bei Diagnostik und Therapie von tiefen Atemwegsinfektionen; DGP-Kongress in Stuttgart, 22-25.3.2017 Quelle: „Allergieprävention: Karenz oder Exposition?“, DGP-Kongress in Stuttgart, 22.-25.3.2017 itkco /sSe ag m Itt y e G r/sskyeen h © - oxicillin im Vergleich zu Placebo feststellen, abgesehen von ei ner etwas rascheren Symptomreduktion. Reden, reden, reden Als evidenzbasierte Strategien zur Reduktion unnötiger Antibiotika nannte de Roux Kommunikationsstrategien, die dem Patienten das Krankheitsbild der viralen Bronchitis nahebringen, eventuell kombiniert mit der Ausgabe von evaluiertem Informationsmaterial. Auch die wait and see-Strategie mit einer Verordnung unter Vorbehalt kann den Verbrauch senken. Was aber immer sein muss ist eine gründliche klinische Untersuchung mit Blick auf eine mögliche Pneumonie sowie im Zweifel weitere Verfahren zum Pneumonie-Ausschluss, etwa eine Röntgenaufnahme oder ein POCT. Entbehrlich ist eine mikrobiologische Diagnostik. In Deutschland leben rund 30 Millionen Haustiere; zu jedem fün‘en Haushalt gehört eine Katze, zu jedem sechsten ein Hund. Für menschliche Hausgenossen, die bereits an allergischer Rhinitis oder Asthma leiden, sei das „nicht unproblematisch“, so Dr. Joachim Heinrich von der LMU München. Aus Studien weiß man, dass die Anwesenheit von Haustieren bei ihnen die Häu™gkeit von Exazerbationen erhöht. Umstritten ist dagegen, ob durch Haustiere eine allergische Sensibilisierung auf den Weg gebracht werden kann. Eine Analyse von zwölf Geburtskohorten legt das Gegenteil nahe (Lødrup et al. PLOS One 2012). Gehörte ein Hund zum Haushalt, dann lag das Risiko für Asthma und allergische Rhinitis jeweils um 23 % niedriger als ohne Hund, eine Sensibilisierung wurde um 35% seltener festgestellt. Bei Katzen waren ähnlich reduziere Raten festzustellen, die Di¤erenzen waren aber geringer. Hinweise auf eine allergiepräventive Wirkung von Haustieren ergaben sich auch in einer weiteren Geburtskohorte, ein atopisches Asthma war in ihrer Gesellscha‘ um 52 % seltener. Im Gegensatz dazu war allerdings beim nichtatopischen Asthma ein Plus von 61% zu verzeichnen (Collin et al. Clin Exp Allerg 2015). Bei vorbelasteten Kindern keine Katze anschaffen Ein systematisches Review hatte ebenfalls gute Nachrichten für Tierfreunde (Lodge et al. Clin Dev Immunol 2012): Stadtkinder, die mit Katze oder Hund groß wurden, hatten in sechs von neun Longitudinalstudien ein vermindertes Allergierisiko. Nur in einer ergab sich kein Zusammenhang und in zweien war für Kinder mit familiärer Vorbelastung ein erhöhtes Risiko zu erkennen. „Neuere Studien liefern keine Hinweise, dass Haustiere das Risiko für Allergien und Asthma erhöhen“, fasste Heinrich die Ergebnisse zusammen. Es gebe daher keine Rechtfertigung, zum Zwecke der Prävention von Haustieren abzuraten. Auch die Leitlinie Allergieprävention sieht für Kinder ohne atopische Familienanamnese keine Einschränkungen vor. Bei vorbelasteten Kindern emp™ehlt sie dagegen, auf die Anscha¤ung einer Katze zu verzichten. Laut Heinrich werden durch die Studien sogar eher protektive E¤ekte von Haustieren, insbesondere von Hunden, nahegelegt. Eine reverse Kausalität – weil es in einer Familie bereits A-l lergien gibt, legt sie sich kein Haustier zu – scheint zwar bei Katzen eine Rolle zu spielen, bei Hunden allerdings nicht. Dass die Tiere eine Immuntoleranz induzieren, hält Heinrich für „unwahrscheinlich“. Er vermutet eher einen Zusammenhang mit der Exposition gegenüber anderen biologischen Kontaminationen, die von den Tieren ins Haus gebracht werden. Letztlich sei der Mechanismus aber bislang nicht geklärt. „Solange das nicht der Fall ist, kann die Haustierhaltung auch nicht zur Allergieprävention empfohlen werden“, so sein Fazit. Dr. Beate Schumacher Kinder kann man wohl beruhigt mit Hund und Katze aufwachsen lassen. Das Allergierisiko wird dadurch eher gesenkt.


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Dr. Beate Schumacher. Für gesunde Kinder wahrscheinlich kein Allergierisiko, Pneumo News, 2017, 47, DOI: 10.1007/s15033-017-0702-0